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Youtube-Star verurteilt: Strafe für 142 km/h-Fahrt durch Ort im Kreis Olpe

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Ein elektrischer Porsche Taycan Turbo S
Mit einem Auto der Marke Porsche raste der Beschuldigte durch den Kreis Olpe © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Er fuhr mit 142 km/h durch den Ort. Das filmte er. Und veröffentlichte das Material schließlich. Dumm nur für ihn, dass es daraufhin mehrere Anzeigen gab. Nun wurde er zu einer saftigen Strafe verurteilt.

Lennestadt/Olpe - Die Rede ist von einem bekannten Moderator, Unternehmer und YouTuber, dessen Fall am Mittwoch vor dem Amtsgericht Olpe verhandelt wurde.

Im Juni 2020 sorgte sein Video auch im Kreis Olpe für Furore. Der Mann machte eine Testfahrt mit einem Porsche Taycan Turbo S. Das knapp 200.000 Euro teure Gefährt hat 761 PS und ein Drehmoment von 1.050 Newtonmeter. Die Beschleunigungswerte sind beeindruckend: Von null auf 100 km/h geht es in 2,8 Sekunden. Der Spurt auf Tempo 200 dauert 9,8 Sekunden.

In dem Video war zu sehen, wie er vom Betriebsgelände der Firma H&R Spezialfedern auf die Hauptstraße in Trockenbrück fährt. Er beschleunigte so stark, dass er nach wenigen Sekunden 142 km/h auf dem Tacho hat, innerorts wohlgemerkt. Bei der Fahrt überquerte er einen Fußgängerüberweg und eine Straßeneinmündung. Das Ganze fand am helllichten Tag statt. Nun ist klar, wie hoch die Strafe ausfallen wird.

Das Amtsgericht Olpe hat am Mittwoch in diesem Fall geurteilt, nachdem es einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid gegeben hatte. Das Ergebnis: Der Mann muss eine Strafe in Höhe von 1 200 Euro bezahlen und erhält für drei Monate Fahrverbot.

Damit wird der Mann für sein Vergehen doch noch belangt. Die Staatsanwaltschaft Siegen hatte wenige Monate nach dem Vorfall die Ermittlungen eingestellt. Wer mit 142 km/h durch eine 50er-Zone rast, hat eigentlich alle Voraussetzungen für ein Strafverfahren erfüllt. Doch der Zusatz „um eine höchstmögliche Geschwindigkeit“ zu erreichen, mache die Verurteilung solcher Verkehrsrowdys oft schwer. Patrick Baron von Grotthuss sprach seinerzeit von einer „Auslegungsproblematik“.

Eigentlich hatte die Staatsanwaltschaft Siegen vor, dem Beschuldigten den Führerschein bis auf Weiteres zu entziehen. Doch das Gericht schmetterte die Anklage ab. Die Folge: Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein und übergab den Fall an die zuständige Bußgeldstelle in Olpe. nun, rund anderthalb Jahre nach dem Vorfall, scheint vorerst das letzte Wort in dieser Sache gesprochen zu sein.

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