Exponat des Monats ist ein gusseiserner Leuchtofen „Krakatao“ 

Museum der Stadt Lennestadt öffnet am Sonntag

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Exponat des Monats Janaur ist ein gusseiserner Leuchtofen „Krakatao“ 

Grevenbrück. Das Museum der Stadt Lennestadt öffnet am Sonntag, 13. Januar, zwischen 14 und 17 Uhr seine Türen für Besucher. Auf dem Exponat des Monats Januar, einem gusseisernen Leuchtofen nach amerikanischem Vorbild, liegt ein besonderer Fokus. In der Webstube des Museums werden außerdem historische Handarbeiten wie Weben und Spinnen vorgeführt. Ab 15 Uhr findet außerdem eine offene Führung durch die Dauerausstellung statt. Um eine Spende von drei Euro pro Person wird gebeten.

Exponat des Monats Januar ist ein aufwendig verzierter, gusseiserner Leuchtofen nach amerikanischem Vorbild. Seinem prächtigen Aussehen nach zu schließen, wird dieses Modell wahrscheinlich einmal einen repräsentativen Platz in einer guten Stube gehabt haben. Der Name „Leuchtofen“ rührt daher, dass man erstmals das transparente Mineral Glimmer als Einsatz für die Fensteröffnungen des Gerätes verwendete. Mittels dieser neuartigen Technologie gewann man bei Dunkelheit deutlich mehr Licht und Wärme, die man durch Ventile regulieren konnte. Durch die größeren Sichtfenster war außerdem die Kontrolle des Brennmaterials von außen möglich. Die Erfindung des Leuchtofens geht auf den Amerikaner Eliphalet Nott zurück, der zwischen 1819 und 1833 mehrere Patente auf effektive Heizkörper anmeldete.

In deutschen Gießereien wurden Leuchtöfen nach amerikanischem Vorbild ab ca. 1875 gefertigt. Hersteller waren zum Beispiel Riessner (Nürnberg), Gienanth (Eisenberg), die Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia (Lünen), Gebr. Buderus (Lollar) sowie Junker und Ruh (Karlsruhe). Aus den Beständen des Museums der Stadt Lennestadt stammt das Modell „Krakatao“, vermutlich hergestellt zwischen 1883 und 1910. Über Privatverkäufe gelangte der Ofen zunächst von Littfeld nach Altenkleusheim und von dort in die Sammlung des Museums der Stadt Lennestadt. 

Der Ofen ist rundum mit aufwendiger Zierornamentik versehen. Besonders auffällig ist die im oberen Bereich vorn angebrachte Tierdarstellung, die mit Taube und Schlange auf christliche Symbolik verweist, und die metallene, ebenfalls vorn befindliche Namensplakette „Krakatao“. Diese verweist höchstwahrscheinlich auf die Naturkatastrophe um die indonesische Insel Krakatau, die 1883 durch einen spektakulären Ausbruch dreier Vulkane fast vollständig zerstört wurde und durch die weitreichenden Folgen der Eruption weltweit Aufmerksamkeit erregte. Mit der namentlichen Orientierung am Element Feuer steht „Krakatao“ nicht allein: die ersten deutschen Leuchtöfen trugen Namen wie „Vulkan“, „Phönix“ oder „Zenith“.

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