Bunte Bretter gegen den Corona-Blues

„KreaKtiV-Weg“ und Waldkrippe sorgen für Abwechslung in Kirchveischede

Marlies Heer (l.) und Heike Kaps zeigen den neugestalteten „KreaKtiV-Weg“ am Fahrradweg in Kirchveischede.
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Marlies Heer (l.) und Heike Kaps zeigen den neugestalteten „KreaKtiV-Weg“ am Fahrradweg in Kirchveischede.

„Die besten Ideen hat man im Wald“, davon ist Marlies Heer überzeugt. Eine dieser Ideen ist der „KreaKtiV-Weg“. Die Kirchveischederin hat schon vieles bewirkt im Ort, viele Ideen angestoßen. Gemeinsam mit Heike Kaps kümmert sie sich nun um die farbenfrohe Gestaltung des Fahrradweges. Der „KreaKtiV-Weg“ ist ein Mitmachprojekt, jeder ist eingeladen ein oder mehrere Bretter entlang des Weges zu gestalten. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, alles ist möglich. Dabei beinhaltet „KreaKtiV“ die Worte „kreativ“, „aktiv“ und das große „V“ steht für Kirchveischede.

Kirchveischede - Nachdem die Idee geboren war, hat Marlies Heer sie prompt umgesetzt. Auf der Kirchveischeder Homepage veröffentlichte sie einen Aufruf zum Mitmachen. „Kirchveischede – bunt und kreativ – Wir wollen dem Coronablues entgegentreten und unser Dorf etwas bunter gestalten“.

Von einer anderen Aktion gab es noch eine Kiste mit Farben, dazu kamen 90 Bretter. Die Erstausstattung wurde gespendet, die weiteren Kosten übernimmt der Dorf- und Heimatverein. Jeder, der möchte, kann Bretter, Farben, Terpentin und Pinsel bekommen und loslegen. Die Bretter grundiert Marlies Heer vorher, die Farben sind wetterfest, damit der Weg auch möglichst lange in buntem Glanz erstrahlt.

In Heike Kaps hat Marlies Heer schnell eine Mitstreiterin gefunden. Den Anfang haben die beiden im Familienkreis gemacht. Das war vor etwa fünf Wochen. Mittlerweile ist die Idee zum Selbstläufer geworden und der Zaun vom Fahrradweg ist bunt gestaltet. „Wir sind ja keine Künstler, wir haben Spaß am kreativen Gestalten und wollen die Leute motivieren mitzumachen“, so Marlies Heer. Auch wenn die Kirchveischederinnen sich nicht als Künstlerinnen sehen, so kann man doch einige Kunstwerke, auch nach Vorbildern großer Künstler, am Zaun finden. So gibt es Bretter im Stile von Miró oder Friedensreich Hundertwasser. Auch „Nanas“ im Stil von Niki de Saint Phalle zieren den Weg. „Moderne Kunst fehlt noch“, so Marlies Heer. Vielleicht fühlen sich ja einige Kirchveischeder Jugendliche angesprochen, etwas beizusteuern. „Schön wären auch noch Bretter mit Fachwerk, vielleicht stilisierte Fachwerkhäuser“, so Marlies Heer. Am Zaun findet man Vögel, Leuchttürme, einen tropfenden Wasserhahn, ein voll beladenes Auto, einen Nussknacker, Luftballons, Häuser, Werke von Kindergartenkindern, weihnachtliche Bretter mit Weihnachtsbäumen, Geschenken und vieles mehr.

Der „KreaKtiV-Weg“ lädt die Spaziergänger zum Entdecken ein.

„Viele Bretter sind zur Zeit noch unterwegs“, so Marlies Heer, das heißt der Weg wird immer bunter und vielfältiger. „Gerade für Familien ist es eine tolle Möglichkeit die Kinder zum Spazierengehen an der frischen Luft zu motivieren“, so Heike Kaps. Und alle die mitmachen, können sich mit dem Weg und damit auch mit dem Ort identifizieren.

Auf einem Rundweg entlang des Kirchveischeder Kreuzwegs kann man den „KreaKtiV-Weg“ gut mit einer weiteren Attraktion verbinden, der Waldkrippe, sie besteht seit 2008. In einem alten Steinbruch am Rande von Kirchveischede ist der ideale Ort für die Krippe. Normalerweise startet die Waldkrippe am ersten Advent, die Kinder versammeln sich mit Laternen vor der Kirche und gehen gemeinsam den Weg zur beleuchteten Waldkrippe. Auf dem Rückweg wird auf einem Hof Halt gemacht. Hier kommt der Nikolaus zu Besuch und bringt jedem Kind eine Tüte mit Süßigkeiten. Für die Erwachsenen gibt es Glühwein, alles ist weihnachtlich geschmückt und beleuchtet.

Noch ohne Christkind warten Maria und Josef auf Besucher in der Waldkrippe.

In diesem Jahr war dies nicht möglich, aber die Krippe lädt trotzdem zum Besuch ein – seit dem ersten Advent und noch bis zum Dreikönigstag. „Eine schöne Möglichkeit die Kinder auf Weihnachten einzustimmen“, so Heike Kaps. Abends ist die Krippe beleuchtet, die Figuren sind beweglich, noch steht Maria im Stall, wenn Marlies Heer an Heiligabend das Christuskind in die Krippe gelegt hat, kniet Maria vor der Krippe.

Viele Kirchveischeder tun ihren Teil dazu und helfen mit, dass die Krippe immer wieder ein Erlebnis wird. Mittlerweile muss sich Marlies Heer um fast nichts mehr kümmern, die Waldkrippe ist ein Selbstläufer. Den Strom stellt beispielsweise ein Nachbar zur Verfügung, die Krippe mit ihren Figuren wird aufgebaut, die Beleuchtung installiert und normalerweise der Krippengang organisiert. „Davon lebt ein Dorf, dass sich viele einbringen“, sind sich Marlies Heer und Heike Kaps einig.

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