„Störig!“ Kleidung und Mode im Sauerland - Ausstellung eröffnet

Premiere für KulturBahnhof

Susanne Falk von der AG Museumslandschaft des Kreises Olpe.

Premiere für den neuen KulturBahnhof, nachdem im Dezember bereits der EssBahnhof seine Tore öffnete, konnte am Sonntag im MuseumsBahnhof die erste Ausstellung eröffnet werden.

„störig!“ Kleidung und Mode im Sauerland 1870 – 1970“, so das Thema der Sonderausstellung vom Museum der Stadt Lennestadt und dem Heimat- und Verkehrsverein Grevenbrück.

Das Interesse war gewaltig, im KulturBahnhof drängten sich die Besucher. Gesanglich unterhalten wurden sie von Sophia Fehlemann und Manuel Dietermann, begleitet von Michael Nathen. Bürgermeister Stefan Hundt durfte schon einmal vorab in die Ausstellungsräume blicken und zeigte sich begeistert von der „textilen Themenwelt, die sofort viele Erinnerungen wachgerufen hat“.

Engelbert Stens, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, erinnerte an die Zeiten, in denen „störig“ noch ein gängiger Ausdruck war, in denen man noch hörte „das ist aber’n störiges Mädchen.“ Susanne Falk ergänzte „störig“ bedeutet prächtig, hinreißend, sehr schön. Die Idee zur Ausstellung sei bei dem Besuch einer Klasse der Anne-Frank-Schule im Museum Grevenbrück entstanden.

„Wie sahen früher die Klamotten aus?“

Die Schülerinnen wollten wissen, „was die Leute früher für Klamotten anhatten“, nun können sie sich in der Ausstellung ein Bild davon machen. Susanne Falk betonte, die Ausstellung erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, erhalten geblieben seien vor allem die „guten Kleidungsstücke“, diese wurden aufbewahrt, Arbeits- und Alltagskleidung wurde meist bis zum Zerfallen getragen und dann weggeworfen, einige Stücke sind trotzdem erhalten.

Eine große Sammlung an Kleidungsstücken sei bereits im Museum vorhanden gewesen, über 30 Leihgaben kamen dazu. So beispielsweise die Brautkleider, die einen Höhepunkt der Ausstellung bilden. Ein Glücksfall sei der Fund eines gestreiften Badeanzugs im mittlerweile abgerissenen Hotel Molitor gewesen. Ihn kann man in der Abteilung Sport bewundern. Eine andere Abteilung widmet sich dem Schneiderhandwerk und dem Putzmacherhandwerk. Schneidermeister Heinz Griese habe seine Werkstatt geräumt und einiges zur Ausstellung beigetragen. Ein Dank ging auch an Leihgeber Peter Vitt. Auch Gertrud und Robert Erwes aus Kirchhundem und Gerd Hegener aus Oedingen haben vieles beigesteuert. In den 60-er Jahren habe es allein in Grevenbrück und Altenhundem noch 55 textile Fachgeschäfte gegeben, in der Ausstellung sind bedruckte Kleiderbügel vieler Geschäfte zu sehen. Die Sammlung ist noch nicht vollständig, weitere Kleiderbügel werden gerne angenommen. Ebenfalls gesucht wird noch Kinderkleidung, so Susanne Falk, besonders ein „Leibchen mit Gummilitze und Strümpfen“, in der Ausstellung ist ein solches als Leihgabe aus Berlin zu sehen.

Noch ein weiterer Aufruf ging an die Besucher, gesucht werden Geschichten rund um die Ausstellungsstücke. Beim Betrachten der Ausstellung werden Erinnerungen wach, diese sind wertvoll, denn beispielsweise eine Führung werde durch solche Geschichten erst richtig interessant. Wer etwas beitragen möchte, kann seine Erzählungen an Stadtarchivar Jürgen Kalitzki schicken. Ausstellung bis zum 15. Juni, jeweils dienstags, donnerstags und sonntags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr. (Von Inge Schleining )

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare