"Nur ein Viertelstündchen"

Zum Turbokreisel in Altenhundem erreichte uns folgender Leserbrief:

Jetzt bekommen die Lennestädter endlich ihren großen Kreisel. Nur nicht da, wo sie ihn gerne gehabt hätten, nämlich in Grevenbrück. Aber da ging es ja nicht, glaubt man denen, nach meiner Meinung, wenig überzeugenden Expertenmeinungen, ganz im Sinne der Entscheider.

Aber jetzt entsteht er dort, wo ihn bis jetzt anscheinend niemand vermisst hat, man staune, in Altenhundem.

Und was für einer, ein richtiger Turbokreisel, der bis jetzt einzige in Südwestfalen. Das wird ja eine tolle Sache, über die wir uns wirklich zusammen mit dem Bürgermeister freuen sollten.

Aber mal ganz im Ernst, hat den Kreisel denn bis jetzt wirklich schon mal jemand vermisst, ich jedenfalls nicht. Seit die Anlage existiert, habe ich noch nie länger als eine Rotphase warten müssen, egal aus welcher Richtung und zu welcher Tageszeit.

Aber selbst wenn es denn partout ein Kreisel sein muss, hätte doch auch ein einfacher Kreisel genügt. Im Hinblick auf die jetzigen Kosten von einer Million Euro wäre dann sicher noch eine erhebliche Summe übrig geblieben.

Mit einem bescheidenen Teil davon hätte man etwa den Fuß- und Radweg zwischen Kickenbach und Altenhundem endlich einmal verkehrs- und sicherheitsgerecht ausbauen können, mit einer Abgrenzung zur Fahrbahn und möglicherweise sogar mit einer Beleuchtung.

Hierüber würde ich mich dann gerne mit dem Bürgermeister zusammen freuen.

Zu erwähnen wäre auch noch der fehlende Radweg zwischen Gleierbrück und Saalhausen oder die Flickenteppichstraße von Altenhundem nach Bilstein.

Was bei der anstehenden Aktion Turbokreisel besonders erbaulich ist, dass wir dadurch wieder zu mehr Gelassenheit finden könnten. Damit komme ich zu dem Viertelstündchen.

Früher hatten die Menschen auf ihrem Sofa ein Kissen liegen, darauf stand häufig: "Nur ein Viertelstündchen". Genau soviel Zeit habe ich jetzt gebraucht, um von Kickenbach nach Meggen zu kommen.

Wer noch so ein Kissen hat, der sollte sich dieses auf die Ablage stellen, damit der Ortsfremde weiß, wie lange der Ampelaufenthalt möglicherweise dauern könnte. Man könnte die Baustelle allerdings auch großräumig umfahren, etwa über Bracht, Oedingen, Halberbracht, um nach Meggen zu kommen.

Und das alles zur besten Jahres- oder Ferienzeit, voraussichtlich bis zum Jahresende, die Sauerlandbesucher wird es erfreuen, wirklich vorzüglich geplant.

Möglicherweise hat die Aktion aber auch einen touristischen Nebeneffekt und es kommen mehr Besucher nach Lennestadt, zum Kreiselgucken, immerhin das einzige Bauwerk solcher Art in Südwestfalen. "Circle City" lässt grüßen.

Und noch eines, im Internet konnte ich nachlesen, dass Kreisverkehrsanlagen dieser Größenordnung vornehmlich außerhalb der Ortschaften geplant werden sollten.

Willi Hünnekens

Kickenbachstraße 8,

Lennestadt

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