Lennestädter Stadtspitze zu Besuch beim KurierVerlag in Grevenbrück

Verleger Clemens Berghoff (Mitte) mit Bürgermeister Alfons Heimes (r.) und dem Beigeordneten Stefan Hundt vor der Karte mit dem Verbreitungsgebiet desKurierVerlages . Fotos: Marita Sapp

Verlagsgespräch über die Zukunft der Region - Bürgermeister und Beigeordneter optimistisch

[IMGZOOM=import/bilder/R47-OE74543.jpg][/IMGZOOM] Grevenbrück. (tes)

Als Bürgermeister Alfons Heimes und der Beigeordnete Stefan Hundt die Türschwelle des KurierVerlages Lennestadt am Mittwochnachmittag passierten, betraten sie historisches Terrain. "Herzlich willkommen in den Räumen des Alten Amtsgerichtes", begrüßte Verleger Clemens Berghoff die Lennestädter Stadtspitze. Bis 1956 wurde in dem markanten Gebäude an der Kölner Straße Recht gesprochen, anschließend diente es kurzzeitig als Auffanglager für Flüchtlinge aus der sowjetischen Zone, dann der Firma Lumberg als Montagehalle. In den 90ern erwarb dann der KurierVerlag das historische Gebäude, das sich zwischenzeitlich zum modernen Verlagshaus gewandelt hat.

Tafel erinnert an

Altes Amtsgericht

Eine Tafel soll schon bald für jedermann sichtbar an die heimatgeschichtliche Bedeutung des alten, ortsbildprägenden Gerichtshauses erinnern.

Aber auch die Verlagsgespräche im Grevenbrücker Haupthaus des KurierVerlages haben schon längst Tradition. Verleger Clemens Berghoff, Chefredakteur Torsten-Eric Sendler sowie die Redakteure Gregor Breise und Marita Sapp nutzten den Besuch der Lennestädter Verwaltungsspitze natürlich auch, um das ein oder andere Thema anzusprechen, das ihnen oder ihren Lesern sprichwörtlich unter den Nägeln brennt.

Was ist zum Beispiel Stand der Dinge bei der Verkehrsplanung für Grevenbrück: Immer noch bilden sich in der Rushhour teils lange Fahrzeugschlangen. Vor einem Jahr hatte Bürgermeister Heimes den verkehrsgeplagten Geschäftsleuten und Anwohnern versprochen, ein Gutachten bei der Uni Siegen in Auftrag zu geben. Doch schon in den Vorgesprächen sei deutlich geworden, dass man nur mit einer Veränderung der Ampelschaltzeiten das Problem nicht aus der Welt bekommt. Der Landesbetrieb Straßen NRW, so Heimes, arbeite derzeit fieberhaft an einem Verkehrsgutachten, das die Gesamtsituation unter Einbeziehung der B 55 sowie der B 236 inklusive der geplanten Verlegung untersuche.

Nadelöhr ist die Johannesbrücke

Heimes: "Das Nadelöhr ist die Johannesbrücke, nur wenn es gelingt, dort den Verkehr von derzeit 20.000 auf etwa 13.000 Fahrzeuge am Tag zu reduzieren, bekommen wir die Verkehrssituation in Grevenbrück in den Griff."

Und was wird aus dem Haus Molitor, nachdem der Landesbetrieb Straßen nach eigenem Bekunden kein Interesse an einem Kauf für eine eventuelle Kreisellösung hat: Heimes: "So lange keine Planung festgeschrieben ist, kann der Landesbetrieb nicht kaufen. Andere schon. Wir werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass an der selben Stelle keine zweite Klinkhammer Mühle entsteht."

Schönheitskur

für den Bahnhof

Dem Grevenbrücker Bahnhof jedenfalls bleibt das Schicksal seines Finnentroper Bruders erspart - für 1,6 Millionen Euro soll er mit Mitteln aus der Denkmal- und Städtebauförderung ab Frühjahr saniert werden. Bis spätestens 2008 soll dann auch der alte Bahnübergang einer modernen, behindertenfreundlichen Unterführung weichen. Bei der Bahnsteigsanierung wird die Überdachung erhalten bleiben - ihre Pfosten bestehen nämlich aus historischen, gebogenen Eisenbahnschienen. Bürgermeister Heimes: "Zur damaligen Zeit etwas ganz besonderes."

Attraktive Ortsdurchfahrten

Thema waren natürlich auch die Ortsdurchfahrten in Elspe und Oedingen. Wer schon jetzt wissen will, was den Autofahrer ab kommenden Jahr in Elspe erwartet, braucht nur nach Bad Berleburg fahren. Heimes: "Als wir gesehen haben, wie toll man dort die Sache gelöst hat, waren wir uns einig - das hat Vorbildcharakter für Elspe." Und in Oedingen wird das Projekt Ortsdurchfahrt aktiv von der ARGE begleitet.

Leerstand im

Einzelhandel

Ob Grevenbrück, Meggen oder die anderen Ortsteile von Lennestadt - überall prägen inzwischen leerstehende Ladenlokale das Bild in den Dörfern. "Doch dagegen", so Bürgermeister Heimes, "können wir relativ wenig unternehmen. Als ich unlängst einen Schuhhändler fragte, warum er aufgibt, erhielt ich die Antwort: ,Zu mir kommen die Leute, um sich beraten zu lassen. Anschließend treffe ich die gleichen Personen dann auf der Straße mit Einkaufstüten aus Siegen oder Köln wieder." Die Konsequenz für Hundt und Heimes: "Wir müssen noch mehr Kaufkraft in Lennestadt binden."

Und das gelingt in den vergangenen Jahren immer mehr. Einerseits entstehen neue Einzelhandelsflächen, wie zum Beispiel das geplante Einkaufszentrum an der Hundemstraße, die das bisherige Sortiment abrunden. Heimes: "Da spielt es auch keine Rolle, ob es bereits ein Fachgeschäft mit ähnlichem Sortiment bereits gibt. Von einem möglichst großem und breitgefächertem Angebot an Einzelhandelsgeschäften profitieren alle Beteiligten." Schon jetzt sei auf der gegenüberliegenden Seite des neuen Centers zu beobachten, dass sich verstärkt der Einzelhandel ansiedle.

Seit einigen Monaten gelingt es auch in Lennestadt nach Jahren des Abflusses wieder, verstärkt die Kaufkraft der Region zu binden. Sicher ein Verdienst des Stadtmarketingprozesses, für den auch der Beigeordnete Stefan Hundt federführend verantwortlich zeichnet. Was hat der "Schatz im Sauerland" außer neuen Produkten darüber hinaus gebracht: Hundt und Heimes sind sich einig: Mehr Zusammenhalt und eine stärkere Identität mit dem Gesamtgebilde Lennestadt. Ob Elsper, Bilsteiner, Meggener oder Saalhauser - durch den Stadtmarketingprozess sind die Dörfer bereits heute etwas näher zusammengerückt.

Kein Notstand

an Gewerbeflächen

Noch keineswegs in trockenen Tüchern ist das vorgeschlagene Gewerbegebiet in Elspe. Ob das später einmal auf dem angepeilten Areal oder ganz wo anders stehen wird, ist noch völlig ungewiss. Denn: "Wir wollten lediglich, das bei der Fortschreibung des Gebietsentwicklungsplanes der Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen festgeschrieben wird. Von da an dauert es dann noch 20 bis 30 Jahre, bis Baurecht besteht. Es darf jedoch nie mehr vorkommen, wie vor zehn Jahren geschehen, dass wir keine Gewerbeflächen mehr haben."

Ein Bürgermeister für fast jedes Problem

Egal, welches Problem die Lennestädter Bürger auch haben, sie wissen genau: Auf ihren Bürgermeister können sie sich verlassen. Und so landen kleine und größere Probleme auf dem Schreibtisch von Alfons Heimes, manchmal aber auch recht skurrile: "Einmal", so das Stadtoberhaupt, "kam ein Ehepaar zu mir, weil es Bettwäsche auf einer Kaffeefahrt gekauft hatte und diese zurückgeben wollte." Nerven solche Anliegen nicht bisweilen: Heimes: "Nein, es ist gut, wenn die Bürger mit allen Dingen auf einen zu kommen."[IMGZOOM=import/bilder/R47-OE74543-1.jpg][/IMGZOOM]

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