Vorfreude auf Pyeongchang wächst täglich

Physiotherapeut David Meiworm bei Paralympics im Einsatz

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Jacken und Mützen, selbst Sonnenbrillen und Badeschlappen: Das deutsche Team tritt während der Spiele in einheitlicher Kleidung auf. Für den Sauerlandkurier öffnete David Meiworm sein Gepäck für Pyeongchang.

Maumke. Voller Vorfreude fiebert David Meiworm aus Maumke dem 4. März entgegen. Dann fliegt der Physiotherapeut der Deutschen Paralympics-Mannschaft zu den Spielen ins südkoreanische Pyeongchang. Verabschiedet wird die deutsche Delegation am Frankfurter Flughafen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Ich freue mich sehr“, blickt der 39-Jährige im Sauerlandkurier auf die spannende Reise voraus. „Es ist der Saisonhöhepunkt für uns alle und wir haben jetzt vier Jahre darauf hingearbeitet. Da kribbelt es natürlich schon in einem.“ Dabei darf sich Meiworm weder Nervosität noch Unruhe anmerken lassen. Er ist für die Sportler der ruhende Pol bei aller Wettkampf-Hektik. „Ich versuche Ruhe und Kontinuität auszustrahlen, helfe im Hintergrund, damit für die Athleten am Ende alles rund läuft“, beschreibt er eine seiner Aufgaben in Südkorea. 

Eine weitere, ganz wichtige Aufgabe führt den Maumker sogar mitten ins Wettkampf-Geschehen: Er ist während der Biathlon-Läufe dafür zuständig, dass die fünf deutschen Sportler beim Schießen ihre Waffe gereicht bekommen. Seinen ersten Einsatz hat Meiworm am 10. März beim Biathlon-Sprint. An diesem Tag ist er gleich bei mehreren Rennen aktiv. „Es ist wichtig, dass die Sportler am Schießstand den immer gleichen Ablauf durchleben“, weiß Meiworm. Gewohnte und einstudierte Bewegungen helfen, den Rhythmus zu finden, um so optimale Ergebnisse zu liefern. Insgesamt wird Meiworm fünf oder sechs Wettkampftage haben. 

Während dieser Zeit ist er als Physiotherapeut natürlich freigestellt. Schließlich ist das sein Hauptaufgabenfeld in Südkorea. Mit seinen Händen wird er Muskeln, Bänder und Sehnen bearbeiten, damit die deutschen Sportler topfit in ihre Wettkämpfe gehen. „Dabei sein ist alles, ist zwar schön, im Leistungssport zählen aber dann doch irgendwann die Medaillen“, weiß Meiworm um den Druck, der bei Paralympischen Spielen auf einem Team lastet. Zumal die nicht-behinderten Kollegen bei den Winterspielen aktuell für einen erfreulichen Medaillenspiegel aus deutscher Sicht sorgen. Das hebt die Erwartungen. Doch David Meiworm ist zuversichtlich. Zuletzt im Trainigslager in Südtirol – wo auch er dabei war – sei die Stimmung im deutschen Team gut gewesen. „Ich mache mir keine Sorgen“, blickt er optimistisch auf die Spiele. „Ich hoffe, dass wir schon am 10. März die erste Medaille nach Deutschland holen, um den Gordischen Knoten direkt zu lockern.“ 

Für David Meiworm sind es übrigens nicht die ersten Spiele – schon in Sotchi war er dabei. Und so freut sich der Maumker neben seinen therapeutischen und sportlichen Aufgaben auch auf das Drumherum in Pyeongchang. „Die Eröffnungsfeier in Sotchi war einfach grandios, ich stelle mir das in Südkorea ähnlich toll vor.“ Die Infrastruktur sei dieses Mal sogar noch besser: Zwischen Deutschem Haus und Olympischem Dorf sind es nur fünf Minuten zu Fuß, vom Quartier zum Biathlon-Stadion nur zehn Minuten mit dem Bus. „Das Areal dort unten ist toll gemacht und die Menschen sind super freundlich.“ Meiworm weiß das aus Erfahrung, denn er war vor ziemlich genau einem Jahr bereits vor Ort, um sich mit den Begebenheiten vertraut zu machen. Ab dem 4. März wird es dann allerdings ernst. 

Die Paralympics laufen vom 8. bis 18. März. Rückflug für das deutsche Team ist am 19. März

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