Minister informierte sich über Oedingen aus der Luft

Eckhard Uhlenberg (v.l.) links) ließ sich gestern von Kreisdirektor Theo Melcher, Ministerialrat Dr. Franz-Lambert Eisele, Forstdirektor Joachim Zacharias und Bürgermeister Alfons Heimes über das Ausmaß der Schäden in Oedingen und dem Kreis Olpe informieren. Fotos: Marita Sapp

Waldbauern fordern Förster — Langholz-Lkw dringend gesucht

Oedingen/Kreisgebiet.

(masa) Besuch aus Düsseldorf hatten gestern die Oedinger Waldbauern. Umweltminister Eckhard Uhlenberg verschaffte sich ein Bild über die Schäden im Kreis Olpe und sprach mit den Mitgliedern der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG).Der Hubschrauber, aus dessen Perspektive sich der Minister über das Ausmaß des Schadens informieren konnte, landete gegen Mittag auf einer Wiese neben dem Hof Stratmann auf dem Oedingerberg.

Die Oedinger Waldbesitzer sind stark betroffen von den Schäden, Orkan "Kyrill" hat allein im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft Oedingen 70.000 Festmeter Holz "gefällt". Die Waldbesitzer hoffen auf Unterstützung durch die Politik. Bei einigen Betroffenen liegen bis zu 80 Prozent des Waldes am Boden. "Das ist die Arbeit von mehreren Generationen, die in einer Nacht vernichtet wurde", sagt Susanne Kesting, deren Familie ebenfalls große Verluste erlitt. "Besonders schwer ist es für die älteren Leute. Wald ist für viele Bauern eine Art Altersversicherung und Rücklage für schwierige Zeiten, und die ist jetzt nicht mehr da. Und bis der Wald wieder nachgewachsen ist, vergeht viel Zeit. Ich habe meiner 15-jährigen Tochter gesagt, wenn deine Kinder einmal groß sind, die haben dann wieder etwas davon."

Unter dem Falldach des Hofes Stratmann richtete Minister Uhlenberg einige Worte an die Waldbesitzer, nachdem Kreisdirektor Theo Melcher in seiner Begrüßung die Dringlichkeit der Lage noch einmal in Worte gefasste hatte: "Wir brauchen jetzt echte Hilfe."

Uhlenberg wies auf die angekündigten Landeshilfen hin, die unter anderem beinhalten, dass die Hausbanken der Region Sonderkredite zur Verfügung stellen. Zudem gäbe es erfolgversprechende Gespräche mit der NRW.Bank über zinsverbilligte Aufarbeitungskredite, die vor dem Abschluss stünden. Das Sonderprogramm werde voraussichtlich bis Ende nächster Woche fertig. Der Minister machte den Betroffenen Mut. Die Nachfrage nach Holz sei nicht schlecht und man müsse versuchen, den Rohstoff so schnell wie möglich aus dem Wald zu holen und zu verarbeiten, so lange er noch hochwertig ist. Er appellierte an die Betroffenen, einen kühlen Kopf zu bewahren , Solidarität zu zeigen und das Holz nicht unter Preis zu verkaufen. Am Personal werde es nicht fehlen, damit das Holz aus dem Wald geschafft werden könne, aber Probleme bereite der Abtransport.

Minister Uhlenberg forderte alle Speditionen auf, die Lkw haben, die sie für Holztransporte zur Verfügung stellen können, sich beim Koordinationszentrum in Arnsberg zu melden. Das Call-Center der Logistikzentrale ist seit gestern in Betrieb und unter Tel. 02931/96340 zu ereichen.

Im Gespräch sei es, so der Olper Forstdirektor Joachim Zacharias, das Vorstaubecken der Bigge zu nutzen, um große Holzmengen frisch zu halten.

Ein Problem lag den Oedingern gestern besonders am Herzen. Seit einem Jahr hat der Ort keinen eigenen Förster mehr: Der Vorsitzende der FBG, Burkhard Kesting, überreichte Uhlenberg einen Brief, in dem darum gebeten wird, Oedingen wieder zu besetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare