Neue Pächter stellen sich vor - SB-Konzept für den Außenbereich geplant

Hohe Bracht macht wieder auf: An diesem Tag geht es weiter

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Harald Barocke, Melanie Schreiner, Theo Melcher, Rüdiger Göke und Manfred Nieder bei der Vorstellung auf der Hohen Bracht.

Lennestadt/Kreis Olpe - "Das machen wir!" Melanie Schreiner und Rüdiger Göke, die neuen Pächter der Hohen Bracht, haben den Moment noch gut in Erinnerung, als sie nach der ersten Besichtigung der Hohen Bracht zur Rückfahrt ins Auto einstiegen. Am Mittwoch stellten sich die beiden geschäftsführenden Gesellschafter und ihre Ideen für das Wahrzeichen des Kreises Olpe der Presse vor.

"Wir haben einiges vor", begann Rüdiger Göke das Pressegespräch, bei dem auch Kreisdirektor Theo Melcher (als Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft des Kreises Olpe) sowie Manfred Nieder (Verkaufsleiter Gastro bei der Brauerei Veltins) und Harald Barocke (Gebietsverkaufsleiter der Brauerei Veltins) anwesend waren. Das Grundkonzept der Hohen Bracht sei ja vorgegeben, die logistischen und systemischen Voraussetzungen im Objekt seien gut. "Davon werden wir vieles adaptieren", so Göke. So werde das "Westfalenzimmer" mit seinem Restaurantbetrieb weiter für Vereine, kleine Feiern und natürlich (Tages-)Gäste zur Verfügung stehen. Für den Saal im oberen Bereich sollen auch verstärkt Firmen und Tagungsgäste angesprochen werden. Selbstverständlich finden hier aber auch weiterhin größere Gesellschaften Platz. Das Trauzimmer blebt auch erhalten. Eine Neuerung wird das sonntägliche Frühstücksangebot ab 9 Uhr sein (Start im Januar 2020). 

Viel vor haben die beiden vor allem im Außenbereich: Hier wird die Theke um einige Module - zum Beispiel Kuchen und Eis - erweitert, an denen sich die Gäste künftig selbst bedienen können. Mit ihrem Tablett können sie an Speisen und Getränkeautomaten vorbeigehen und am Ende der Reihe bezahlen. "Das ist die optimale Lösung für den großen Außenbereich", sind sich die beiden Geschäftsführer sicher. Außerdem könnten sie auf diese Weise dem ansonsten hohen Personalaufwand entgegenwirken. Falls eine gewünschte Speise noch zubereitet werden muss, könnte das so genannte "Pager-System" eingeführt werden (ein elektronischer Pager macht durch ein Vibrieren oder einen Ton darauf aufmerksam, dass die Bestellung abgeholt werden kann). Eine Tablettrückgabe-Station komplettiert das SB-Konzept draußen.

Neben diesen Neuerungen im Tagesgeschäft im Außenbereich haben Melanie Schreiner und Rüdiger Göke viele Konzepte für Events im Gepäck: Ideen für Vatertag, 1. Mai, musikalische Frühschoppen, Weihnachtsmarkt, ein Apres-Ski-Bereich und so weiter und so fort schwirren den beiden im Kopf umher. Auch die "Bergbeats" wird es weiterhin an der Hohen Bracht geben.

Im Sommer täglich geöffnet

Die Eröffnung ist für Mittwoch, 11. Dezember, geplant. Montags und dienstags ist in den Wintermonaten (bis Ende März) jeweils ein Ruhetag. Mittwochs bis sonntags ist von 11.30 bis etwa 20 Uhr geöffnet - ab Januar startet das sonntägliche Frühstücksbuffett ab 9 Uhr. Im Sommer wird der Betrieb dann auf sieben Tage pro Woche ausgeweitet. 

Im Restaurant setzen die beiden auf eine frische, regionale Küche, die hier und da modern interpretiert wird. "Wir greifen den Bowl-Trend auf. Darin werden dann heimische Köstlichkeiten auftauchen", gibt Rüdiger Göke ein Beispiel. Heimische Lieferanten und Waren sollen entsprechend dazu ins Boot geholt werden. Hausgebackener Kuchen, Eis und vieles mehr kommen auf die Karte.

Daneben gibt es einige kleine Baustellen und Modernisierungen, die in den kommenden Tagen umgesetzt werden: Die Theke im Saal wird umgebaut und aufgerüstet, die Küche bekommt einige neue Geräte, im Eingang wird ein kleines Kuchenbuffet eingerichtet, die Theke im Außenbereich wird erweitert und abschließbar gestaltet, eine Lounge-Ecke im Außenbereich wird eingerichtet, möglicherweise wird eine mobile Überdachung für die Terassen in der 1. Etage angeschafft, neues Geschirr wurde gekauft und rustikale Sitzgruppen für Wanderer sollen installiert werden, Effektfeuer und "Dinge für die Gemütlichkeit" kommen ebenfalls hinzu. "Das sind alles Maßnahmen, die die Pächter stemmen", freute sich Kreisdirektor Theo Melcher. Das unterstreiche die Professionalität und den Ernst, mit dem die neuen Pächter an die Sache gingen. Der Beiname "588" werde außerdem wohl wieder verschwinden. Zuletzt wird noch die Homepage überarbeitet.

Insgesamt sechs Interessenten für die Hohe Bracht

Thema des Gesprächs war auch die Personalsituation, die vor allem dem Vorpächter nach eigenen Aussagen zu schaffen gemacht hatte. "Wir suchen weiterhin Personal, vor allem Aushilfen", bestätigten die neuen Pächter. Der Winterbetrieb sei personell gedeckt, für den Sommer nehmen die beiden weitere Bewerbungen entgegen. "Wir gehen aktuell von fünf bis sechs Festanstellungen aus und wollen darum einen großen Pool an Aushilfen aufbauen, die mit uns - auch punktuell - die größeren Veranstaltungen stemmen", so die beiden Pächter. Sie sehen sich aufgrund ihrer Erfahrungen im Gastronomiebereich dieser Herausforderung gewachsen.

Der Kontakt zur Hohen Bracht war über das Netzwerk mit der Veltins-Brauerei entstanden. Beim ersten Besuch waren die beiden sofort angetan: "Der Blick. Das Objekt an sich. Das ist schon alles beeindruckend. Ein Gefühl von Urlaub." Theo Melcher berichtete beim Gespräch von insgesamt sechs Interessenten, von denen zwei am Ende wirklich konkret wurden. Da einer der Interessenten aber erst zum Frühjahr 2020 eine Konzepterstellung geschafft hätte, ist der Zuschlag nun an Melanie Schreiner und Rüdiger Göke gegangen. "So lange wollten wir nicht warten. Außerdem war das Angebot der beiden hochprofessionell", so Melcher. Der Vertrag ist auf 10 Jahre angelegt.

Das sind die neuen Pächter

Rüdiger Göke (51, verheiratet) ist gelernter Koch und Hotelbetriebswirt. Mit einem eigenen Cateringunternehmen startete der Ostwestfale (aus Hövelhof) seine Selbstständigkeit. 2006 übernahm er das Airporthotel am Flughafen Paderborn-Lippstadt, das er als geschäftsführender Gesellschafter leitet und dies auch weiterhin tun wird. Parallel dazu hat er verschiedene Gastro-Geschäfte geführt. Auf der Suche nach weiteren Herausforderungen wurde er auf die Hohe Bracht aufmerksam.

Letzteres gilt auch für Melanie Schreiner (30, verheiratet), die seit vier Jahren Betriebsleiterin im Aiporthotel ist. Die Fachfrau für Systemgastronomie studierte Internationales Tourismusmanagement. Sie kommt ursprünglich aus Boffzen in Niedersachen. 

Die beiden haben eine GmbH gegründet und sind geschäftsführende Gesellschafter der Hohen Bracht.

Chronologie der Ereignisse

Ende Juli war bekannt geworden, dass der Kreis Olpe auf der Suche nach einem neuen Pächter für die Hohe Bracht ist. Der frühere Pächter hatte Privatinsolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter aus Köln verkündete, dass der Betrieb nicht fortgeführt und zum 30. Juli eingestellt werde. Allerdings gab Kreisdirektor Theo Melcher Entwarnung: Der heimische Gastronom Michael Knoche stellte bereits gebuchte Veranstaltungen im Wahrzeichen des Kreises Olpe sicher. Zwischenzeitlich erhoben die ehemaligen Mitarbeiter heftige Vorwürfe gegen den ehemaligen Pächter - der wiederum äußerte Mitte August seine Sicht der Dinge und trat Gerüchten entgegen. Anfang Oktober schließlich meldete der Kreisdirektor Vollzug: Der Aufsichtsrat der Vermögensverwaltungsgesellschaft hatte einem "überzeugenden Konzept zur Weiterführung der Hohen Bracht" zugestimmt. Die Vorstellung des Pächters erfolgte nach dem förmlichen Abschluss des Pachtvertrages Ende Oktober.

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