25 Jahre Partnerschaft mit Otwock

Eine ebenso enge wie dynamische Freundschaft

Rüdiger Barteit, Dorothea Sondermann, Johann Pietrzak und Stefan Hundt freuen sich über die dynamische Städtepartnerschaft mit Otwock.

Altenhundem. „Hat dich die Liebe berührt“ ist das Konzert überschrieben, das am Freitag, 3. Februar, im Kulturbahnhof Grevenbrück stattfindet.

Jetzt ist Liebe ein großes Wort – Freundschaft jedoch, und zwar eine gute, eine enge, die ist gewachsen in den 25 Jahren der Städtepartnerschaft zwischen Lennestadt und Otwock. Diesem Vierteljahrhundert ist das Konzert mit deutschen, polnischen, russischen und amerikanischen Kompositionen gewidmet. Mit seinen rund 100 Gästen ist es zwar bereits ausverkauft. Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt, flankiert von der Leiterin des Bürgerbüros, Dorothea Sondermann, seinem zweiten Stellvertreter Rüdiger Barteit und Johann Pietrzak, einem der Motoren der Partnerschaft, lud dennoch ins Rathaus ein, um über eine ebenso enge wie dynamische Partnerschaft zu sprechen. 

Denn dieses ganz besondere Ereignis könne man nicht einfach so mit einem Konzert beginnen, so der Bürgermeister. Zwar finden die Hauptfeierlichkeiten in diesem Jahr in Polen statt (vor fünf Jahren war Lennestadt Gastgeber), trotzdem freut man sich seitens der Verwaltung, neben dem Vizepräsidenten von Otwock, Piotr Stefanski, auch den Generalkonsul der Republik Polen, Jan Sobczak, begrüßen zu dürfen, der sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen wird. Wenn das Konzert um 19 Uhr beginnt, werden auch Hundts Vorgänger Hubert Nies, Dr. Franz-Josef Kaufmann und Alfons Heimes im Publikum sitzen, auf lange Reden soll an diesem Abend aber bewusst verzichtet werden: „Die Musik soll im Vordergrund stehen.“ 

Hundt selbst begleitet die Städtepartnertschaft seit 16 Jahren und hat in dieser Zeit bei Besuchen in Polen viele positive Veränderungen in Polen wahrnehmen können. Veränderungen infrastruktureller Art, sichtbar beispielsweise am Bau mehrerer großer Hotels in der Stadt im Speckgürtel Warschaus ebenso wie an der Tatsache, dass die Bauern inzwischen nicht mehr mit Kaltblütern pflügen, sondern mit großen Zugmaschinen. 

Doch auch sinnbildlich gesprochen ist in den 25 Jahren unheimlich viel aufgebaut worden, bilanziert Stefan Hundt, etwas, das ganz klar auch dem ständigen Betreiben von Johann Pietrzak zu verdanken sei. „Die Partnerschaft ist nie ausgetrocknet.“ Dass nun ein Rechtsruck durch das Land geht, nehme man natürlich auch im (seit langem von einem demokratischen Stadtoberhaupt regierten) Otwock wahr, jedoch: „In unruhigen Zeiten sind wir stolz auf eine polnische Partnerschaft!“, bekräftigt dessen deutscher Amtskollege. 

Denkt Hundt an die Partnerschaft mit Polen, so kommt ihm die „freundschaftliche und vorbehaltlose Art, mit der Stadtspitze Gespräche zu führen“ in den Sinn, außerdem „die Leichtigkeit“ dieser Städtepartnerschaft und deren Dynamik. Denn mal ist es die Feuerwehr, die die Initiative ergreift, mal der Sport und mal die Kunst- und Kulturschaffenden. Dass auch die Jugend gerne mitzieht, freut Stefan Hundt besonders. So sei auch die Spendenaktion zugunsten des 14-jährigen Blazey, der bei einem Unfall beide Beine verlor (der SauerlandKurier berichtete) auf eine Idee der Jugendabteilung des Fußballvereins Elspe zurück zu führen, deren Wogen bis in die Lokalpolitik schlugen. „Jeder, der die Möglichkeit hatte, hat sich engagiert“, unterstrich Hundt. „Das sind so Zeichen der Verbundenheit; wenn das oberflächlich wäre, wäre man nicht auf den Gedanken gekommen“. 

Ein weiteres Zeichen dieser Verbundenheit steckte in Form einer kleinen schwarz-rot-goldenen Fahne schon häufig in einem Kranz, der im Rahmen einer Gedenkfeier am örtlichen Ehrenmal in Otwock niedergelegt wird, umgeben von zig weiteren Fähnchen und Gebinden in rot-weiß. Eine Feierstunde, von der Stefan Hundt mit Begeisterung berichtet, von einer vollen Kirche, von Fahnenabordnungen, „von Liebe zum Staat und zum Volk“. 

Ein weiteres Konzert im Jubiläumsjahr findet übrigens im August statt: Dann gastiert die MozART-Group, die sich kabarettistisch und komödiantisch mit Klassik auseinandersetzt, auf Einladung der Kulturgemeinde in Lennestadt.

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