Haushaltswaren Cordes schließt im Sommer

Aus nach 109 Jahren

Ralf Cordes gibt das Traditionsgeschäft Haushaltswaren Cordes in Altenhundem auf. Damit endet eine Lennestädter Familientradition. Foto: Inge Schleining

Der Wandel der Kaufgewohnheiten fordert die ersten Opfer: Nach 109 Jahren wird „Norbert Cordes – das Fachgeschäft am Mark“ im Mai/Juni dieses Jahres für immer seine Türen schließen.

Damit ziehen die Inhaber Ralf und Bettina Cordes, die das Unternehmen bereits in der vierten Generation führen, die Reißleine – und begründen diesen Entschluss mit dem aktuellen Zeitgeist: „Der Postbote wird zum liebsten Lieferanten.“

Ralf Cordes: „Die Verlagerung der Kaufgewohnheiten hat dramatische Ausmaße angenommen.“ Der Schritt sei ihnen, so die beiden Geschäftsinhaber, beileibe nicht leicht gefallen – auch aufgrund der 17 Mitarbeiter, von denen viele dem Unternehmen langjährig verbunden seien.

Mit einer Verkaufsfläche von 1250 Quadratmetern über drei Etagen gehört das Familienunternehmen zu den profilierten Geschäften der Branche. Ralf Cordes hat sich ebenso wie seine Eltern Uschi und Hans-Jürgen, von denen er im Jahr 2006 die Geschäftsführung übernahm, mit der Altenhundemer Händlerschaft um einen attraktiven Mix an Fachgeschäften sowie ein gemeinsames Marketing bemüht.

Rentable Führung kaum noch möglich

Doch letztlich, so Cordes, der seit vielen Jahren im Aktionsring engagiert ist, hätten sich immer mehr Kunden entschieden, in den Oberzentren oder im Internet einzukaufen, was für den örtlichen Einzelhandel mit einem schmerzhaften Umsatzrückgang verbunden sei.

Letztlich seien Sortimente für Tisch- und Küchenausstattung sowie Spielwaren in Mittelzentren wie Lennestadt nicht mehr rentabel zu führen. Zumal die Hersteller immer stärker auf Shopping-Clubs, Treuepunkt-Aktionen des Lebensmittel- und SB-Handels, den branchenfremden Einzelhandel oder das Internet setzten.

Die dortigen Preise bewegten sich häufig unterhalb des Einkaufspreises von Fachgeschäften, die laut Cordes eine exzellente Beratung, einen ebensolchen Service sowie bis zu 60 Stunden wöchentliche Öffnungszeit böten. Ohne eine ausreichende Handelsspanne sei dieser Aufwand allerdings nicht mehr finanzierbar.

Die Verkaufsflächen sollen nach Aufgabe des Traditionsgeschäftes vermietet werden. Erste Gespräche mit Interessenten, so Cordes, würden bereits geführt. Bei der Auswahl des künftigen Pächters will er nach Möglichkeit darauf achten, „dass sich eine attraktive Ergänzung der bereits in der Stadt vorhandenen Sortimente ergibt“. (Von Torsten-Eric Sendler)

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