„Kirchen und Kino. Der Filmtipp"

Lichtspielhaus Lennestadt führt Filmreihe fort

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Stellten die Filmreihe „Kirche und Kino“ im Lichtspielhaus Lennestadt vor (v.l.): Siegfried Nüsse, Christin Hanses und Pfarrer Dr. Jörg Ettemeyer.

Kino bedeutet nicht nur die Veranschaulichung vom hollywoodschen Gigantismus, die Präsentation von actiongeladenen Blockbustern, nein, Kino lädt seine Besucher ebenfalls immer wieder ein zum kulturellen Austausch. So auch die Filmreihe „Kirchen und Kino“, die ab kommenden Montag, 16. September, wieder monatlich im Lichtspielhaus Lennestadt stattfinden wird.

Altenhundem – „In der neuen Staffel werden Filme präsentiert, die vor allem von starken Persönlichkeiten erzählen. Diese müssen unter schwierigen Bedingungen ihren Weg gehen und sich den damit verbundenen Entscheidungen und Konflikten stellen“, erklärt Christin Hanses, Betreiberin des Lichtspielhauses in Altenhundem, der die Filmreihe selbst sehr am Herzen liegt. 

„Kirchen und Kino. Der Filmtipp“ geht nun in seine insgesamt 18. Spielzeit. Das Projekt präsentiert seit 2002 Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz ausgezeichnet wurde. In Lennestadt wurde die Filmreihe am 3. November 2003 in Leben gerufen. 

Zentrale Momente des Lebens

Die Kinostreifen sind durch die evangelischen und katholischen Filmarbeit als Filme des Monats beziehungsweise als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben und somit besonders ausgezeichnet. Es sind überzeugende Werke, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem „Mehr an Leben“, nach einem wirklichen Kinoerlebnis aufrechterhalten. „Zentrale Themen der Filme sind die zentralen Momente eines jeden Lebens wie Liebe, Hoffnung, Treue, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht“, berichtet Hanses. 

Die Macher der Reihe „Kirche und Kino“ sehen Gründe genug, dass sich Christen einerseits und der künstlerisch autonome Film andererseits gegenseitig wahrnehmen und ihre jeweils eigene menschliche Erfahrung, wie das Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen. 

Die Filme möchten anregen zum genauen Hinsehen und Lust am Sehen vermitteln und zugleich pures Kinovergnügen bereiten. Die Welt des Kinos bietet dafür einen unvergleichlichen Erlebnisraum. 

Präsentation von acht Filmen

Von September 2019 bis Juni 2020 wird eine Auswahl von acht Filmen gezeigt, die von einer Jury aus Vertretern der kirchlichen Bildungs- und Medienarbeit sowie der beteiligten Kinos getroffen wurde. 

Die örtlichen Kooperationspartner geben in der Regel eine kurze Einführung zum jeweiligen Film. Um das Erlebnis abzurunden, besteht im Anschluss an die Vorführung die Möglichkeit zum Austausch. Siegfried Nüsse, Filmbeauftragter des Katholischen Erwachsenenbildungswerks Olpe, und Dr. Jörg Ettemeyer, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem, laden im Lichtspielhaus zum Dialog ein. „Die Filme gehen unter die Haut, werfen Fragen auf und sprechen jeden von uns an, sodass viele Gäste den Saal nach dem Film nachdenklich verlassen“, weiß Siegfried Nüsse. „Deswegen bieten wir, wenn es Redebedarf gibt, im Anschluss an die Veranstaltung eine Einordnung des Gesehenen an“, ergänzt Pfarrer Dr. Ettemeyer. 

Beginn der Reihe am 16. September

Los geht es bereits am kommenden Montag, 16. September. Denn dann wird der japanische Spielfilm „Shoplifters – Familienbande“ von Hirokazu Kore-eda gezeigt. Der in Cannes 2018 mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film erzählt von einer am Rande Tokios lebenden Patchworkfamilie, die sich mit kleinen Diebstählen über Wasser hält. Trotz der räumlichen Enge nimmt sie auch noch ein vernachlässigtes Mädchen bei sich auf, das neben der warmherzigen Gemeinschaft allerdings bald auch die kleinkriminellen Handlungen ihrer neuen Familie kennenlernt. Das Drama zeichnet mit großer Einfühlsamkeit, aber ohne jeden Armutskitsch das Modell einer auf Zuneigung gründenden Familie, die gemeinsam den Härten des Daseins trotzt. 

Die weiteren Filme sind im Oktober „Gundermann“, im November „Die Frau des Nobelpreisträgers“, im Dezember „Gegen den Strom“, im Januar 2020 „Girl“, im Februar „Capernaum – Stadt der Hoffnung“, im März „Styx“ und zuletzt im April „Fridas Sommer“. Alle Termine und weiterführende Informationen zu den Filmen finden sich auf der Homepage der Filmreihe oder auf der Homepage des Kinos

Siegfried Nüsse und Pfarrer Dr. Jörg Ettemeyer sind dankbar, dass das Lichtspielhaus Lennestadt die Filmreihe unterstützt und der Kirche Zeit und Platz einräumt: „Wir haben von Anfang an eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Familie Hanses vom Lichtspielhaus in Altenhundem. Inzwischen leitet Tochter Christin Hanses das Kino. Die Reihe erfreut sich nach wie vor großer, ja in den letzten Jahren sogar steigender Beliebtheit. Es gibt eine Gruppe von regelmäßigen Besuchen, ansonsten aber variiert das Publikum je nach Thema des Films. Manche Filme sprechen eher jugendliche Besucher an. Bei Filmen über Frömmigkeit oder das Leben im Kloster kommen auch Patres aus der Region.“ 

Gruppen können Filme nachbuchen

Christin Hanses weist darauf hin, dass für Schulen, Gruppen oder Vereine die Möglichkeit besteht, die Filme in Absprache mit dem Lichtspielhaus auch an anderen Terminen vorzuführen.

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