Für Sommer geplante Bauarbeiten im Bereich Johannesbrücke verschoben

Neue Lösungen gesucht

Der Zustand der Johannesbrücke in Grevenbrück lässt keine Erweiterung zu.

Die zur Verbesserung der Verkehrssituation in Grevenbrück für dieses und nächstes Jahr geplanten Bauarbeiten von Straßen.NRW im Bereich der Johannesbrücke (Bundesstraßen 55 und 236) müssen verschoben werden.

Nach umfangreichen Planungsarbeiten unter Beteiligung der Stadt Lennestadt und Information der Öffentlichkeit sollten im Sommer dieses Jahres mit den Arbeiten begonnen werden.

Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten sollte die Querschnittsaufteilung auf der Johannesbrücke optimiert, das heißt von drei auf vier Fahrspuren erweitert werden und durch eine zusätzliche Brückenkonstruktion die Rad-/Gehwegverbindung zwischen Grevenbrück und Trockenbrück hergestellt werden. Durch diese Änderungen sollte unter Einhaltung der vorhandenen Restriktion (Topografie, Umwelt, Verkehrssicherheit) die Verkehrssituation in Grevenbrück wesentlich optimiert werden.

Bis dato ging man davon aus, dass die Johannesbrücke durch umfangreiche Verstärkungen nachhaltig instand gesetzt werden könnte, um die zukünftigen Verkehrsbelastungen aufzunehmen. Dieser Ansatz wurde durch Sichtprüfungsergebnisse der regelmäßigen Brückenprüfungen gestützt.

Basierend hierauf führte der Landesbetrieb im Vorfeld zur Vorbereitung Bohrungen am Brückenbauwerk aus, um weitergehende Aussagen zur Tragfähigkeit und den Maßnahmen machen zu können.

Für Schwerlastverkehr gesperrt

Zeitnah hierzu haben aktuelle Untersuchungen des Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) zu den Auswirkungen des überdurchschnittlich angestiegenen Schwerverkehrs gezeigt, dass insbesondere bei älteren Brücken die Tragfähigkeitsreserven allmählich erschöpft sind.

Diese Brücken müssen verstärkt oder sogar neu gebaut werden. So wird diese Thematik insbesondere im Zuge von Autobahnen diskutiert. Aktuelles Beispiel hierfür sind die Brücken im Bereich der A 45. Betroffen hiervon sind aber auch Brücken im Bundesstraßennetz. So wird derzeit nach und nach die Statik der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen mit Hilfe von zeitgemäßen Rechenmodellen und Regelwerken überprüft. Im Hinblick auf dieses neue Lastbild ist eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung durchzuführen. Hierbei ist wesentliches Kriterium des Bundes für die Entscheidung, ob eine Brücke instand gesetzt oder neu gebaut werden soll, der Ansatz der Nachhaltigkeit, um die zukünftig überproportional steigenden Belastungen durch den Güterverkehr aufnehmen zu können.

Diese aktuelle Entwicklung führte dazu, dass auch die bestehende Substanz der Johannesbrücke in Grevenbrück anhand dieser Vorgaben statisch überprüft werden musste.

Eingehende Untersuchungen

Die eingehenden Untersuchungen am Brückenbauwerk, insbesondere im Hinblick auf die Baustoffeigenschaften, sind nun abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass der bauliche Zustand der Johannesbrücke die Änderungen, das heißt die Erweiterung auf vier Fahrspuren sowie eine Verbreiterung für die Radwegeverbindung, nicht zulässt. Die gewonnenen Erkenntnisse zwingen die Straßenbauverwaltung des Weiteren auch aus Gründen der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit dazu, Alternativbetrachtungen anzustellen. Somit ist eine Umsetzung der geplanten Arbeiten nicht möglich.

Mittelfristig wird die Erneuerung der Johannesbrücke erforderlich. Im Rahmen der hierfür notwendigen Planungen werden verschiedene Lösungsansätze, insbesondere auch unter Berücksichtigung der besonderen verkehrlichen Situation in Grevenbrück, untersucht und einem Abwägungsprozess unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Stadt Lennestadt unterworfen. Im Hinblick auf die vorhandene Situation sind für die Verkehrsteilnehmer derzeit keine Restriktionen zu erwarten. Es erfolgt eine Sperrung für den Schwerlastverkehr (Gewichtsbeschränkung größer 44 t) sowie eine Intensivierung der Brückenkontrollen durch den Landesbetrieb Straßenbau.NRW.

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