Stadtoberhaupt im KURIER-Interview

Nach den Highlights im Lennestädter Jubiläumsjahr: Bürgermeister Hundt zieht eine erste Bilanz

+
Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt.

Lennestadt – Bürgermeister Stefan Hundt zieht nach den Highlights – Festakt, Stadtfest, Musical – im 50. Jubiläumsjahr der Stadt Lennestadt eine erste Bilanz. Der Rückblick auf die zusammenwachsende Stadt sowie eine Vorschau auf die kommenden Jahre sind ebenfalls Thema im Interview mit SauerlandKurier-Redakteur Christian Weber.

50 Jahre Lennestadt: Welche Ereignisse und Entwicklungen haben die Stadt seit ihrer Gründung zu einem l(i)ebenswerten Ort gemacht? 

Stefan Hundt: Die Stadt Lennestadt hat schon – historisch gesehen – einen eigenen positiven Grundcharakter. Den konnten wir mit alle Bürgerinnen und Bürgern, mit den Dörfern, dem enormen Ehrenamt und mit den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung ständig – insbesondere - städtebaulich verbessern. Dorferneuerungsprozesse wie aktuell IKEK oder die Regionale 2013 sind da nur als Leuchttürme zu nennen. 

Sie bestimmen seit Jahren die Geschicke der Kommune maßgeblich mit. Was waren in dieser Zeit Ihre persönlichen Highlights, gab es auch Tiefpunkte? 

Hundt: Natürlich bringt die Ausübung dieses Amtes auch Tiefpunkte mit sich. Einzelne menschliche Enttäuschungen bleiben nicht aus. Aber die gemachten Erfahrungen sind unterm Strich positiv. Die Gesellschaft, in der wir hier in Lennestadt leben, ist gut. Die Menschen, mit denen ich, mit denen wir arbeiten: es war und ist immer ein produktives, konstruktives Miteinander. 

An Highlights fallen natürlich gerade die ein, die in der jüngeren Vergangenheit liegen. Nennen möchte ich die Regionale 2013, die sehr gelungene Umgestaltung des Kurparks TalVital in Saalhausen oder auch des Bahnhofsgebäudes in Grevenbrück – und natürlich das gerade laufende Jubiläumsjahr. Über den Besuch des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und die damit verbundene Wertschätzung durch Armin Laschet habe ich mich, haben wir uns alle gefreut. 

Nicht vorhersehbar war der Umgang mit der Flüchtlingskrise. Wie würden die Menschen hier reagieren? Jetzt, mit dem Abstand von ein paar Jahren, stelle ich ein „bewunderndes Gefühl“ fest, wenn ich an die mannigfache Hilfe aus allen Bereichen unserer Bevölkerung zurückdenke. 

Das soziale Verhalten unserer Bürgerinnen und Bürger hängt unweigerlich auch mit unserer familiären, mittelständischen Industrie zusammen. Man kann sagen: die Unternehmer hier stehen hinter Lennestadt! Und das ist ein Pfund! 

"Lennestadt ist zusammengewachsen"

Im Jubiläumsjahr wurde immer wieder verdeutlicht, dass die Stadt erst zusammenwachsen musste. Ist sie es denn tatsächlich, wo hakt es noch? 

Hundt: Ja, die Stadt Lennestadt ist tatsächlich zusammengewachsen. In meiner Ansprache zum Festakt am 2. Juli habe ich es so gesagt, dass es uns gelungen ist zusammen zu kommen – ohne die Eigenarten, die Besonderheiten jedes einzelnen Dorfes aufzugeben. Darauf können wir stolz sein. 

Die Highlights im Jubiläumsjahr wie Festakt, Stadtfest oder Musical liegen jetzt hinter uns. Wie fällt die vorzeitige Bilanz aus? 

Hundt: Die Bilanz ist wirklich phantastisch. Bei den Planungen waren wir zunächst nicht ganz sicher: Ziehen die Dörfer, ziehen die Vereine bei unserem Konzept mit – oder gibt es nur „Feste der Verwaltung“. Nach den vielen Veranstaltungstagen steht schon jetzt fest, dass es ein Jubiläumsjahr der gesamten Stadt ist und war – ein Jubiläum, dass auf allen Ebenen, egal ob Sport, Musik, Kunst, Literatur mit einem enormen Beitrag des Ehrenamtes begangen wurde. Schon jetzt sage ich ein herzliches Dankeschön an die Mitwirkenden in den Dörfern, den Vereinen und natürlich meinen Mitarbeitern hier im Hause.

Was macht in Ihren Augen die Stadt heute aus? Was sind die Besonderheiten? 

Hundt: Wir schaffen eine Balance durch starkes Gewerbe, starken Tourismus, hohe ökologische Werte in Flora und Fauna – eingebettet in eine besondere Topographie, die die einzelnen Täler und Ortschaften in einem fast geheimnisvollem Raum darstellen. 

"Junge Leute merken, dass sich hier was bewegt"

Großes Thema: „Lennstadt2030“ – als großes Zukunftsprojekt angekündigt, ist es im Jubiläumsjahr – gefühlt – etwas eingeschlummert – was ist der Stand der Dinge? 

Hundt: Ich kann Ihnen sagen: Der Prozess – er läuft schon. Auch wenn der Name mit 2030 es nicht vermuten lässt: die Realisierungsphase hat quasi mit der Auftaktveranstaltung im vergangenen Sommer begonnen. Wenn Sie das Projekt von Alexander Kremer betrachten: Alexander Kremer hat erklärt: „Das neue Naturgarten-Center soll mehr bieten als modernere Verkaufsflächen. Wir wollen uns auch als Ausflugsziel positionieren. Das ist die moderne Interpretation des Einzelhandels im 21. Jahrhundert! Der Einkauf soll zum Ausflug ins Grüne, zum Erlebnis für die gesamte Familie werden. Dafür wird ein 500 qm großes Café mit Lenneblick und Museum gebaut.“ Unser Initiative die Kampagne „Lennestadt2030“ ins Leben zu rufen, war quasi der letzte Baustein, der letzte Anstoß für Familie Kremer das Bauvorhaben tatsächlich anzugehen und umzusetzen.

Gerne können Sie auch das Startup-Unternehmen Medienwerk Lennestadt oder die Firma Localino in Lennestadt befragen. Junge Leute merken, dass sich hier was bewegt, sprechen uns an, setzen ihre Idee, auch mit Hilfe der Stadt, in die Tat um. 

Von jungen Leuten wurde seinerzeit angeregt, dass sich die Stadt mit ihren vielfältigen Informationen mehr in den sozialen Medien tummeln soll.  Mittlerweile haben wir über 1000 Follower bei Instagram. Und die Endpräsentation der Befragung „Lennestadt2030“ steht ja erst noch aus. 

Welche Prioritäten sollte die Stadt Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren verfolgen, um sie fit für die Zukunft zu machen? 

Hundt: Das Thema „Lennestadt2030“ wird uns immer wieder begegnen. Prioritäten legen wir in ein innovatives Städtebaukonzept. Dieses Konzept muss verknüpft sein mit den Zwängen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben. Die altmethodische Entwicklung von Wohnbau- und Gewerbebauflächen ist überholt. Altbestände, egal ob Wohn- oder Geschäftsflächen müssen wir innovativ und komprimiert nutzen. Als Beispiel nenne ich die Nutzung der Gewerbeflächen in Maumke und Germaniahütte. Was wünschen Sie den Bürgern und der Stadt für die Zukunft? Ich wünsche mir, dass die, die hier in Lennestadt wohnen, sich weiterhin so produktiv einbringen und mitmachen. Der enorme Aufwand im ehrenamtlichen Bereich und der Erfolg unserer Gewerbebetriebe sind der Schlüssel für die Zukunft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare