„Dackl“ trifft Grundschüler

Mitglieder des WDR-Sinfonieorchesters musizieren in Elspe

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Michael Faust, Mathis Kaspar Stier und Maarten Dekkers (v.l.) präsentierten die Musik von Mendelssohn.

Elspe. Wenn 243 Kinder aus voller Brust ein Weihnachtslied schmettern, obwohl die Temperaturen derzeit allmählich steigen – das mag zunächst befremdlich klingen. Wenn man aber weiß, dass diese Melodie ursprünglich gar kein Weihnachtslied war, sieht das Ganze aber schon anders aus. Worum es geht? Um das Programm „Dackl trifft Mendelssohn Bartholdy“ des WDR-Sinfonieorchesters. Dabei machten die Musiker jetzt Halt in Elspe.

„Hark! The Herald Angel Sing“, schallte es am Dienstagmittag durch die Elsper Schützenhalle. Was heute als englisches Weihnachtslied bekannt ist, war aber zuallererst eine Melodie aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Festgesang zum Gutenbergfest“. Und das ist nur eine der vielen netten Randnotizen von „Dackl trifft Mendelssohn Bartholdy“ in Elspe. 

„Dackl“ – der virtuelle Hund, der durchs Programm führte – erklärte den Grundschülern beider Standorte der Oene-Elspe-Tal-Schule aus Elspe und Oedingen allerlei Wissenswertes über den Komponisten, Dirigenten und Pianisten Mendelssohn Bartholdy. So zum Beispiel, dass ohne dessen berühmten Hochzeitsmarsch heute womöglich „gar nicht oder zu anderer Musik“ geheiratet würde. Dabei kamen auch illustre Gäste zu Wort – wie die Lieblings-Kissen von Felix und seiner Schwester Fanny (die laut Kissen die bessere Musikerin war). Auch, dass die „Lieder ohne Worte“ auf Briefwechseln von Felix und Fanny beruhten, erfuhr das junge Publikum: Die Geschwister hatten sich Noten statt Worte hin- und hergeschickt. 

Dass Mendelssohn auch als Schwimmer Talent hatte, erklärte Badekappe „Haubi“ dem „Dackl“, der dann auch gleich versuchte, mit Wasser im Mund zu singen. Und schließlich erläuterten die „Pastaband“ und „Dudi Dudelsack“, woher der Komponist die Ideen zur Sinfonie Nr. 4 „Italienische“, zur Ouvertüre „Die Hebriden“ oder zur Sinfonie Nr. 3 „Schottische“ hatte. 

Die Frage, wie Mendelssohns ältere Schwester hieß, konnten alle Schüler beantworten.

Schulleiterin Rebekka Friesenkothen erklärte, dass die Bewerbung für das Programm des WDR-Sinfonieorchesters in den Händen des Fördervereins lag: „Und wir haben direkt den Zuschlag bekommen.“ Doch bis das Projekt realisiert werden konnte, bedurfte es einiger Organisation: „Der Schützenverein hat die Schützenhalle zur Verfügung gestellt, sonst hätte das nicht funktioniert. Wir haben keinen Raum an der Schule, der geeignet wäre. Zudem hat die Stadt uns Beamer und Leinwand zur Verfügung gestellt.“ Die Kinder erfuhren am Dienstag nicht nur etwas über den Komponisten, sondern auch über Musikinstrumente. Denn Michael Faust (Querflöte), Mathis Kaspar Stier (Fagott) und Maarten Dekkers (Oboe) vom WDR-Sinfonieorchester erklärten ihre jeweiligen Instrumente und spielten selbst auch ein paar Arrangements von Mendelssohns Werken, wie den Hochzeitsmarsch, das Scherzo und das Finale aus dem „Sommernachtstraum“. 

Doch natürlich durften die Schüler den Profimusikern auch Fragen stellen. Und die reichten von „Wie lange spielt ihr schon“ bis hin zu „Wie schwer ist ein Fagott“ und „Ist das echtes Gold an der Querflöte“? Wobei die Antworten die Kinder hörbar in Staunen versetzten – so wie das von 243 Kindern geschmetterte Weihnachtslied bei strahlendem Sonnenschein vermutlich so machen Spaziergänger entlang der Elsper Schützenhalle.

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