Energieteam stellt Erfolge und Ziele vor

Lennestadt hat den Energy-Gold-Award im Blick

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Das Energieteam will die Stadt Lennestadt bis 2024 zur Gold-Zertifizierung bringen: Klimamanager Martin Rabe, Stefan Crummenerl, Martina Hundt, Wolfgang Schneider, Karsten Schürheck, Paul Kleffmann und Bürgermeister Stefan Hundt (v.l.). 

Altenhundem. „Die beste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht brauchen“, sagt Lennestadts Klimamanager Martin Rabe. Die Stadt Lennestadt nimmt am european energy award (eea) teil und konnte im November die Zertifizierung – die Auszeichnung in Silber – entgegennehmen. Sie ist jetzt „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune. Nun informierte das Energieteam der Stadtverwaltung über erreichte Erfolge und kommende Ziele.

Das Energieteam besteht aus Mitarbeitern unterschiedlicher Fachbereiche. Sie sollen gemeinsam den Energieverbrauch der Stadt Lennestadt senken. Zunächst unter der Leitung von Dr. Michael Droste, der vor kurzem in den Ruhestand gewechselt ist – auf ihn folgt der neue Klimamanager der Stadt, Martin Rabe.

Die Erfolge des Energieteams können sich sehen lassen. Die Stadt Lennestadt nimmt am europaweiten energy award teil, als eine von europaweit 780 Kommunen hat sie die erste Stufe der Zertifizierung erreicht. Im Kreis Olpe ist das bisher nur der Gemeinde Wenden gelungen. Beim eea arbeitet das Energieteam mit externen Experten zusammen. Sie erfassen den Ist-Zustand und setzten maximal mögliche Ziele. Sind 50 Prozent dieser Ziele erreicht, bekommt die Gemeinde den energy award in Silber. Sind 100 Prozent erreicht, gibt es den award in Gold, Lennestadt strebt die Gold-Zertifizierung für das Jahr 2024 an. Dazu wurde und wird in Lennestadt zum einen bei allen anstehenden Sanierungen das Thema Energiesparen berücksichtigt und zum anderen wurden und werden eigenständige Energiesparmaßnahmen umgesetzt. 

Einige Beispiele

Bei allen Straßensanierungen werden energiesparende LED-Laternen aufgestellt. Bislang sind 65 Prozent der Straßenlaternen mit LED ausgerüstet. Im Jahr 2015 schlugen die Energiekosten für die Laternen dank der Quecksilberdampfleuchten noch mit fast einer Million Euro zu Buche, im Jahr 2018 werden es vermutlich 620.000 Euro sein. Die Energieeinsparung von 2015 bis 2018 entspricht dem Jahresstromverbrauch von etwa einhundert (vierköpfigen) Familien.

Bei der Sanierung des Gymnasiums der Stadt Lennestadt konnte mit dem Blockheizkraftwerk und den energetischen Maßnahmen an der Turnhalle der Energieverbrauch bereits deutlich gesenkt werden, im nächsten Jahr soll ein weiterer Block saniert werden und LED-Technik installiert werden.

In den Büros im Rathaus werden derzeit 768 Leuchtstoffröhren durch neue LED-Leuchtmittel ersetzt. Das führt zu einer jährlichen Einsparung von 28.000 Kilowattstunden, die Investition soll sich innerhalb eines Jahres amortisieren.

Auf dem Rathausdach liefert eine Photovoltaik-Anlage Strom – „Die Kilowattstunden, die wir selbst verbrauchen, möchten wir selbst erzeugen“, sagt Martin Rabe. „Photovoltaik-Anlagen sind derzeit sehr preiswert und lohnen sich in den meisten Fällen“, rät Martin Rabe. Er vermittelt den Bürgern unabhängige Beratung und ist zu erreichen unter ☎ 02723/608120 oder m.rabe@lennestadt.de. Das Solardachkataster auf der Internetseite der Stadt Lennestadt zeigt Hausbesitzern, ob sich ihr Dach für eine Solaranlage eignet.

Auf zwei Flächen in Lennestadt könnten große Freiflächen-Solaranlagen entstehen. Zum einen ist dies das ehemalige Bundeswehrgelände in Oedingen. Hier wollte die Firma IBC Solar eine Anlage errichten, wurde aber durch Bedenken des LANUV – Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz – daran gehindert. Die Firma IBC hat sich mittlerweile zurückgezogen. „Wenn wir den Energiewandel wollen, müssen wir auch konsequent daran arbeiten können“, sagt Bürgermeister Stefan Hundt. Er berichtet, dass derzeit ein Gespräch mit dem Umweltbundesamt zur Situation der Fläche in Planung sei. Eine weitere Freifläche ist das Sedimentationsbecken – der „Schlammteich“ – in Hachen. Dieses Gelände ist noch im Besitz der Firma Sachtlbeben, das Projekt ist ebenfalls in der externen Prüfung. Solaranlagen auf den beiden Flächen könnten pro Jahr etwa 18.800.000 Kilowattstunden Energie erzeugen, das entspricht dem Jahres-Strom-Verbrauch von etwa 5000 Familien.

Ziele für die Gold-Zertifizierung

Folgende Ziele hat die Stadt formuliert, um die Gold-Zertifizierung bis 2024 zu erreichen:

  • langfristige Umstellung auf vollständige LED-Straßenbeleuchtung
  • Umstellung der eigenen Fahrzeuge auf Hybrid, Plug-In-Hybrid, Vollelektrisch
  • Prüfung bei jeder Neuanschaffung, ob E-Antrieb möglich ist
  • Erweiterung der öffentlichen E-Ladesäulen um zehn Einheiten im gesamten Stadtgebiet bis Ende 2019
  • Eigenstrom-Versorgung der städtischen Gebäude mit Photovoltaik und energetische Maßnahmen
  • Wärmeversorgung der städtischen Gebäude durch regenerative Energieträger (Wärmepumpe mit Ökostrom, Biomasse, oder besser) bis 2040
  • Regelmäßige Veranstaltungen zum Klimaschutz durch externe Partner (wie Verbraucherzentrale und Energieagentur) in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen.

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