"Night Of Sounds"

Vor einer unglaublichen Kulisse zeigte Tenor Julian Tigges sein ganzes Können.

Eine wirklich außergewöhnliche musikalische Sternstunde erlebten mehr als 1000 Besucher am vergangenen Wochenende in der Showhalle des Elspe Festivals.

Michael Nathen und die Junge Philharmonie hatten gemeinsam mit dem Jungen Chor Eslohe, dem Frauenchor Aviva sowie dem Männerchor Gaudium eine dreistündige Inszenierung auf die Beine gestellt, wie sie die Sauerländer Kulturszene noch nicht gesehen, gehört und erlebt hat. Belohnt wurde das außergewöhnliche Engagement der mehr als 160 Musiker auf der Bühne durch stehende Ovationen und laute Zugabe-Rufe.

Die "Night Of Sounds" sprach mit ihrem umfangreichen Repertoire, das von Klassik und Musical bis hin zu Pop- und Filmmusik reichte, nicht nur die audiophile Wahrnehmung an, sondern zahlreiche bühnentechnische Spezialeffekte und dramaturgische Inszenierungen ließen den Abend zum Feuerwerk für alle Sinne werden. Ungewöhnlich, fast schon skurril, die Kulisse: Glutrote Illumination tauchte die bergige Wüstenlandschaft in eine abendliche Stimmung, ständig wechselnde Farbenspiele verschmolzen symbiotisch mit der Musik. Die großräumige und bergige Bühnenlandschaft bot die Möglichkeit, die Solisten an verschiedenen Orten sowie hoch über Chor und Orchester auftreten zu lassen.

"Spiel mir das Lied vom Tod"

Ein regelrechter Gänsehauteffekt stellte sich ein, als Eva Schröder die Filmmusik "Spiel mir das Lied vom Tod" intonierte. Mitten in der Wüste. Hätte in diesem Moment ein Kojote in das Lied mit eingestimmt, aufgrund der durch und durch authentischen Atmosphäre, hätte dies im Publikum wohl niemanden großartig verwundert.

Das Programm lebte vor allem von seinem Kontrast, verschiedene Genres, welche auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen, wurden geschickt miteinander zur Gesamtkomposition verschmolzen. Während die Solisten mit "Nessun Dorma" aus Puccinis Oper "Turandot" (Solist: Ralf Schmidt, Tenor), "Music" von John Miles (Julian Tigges, Tenor), die "Méditation" aus der Oper Thaïs (Esther Delport, Violine), "I will survive" und "O happy Day" (Christa-Maria Jürgens, Alt) das Publikum in ihren Bann zogen, begeisterten Chor und Orchester mit musikalischen Leckerbissen wie dem Abba-Medley, "You raise me up", dem Schlusschor aus der Oper "Die Zauberflöte" sowie dem Halleluja von Händel.

Großes Lob für die hohen musikalischen Leistungen gab es auch von dem WDR-Moderator Gisbert Baltes, der das Publikum mit viel Wortwitz und Anekdoten gespickt durch den Abend führte: Das Programm und die Leistung aller beteiligten Musiker, so der bekannte Journalist, bräuchten keinesfalls den Vergleich zu scheuen, dieses Konzert hätte ohne Weiteres auch in der Kölner Philharmonie stattfinden können.

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