Straßen.NRW stellt Neubaupläne für geschätzte 15 Millionen Euro vor

Neue Johannesbrücke und drei Kreisverkehre in Grevenbrück geplant

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Die rot umrandeten Flächen zeigen ungefähr die Standorte der geplanten Kreisverkehre.

Grevenbrück - Gleich drei neue Kreisverkehre sollen eine vielseitige Lösung bringen: Im Rat wurden am Montagabend Pläne für die Entschärfung des Verkehrsknotens B55/B236 in Grevenbrück vorgestellt. Gleichzeitig sollen die Johannesbrücke neu gebaut und Lücken auf Radwegen geschlossen werden. Angelegt ist das Projekt auf eine mehrjährige Bauzeit, eine erste Kostenschätzung liegt bei 15 Millionen Euro.

Winfried Behle und Matthias Stuff vom Landesbetrieb Straßenbau stellten den Ratsvertretern die Pläne vor und standen im Anschluss Rede und Antwort. Hintergrund der umfangreichen Planungen sei massive Kritik am Verkehrsfluss und an der Ampelschaltung am Verkehrsknoten B55/B236. Rund 18.000 Fahrzeuge täglich passieren diesen Punkt, der dies- und jenseits der Lenne durch zwei Ampeln geregelt wird.

"Die Planungen haben eine zeitlang gedauert. Jetzt haben wir Lösungen gefunden, die allen Belangen gerecht werden", begann Winfried Behle seine Ausführungen. Naturschutz, Wassertechnik, Architektonik - viele Bereiche würden mit dieser Lösungsvariante Berücksichtigung finden.  

Sein Kollege Matthias Stuff wurde dann konkret: Schon 2013 hatte der Landesbetrieb festgestellt, der Neubau der Johannesbrücke ist "alternativlos". Drei Gutachter hätten die Einschätzung bestätigt - die Bausubstanz ist schadhaft, die Mörtelfestigkeit lässt nach.

Mit diesem Wissen wurden die Pläne für den Neubau von drei Kreisverkehren immer konkreter. Der erste soll an der Kreuzung Kölner Straße/Siegener Straße entstehen (Durchmesser: 38 Meter, 5 Zufahrten). Der Hauptverkehr soll dann in das Industriegebiet gelenkt werden, wo der zweite Kreisel (30 Meter Durchmesser) diesseits der Lenne gebaut werden soll. Der dritte Kreisverkehr (35 Meter Durchmesser) ist entsprechend auf der B236 jenseits der Lenne geplant. Die letzten beiden würden durch eine vierspurige Brücke mit 70 Metern Länge über die Lenne miteinander verbunden. Diese - die aufwändigste Maßnahme im Gesamtpaket - würde allein rund zwei Jahre benötigen. 

Geplant sind mehrere Bauabschnitte - alle mit dem Ziel, den Verkehrsfluss möglichst reibungslos aufrecht zu erhalten. "Wir wollen Ihnen nichts vormachen. Es wird Beeinträchtigungen geben und es wird auch mal eine Vollsperrung notwendig sein", machte Behle deutlich. Rund 3,5 Jahre nannte er als möglichen Zeitraum für alle Baumaßnahmen. Die Abschnitte in Kürze: Neubau der Lennebrücke, Baumaßnahmen im Industriegebiet, Neubau Kreisel Kölner Straße/Siegener Straße, Neubau Kreisel B236, Abriss Johannesbrücke. Über den (kleineren) Neubau der aktuellen Johannesbrücke soll dann der Rad- und Fußgängerverkehr geregelt werden, außerdem würden so Lücken im Radwegenetz (Lenneroute) geschlossen.

SPD-Vorsitzender Heinz Vollmer sprach von einer "beeindruckenden Präsentation", welche von der Politik positiv begleitet werden müsse und fragte nach dem Baubeginn. Wenn alle rechtlichen Dinge (Naturschutz, Wasser, Eigentumsfragen, etc) geklärt seien, könne es losgehen, antwortete Behle. Falls ein Planaufstellungsverfahren bemüht werden müsse, könne das Ganze natürlich einige Jahre länger dauern.

Kritischere Fragen kamen aus CDU-Reihen: Muss die Brücke wirklich abgerissen werden? Gibt es nicht erhebliche Einschränkungen für Betriebe und Anwohner? Wie wirkt sich das optisch auf den Ort aus? Ist der Landschaftsschutz gewährleistet? Behle beantwortete die Fragen und machte nochmals deutlich, dass man sich in der Planungsphase befinde und Anregungen und Kritik noch berücksichtigt werden könnten. Gelegenheit dazu besteht unter anderem am Dienstag, 12. November, ab 18 Uhr bei der Bürgerversammlung in der Schützenhalle Grevenbrück.

Übrigens: Für die unter Denkmalschutz stehende Johannes-Statue werde natürlich ein neuer Platz gefunden - möglicherweise auf der neuen Johannesbrücke.

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