Am 24. Oktober vor 30 Jahren endet US-Präsenz in der Sauerlandkaserne Oedingen

Seit 1987 ist der Kreis Olpe atomwaffenfrei

Blick aus der Vogelperspektive auf das Gelände der ehemaligen „Sauerlandkaserne“ in Oedingen.

Oedingen. Vor fast genau 30 Jahren, genau am 24. Oktober 1987, endete in Oedingen eine Ära. An diesem Tag verließ der letzte US-amerikanische Soldat den dortigen Militärstandort. Damit wurde der Kreis Olpe zugleich atomwaffenfreie Zone.

Im Jahr 1961 war mit dem Bau der 1967 so genannten „Sauerlandkaserne“ begonnen worden, im Mai 1963 nahmen die ersten GIs ihren Dienst auf dem Luftwaffenstützpunkt der NATO ihren Dienst auf. Anfang der 60er-Jahre erreichte der „Kalte Krieg“ unter anderem mit der Kuba-Krise neue Dimensionen. „Die Sowjetunion verfügte über Waffensysteme, die eine große Bedrohung für den Westen darstellten. Die NATO unter der Führung der USA setzte auf massive Vergeltung und Abschreckung. Zum Schutz wurden unter anderem Flugabwehrraketen entwickelt, die entlang eines Verteidigungsgürtels von Nord nach Süd in Deutschland stationiert wurden. Als einen geeigneten Standort wählte man Oedingen aus, dabei spielten sowohl die Reichweite der Waffensysteme als auch der Wunsch, strukturschwache Gegenden zu fördern, eine Rolle“, stand in einem Rückblick im Jahr 2009 im SauerlandKurier 

Die Entscheidung fiel 1959, bis 1962 wurde die Kaserne errichtet und die erste Batterie des Flugabwehrraketenbataillons 22 aus Köln-Wahn fand eine neue Heimat. Zunächst nutzte man das Waffensystem Nike-Ajax, nach und nach wurde es abgelöst vom System Nike-Hercules. Das neue System konnte mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden, 7 der 36 „Missiles“ waren damit bestückt. Die Existenz taktischer Atomsprengköpfe in Oedingen pfiffen zwar die Spatzen von den Dächern, eine Bestätigung von offizieller Seite gab es aber erst beim Abzug. In den 19080er-Jahren wurde das Nike-Flugabwehrsystem durch die mobilen, rein konventionell bestückten Patriot-Raketen abgelöst. Mit dem Waffensystemwechsel wurde auch die militärische Unterstellung geändert. Die Oedinger Einheit war nun die 5. Staffel der Flugabwehrgruppe 21, die ihren Sitz in Echtrop am Möhnesee hatte. Während dieser Zeit wurden die FlaRak-Standorte neu betrachtet und das alte Verteidigungsgürtel-Prinzip wurde eigentlich obsolet. Die weitere politische Entwicklung führte dann auch dazu, dass man aus Gründen der Sparsamkeit die militärischen Verbände zusammenstrich und die verbliebenen an ausgesuchten Standorten zusammenfasste. 

Die Oedinger Einheit verlies somit im Jahre 2002, nach genau 40 Jahren, ihren Standort und verlegte nach Mengeringhausen (Bad Arolsen). Das war der Moment, wo Oedingen aus dem Tagesgeschehen der NATO verschwand. Aber auch das Zuhause in Nord-Hessen wurde schon bald Opfer der Reformen. Beibehalten wurden in erster Linie Standorte in strukturschwachen Regionen, der Kreis Olpe zeichnete sich aber schon zu Beginn der 2000er durch überdurchschnittliche wirtschaftliche Stärke aus. Nach mehr als 40 Jahren wurde auch au dem Gelände der Sauerlandkaserne das Motto der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ Wirklichkeit. Die Stadt Lennestadt erwarb Flächen und wandelte sie in ein gut funktionierendes Gewerbegebiet um. Zwischenzeitlich fungierten die Kasernengebäude auch als Wohnheim für Asylsuchende. Ein „Kasernen-Stein“ erinnert an die Geschichte Oedingens in der NATO-Verteidigungsstrategie.

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