Autoren stellen beim Literarischen Herbst ihre Werke vor

Lust auf mehr Lesen

Die beiden Schriftsteller (sitzend), umrahmt von (v.l.) Pastor Heinrich Schmidt, Heinz-Jörg Reichmann (Sparkasse), Aloys Vogt, Petra Crone (MdB), Gerd-Peter Zapp, Mario Heidschötter (Sparkasse), Stefan Hundt und Matthias Heider (MdB). Foto: Artur Seidenstücker

Die Organisatoren hatten mit der 22. Auflage des Literarischen Herbstes wieder voll ins Schwarze getroffen.

Kein freier Platz war im großen Saal des Edith-Stein-Pfarrheims zu bekommen – im Gegenteil: Die freiwilligen Helfer um Gerd-Peter Zapp mussten noch Stühle herbeischaffen, damit jeder Gast diese Veranstaltung erleben konnte.

Sechs kurzweilige Grußworte bildeten den Auftakt: Pastor Heinrich Schmidt zitierte den Schutzpatron der Schriftsteller und Journalisten, Franz von Sales, der einmal gesagt hat: „Wenn ich Ruhe suche, gehe ich in einen Winkel und nehme mir ein Buch zur Hand und schon kehrt Stille bei mir ein.“

Gerd-Peter Zapp als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen Büchereien in Lennestadt und die Bundestagsabgeordneten der Region, Matthias Heider und Petra Crone, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, Grußworte zu sprechen. Bürgermeister Hundt dankte auch noch einmal den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Sparkasse ALK, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Heinz-Jörg Reichmann, gab als Sponsor schon jetzt grünes Licht für den Literarischen Herbst im Jahr 2014.

Umrahmt wurden die Beiträge der beiden Autoren Annette Weber und Klaus Kordon vom Chor „Spontico“.

Einzelgänger und deutsche Geschichte

Annette Weber wurde 1956 in Lemgo geboren. Nach dem Lehramtsstudium arbeitete sie als Lehrerin an Grundschulen. Seit 2002 ist sie als freie Autorin tätig. 2008 promovierte sie in Kultur- und Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt „Männliche jugendliche Einzelgänger“.

Sie beschäftigt sich in ihren Büchern unter anderem mit jungen Leuten, die es im Leben nicht einfach haben. Sie trifft sich mit diesen Jugendlichen, besucht sie auch im Gefängnis und lässt sie aus ihrem Leben erzählen. Diese Texte verarbeitet sie in ihren Romanen und bindet die Tatsachenberichte mit ein. So unterstützt sie diese Menschen und hilft ihnen, ins „normale“ Leben zurückzufinden. „Abgestürzt“ und „Abgemixt“ waren die Werke, die Lust auf mehr Lesen machten.

Dann folgte Klaus Kordon, Verfasser von historischen Romanen, Geschichtsbüchern, aber auch von Erzählungen sowie von Kinder- und Jugendbüchern. Kordon wurde 1943 in Berlin geboren, verlor seinen Vater im Zweiten Weltkrieg. Seine Mutter starb, als er 13 Jahre alt war. Er kam ins Kinder- und Jugendheim. 1973 versuchte er, aus der DDR zu flüchten, wurde erwischt, verurteilt, jedoch nach einem Jahr entlassen und in den Westen abgeschoben. Seit 1980 arbeitet Kordon als freiberuflicher Schriftsteller. In seinem Buch „Das Karussell“ schreibt er die Geschichte von Bertie und Lisa auf und erzählt so nebenbei ein halbes Jahrhundert aus Deutschland – zusammen mit autobiographischen Einflüssen.

In den nächsten Tagen folgen Lesungen in verschiedenen Einrichtungen. Unter anderem lesen die beiden Autoren am heutigen Mittwoch, 6. November, ab 17 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Grevenbrück. (Von Artur Seidenstücker)

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