Moritz Koch über Aids und Armut

Prägende Zeit

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Seinen Aufenthalt in Kenia beschreibt Moritz Koch als prägendes Erlebnis. Einerseits wegen seiner Erfahrungen in der Klinik. „Die Krankheitsbilder, die man vor Ort zu sehen kriegt, sind teilweise schon heftig“, berichtet der 24-Jährige, der den einen oder anderen Patienten bis zum Tod begleitete. Den gesellschaftspolitischen Umgang mit dem Thema HIV empfindet Koch als paradox: „Aids-Kranke werden oft von der Gesellschaft ausgeschlossen, und gleichzeitig verpönen die Kirchen den Gebrauch von Kondomen trotz der hohen Infektionsrate.“ Aufklärung in Sachen Verhütung sei daher ein weiterer wichtiger Bestandteil seines Engagements gewesen.

Das auch harte körperliche Arbeit umfasste. Eine Woche lang arbeitete Koch auf einem Feld. Acht Stunden am Tag, bei sengender Hitze. Tageslohn: 1,50 Euro. „Das war echte Knochenarbeit“, erzählt der Grevenbrücker, der die Menschen in Kenia, wo Englisch offizielle Amtssprache ist, als freundlich und aufgeschlossen beschreibt. Und als hilfsbereit: „Viele leben an der Armutsgrenze. Umso mehr helfen sie sich gegenseitig, weil sie aufeinander angewiesen sind“, sagt Koch.

Nach seiner Rückkehr nach Aachen, wo er an der Fachhochschule studiert, erzählte er Freunden von seinen Erlebnissen und der Klinik in Kenia. „Die haben dann von sich aus gespendet“, sagt er. So sei die Idee entstanden, Geld für die Einrichtung zu sammeln. Nachdem sein Engagement auch in der Aachener Presselandschaft auf ein großes Echo gestoßen war, hätten sich zahlreiche Spender gefunden. „Das läuft schon gut“, freut sich Koch. Zumal die Klinik von staatlicher Stelle die Zusage erhalten habe, einen Laboranten gestellt zu bekommen, sollte das nötige Equipment vorhanden sein.

Zudem möchte Koch Jugendlichen helfen, in Kenia die gleichen Erfahrungen wie er selbst machen zu können, und betätigt sich auch als Vermittler – der seine Dienste im Gegensatz zu darauf spezialisierten Organisationen kostenlos anbietet (siehe Infokasten): „Schließlich muss man für Hin- und Rückflug sowie Unterkunft und Verpflegung vor Ort selbst aufkommen.“

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