Entscheidung fällt im Rat

Lennestädter Schulausschuss diskutiert den Offenen Ganztag

Im Lennestädter Rathaus kam der Schulausschuss zusammen, auf der Tagesordnung stand der Offene Ganztag
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Im Lennestädter Rathaus kam der Schulausschuss zusammen, auf der Tagesordnung stand der Offene Ganztag.

Der Offene Ganztag war gleich zweimal Thema in der Sitzung des Schulausschusses. Zunächst die Anpassung der Elternbeiträge, dann die Bedarfs- und Ausbauplanung für die Offene Ganztagsbetreuung.

Einig waren sich die Fraktionen darin, dass eine Anpassung der Elternbeiträge notwendig ist. Bisher zahlen Eltern unabhängig vom Einkommen 45 Euro im Monat für die Ganztagsbetreuung, Familien mit einem Jahreseinkommen bis 20.000 Euro sind von den Zahlungen befreit. Nun sollen sich die Beiträge am Einkommen der Eltern orientieren. Die Verwaltung hat dafür verschiedene Varianten erarbeitet, die im Schulausschuss diskutiert und abgestimmt werden sollten.

CDU und Grüne favorisierten die „Variante 2“, die sich am Höchstbetrag der anderen Kommunen im Kreis Olpe orientiert. Dazu soll die Beitragsfreiheit bis 20.000 Euro sowie die Regelungen für Geschwisterkinder erhalten bleiben (2. Kind 50 Prozent ermäßigt, weitere Kinder beitragsfrei). Die SPD-Fraktion ging einen Schritt weiter und favorisierte die „Variante 3“, die die Empfehlungen des Gemeinde-Prüfungsausschusses umsetzt. Hier steigen die Beiträge in den höheren Einkommensgruppen deutlicher an.

Dazu schlug der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Vollmer vor, die Einkommensgrenze auf 30.000 Euro zu erhöhen. „Wir könnten jetzt und hier ein Zeichen setzen, zeigen wie familienfreundlich wir sind“. In Variante 2 staffeln sich die Beiträge von 15 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 120 Euro. In Variante 3 geht es bis zum rechtlichen Maximalbetrag von 203 Euro für Einkommen über 100.000 Euro. Bei beiden Varianten wird der bisherige Beitrag von 45 Euro bei einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro fällig, für Familien mit einem geringeren Einkommen sinken die Beiträge, Familien mit einem höheren Einkommen zahlen mehr.
Die Ausschussmitglieder konnten sich nicht auf eine Variante einigen, stattdessen fällt die Entscheidung nun im Rat, am 30. Juni.

Auch die Ausbauplanung für den Offenen Ganztag wurde kontrovers diskutiert. An den Schulen in Bilstein, Grevenbrück und Saalhausen wird bisher noch keine Ganztagsbetreuung angeboten, lediglich verschiedene Modelle mit einer Betreuung bis 13, bzw. 14 Uhr. Mit einer Bedarfsanalyse hat die Verwaltung im Vorfeld abgefragt, wie groß das Interesse der Eltern an diesen Standorten ist.

In Bilstein haben von 70 Eltern 21 Interesse an einer Ganztagsbetreuung, in Grevenbrück sind es 29 von 164, in Saalhausen 14 von 110. Dazu können sich Eltern in Bilstein eine Betreuung bis 14 Uhr vorstellen, so wie sie in Saalhausen bereits angeboten wird.

Rita Balve-Epe (CDU) unterstützte den Wunsch der Bilsteiner Eltern: „Die Abfrage zeigt, dass an diesen Standorten Ganztagsbetreuung notwendig ist, aber zu flexiblen Zeiten“. Heinz Vollmer (SPD) lehnte die OGS an den kleinen Schulstandorten jedoch ab: „Wir brauchen privilegierte Standorte, die mit allen Notwendigkeiten ausgestattet sind.“ Man könne nicht an allen Standorten ein Ganztagsangebot schaffen und keine speziell abgestimmten Angebote bis 14 Uhr. Er plädierte dafür, den Standort Grevenbrück auf jeden Fall auszubauen. Dem stimmte auch Christa Orth-Sauer (Grüne) zu. Außer der Betreuung „8 bis 13“ und der Ganztagsbetreuung (bis 16 Uhr) seien weitere Zeiten nicht zielführend.

In der anschließenden Abstimmung konnte sich die CDU durchsetzen, die Verwaltung wird beauftragt die Kosten für eine Betreuung bis 14 Uhr an den Standorten Bilstein und Grevenbrück zu prüfen sowie die Umsetzung der Offenen Ganztagsbetreuung in Grevenbrück, Bilstein und Saalhausen.

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