Stadt, Verbraucherzentrale, Sparkasse und  Iquma starten Beratungsoffensive - Infoabend am 15. Oktober

Halberbracht ist für Photovoltaik-Technik besonders geeignet

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Stefan Hoffmann (Energieberater der Verbraucherzentrale), Anne Hausmann (Leiterin der Beratungsstelle in Lennestadt), Martin Rabe (Klimamanager der Stadt Lennestadt), Frank Arens (Sparkasse) und Bürgermeister Hundt stellten die PV-Pläne für Halberbracht vor.

Halberbracht - Als höchstgelegenes Dorf in der Stadt Lennestadt bezeichnet sich Halberbracht gerne selbst als Bergdorf. Der Titel "Sonnendorf" könnte jetzt noch dazu kommen, denn der Ort ist dank seiner Lage und der Lage seiner Häuser prädestiniert für die Nutzung von Sonnenenergie. Daher gehen Stadt, Verbraucherzentrale, Sparkasse und das Esloher Unternehmen "iQma" jetzt in die Offensive und bewerben die "Quartiersberatung Photovoltaik in Halberbracht".

"Das könnte ein Vorzeigeprojekt für die Stadt werden, das auch andere Orte motivieren soll", begrüßte Bürgermeister Hundt verheißungsvoll zum Pressegespräch am Mittwoch. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wolle die Stadt einen gemeinschaftlichen Auftritt Richtung Klimaschutz und Energiewende initiieren; denn Klimaschutz sei Teamarbeit.

Worum geht es also? Halberbracht verfügt über ein besonderes Potential für die Nutzung von Sonnenenergie zur Stromproduktion. Das geht aus dem Solarpotential-Kataster der Stadt hervor, das online zugänglich ist. Hier werden zahlreiche Hausdächer mit "sehr gut" oder "gut" bewertet, wenn es um die Nutzfläche für Sonnenenergie geht. Die Vorteile der Photovoltaik-Technik dürften hinlänglich bekannt sein - im Falle eines hohen Eigenverbrauchs des produzierten Stroms (hier ist der Nutzen einer solchen Anlage inzwischen am höchsten - auch weil die Kosten für eine Speicherbatterie noch nicht so attraktiv seien) hilft sie die Energiekosten zu senken, im Falle einer Einspeisung von überschüssigem Strom hilft sie das eigene Portemonaie zu füllen und ganz nebenbei hilft sie auch noch bei Klimaschutz und Energiewende. Klar, so eine Anlage muss erstmal finanziert werden - eine 10KW-Anlage ist inklusive Montage mit etwa 15.000 Euro zu kalkulieren - man geht aber davon aus, dass sich der Invest nach circa 12 Jahren amortisiert hat. Viel Geld, aber "warten auf bessere Preise lohnt dabei kaum noch", weiß der Energieberater der Verbraucherzentrale Lennestadt Stefan Hoffmann. Die Materialkosten für eine solche Anlage hätten langsam das untere Ende erreicht, aber die Kosten für Handwerker, Gerüstaufbau etc. seien die andere Sache.

Der Auszug aus dem Kataster für Halberbracht: Grüne und gelbe Flächen sind "gut geeignet" bzw. "geeignet".

Und es gibt einen zweiten, noch wichtigeren Grund nicht zu warten. Es gibt einen deutschlandweiten so genannten "52-Gigawatt-Deckel". Bedeutet kurz und knapp: Mit Erreichen einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt endet nach derzeitigem EEG die Solarförderung für Photovoltaik-Dachanlagen bis 750 Kilowatt Leistung. Diese 52 Gigawatt könnten Ende des Jahres erreicht sein. Die Verbraucherschützer machen daher alle Hausbesitzer, die in eine Photovoltaik-Anlage investieren wollen, darauf aufmerksam, dass die Zeit drängt. Denn was nach Erreichen der 52 Gigawatt auf politischer Ebene passiert, weiß zur Zeit noch keiner. 

Info-Abend am 15. Oktober, 18 Uhr, in der Schützenhalle

Um die Halberbrachter über das Thema zu informieren, wird am Dienstag, 15. Oktober, ab 18 Uhr ein Info-Abend in der Schützenhalle angeboten. Wie Hoffmann versichert, wird das aber kein langweiliger Vortragsabend. Nach kurzen Impulsen und einer Übersicht will man bei einer Bratwurst ins Gespräch kommen. Alle Interessierten sind zu diesem kostenfreien Abend eingeladen. Dank der Sparkasse und der Verbraucherzentrale bekommen die ersten 50 Halberbrachter, die einen Beratungstermin mit der Verbraucherzentrale ausmachen eine Vergünstigung: Statt 60 Euro zahlen sie nur 30 Euro für die individuelle Beratung. 

Frank Arens vor der Sparkasse hat übrigens noch weitere Argumente für die Anschaffung einer PV-Anlage: Sie bedeute eine Wertsteigerung des Hauses und es gebe attraktive Beratungs-, Förder- und Finanzierungsangebote.

Bürgermeister Stefan Hundt, Martin Rabe (Klimamanager der Stadt Lennestadt), Stefan Hoffmann (Energieberater der Verbraucherzentrale), Anne Hausmann (Leiterin der Beratungsstelle in Lennestadt) und Frank Arens hoffen auf viele Interessierte im 1000-Seelen-Dorf Halberbracht und darüber hinaus. Sie sehen Halberbracht als "Pacemaker" (Tempomacher) in der Stadt.

Welches Potential in der Gesamtstadt schlummere, verdeutlichte Klimamanager Rabe mit Zahlen: Alle Dächer der Stadt könnten bei Solarnutzung eine Leistung von rund 120.000 kWP erreichen. Damit könnte man 42.000 Personen im Jahr mit Strom versorgen. Die aktuelle Einwohnerzahl von Lennestadt liegt bei 25.929.

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