„Maria Königin“-Trägerverein will alternative Bestattungsform anbieten

Ruheforst auf MK-Gelände ist in Planung

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Hier auf dem Gelände des alten Klosterfriedhofs der ehemaligen Missionare von „Maria Königin“ könnte ein Ruheforst entstehen.

Lennestadt/Altenhundem. Auf dem Gelände am Gymnasium Maria Königin in Altenhundem könnte in Zukunft ein Ruheforst das Bestattungsangebot der Region erweitern. Der Vorsitzende des Trägervereins der Schule, Hans-Gerd Mummel, stellt im Gespräch mit dem SauerlandKurier die aktuelle Situation dar.

Schon vor Monaten sei in der Schulgemeinde die Idee gewachsen, einen Bestattungswald auf dem alten Klosterfriedhof der Missionare zu ermöglichen. Der Vorstand des Trägervereins habe dann vor rund drei Wochen beschlossen, sich der Sache intensiv anzunehmen. „Wir sind aktuell dabei, ein Konzept zu erarbeiten“, so Hans-Gerd Mummel, der aber auch keinen Hehl daraus macht, dass der Verein noch sehr am Anfang steht. Es seien unglaublich viele Gespräche zu führen, die behördlichen Bedingungen müssen erfragt werden, Absprachen sind zu treffen und dergleichen mehr. Viele offene Fragen sind zu klären: „Kann der Trägerverein auch Betreiber des Ruheforstes werden?“, „Welche möglichen Partner gibt es?“ Fragen wie diese werden in den kommenden Tagen und Wochen geprüft.

„Wir wollen dabei auch niemanden übergehen oder übersehen“, versichert Mummel, der von einem „sensiblen Thema“ spricht. „Es hört sich einfach an, das ist es aber ganz und gar nicht“, so Mummel weiter.

Deshalb werde das Projekt seine Zeit in Anspruch nehmen, zumal die Arbeit von Ehrenamtlichen gemacht werden muss. Die Hoffnung des Vereins ist, bis zur Mitgliederversammlung am Ende des Jahres etwas vorlegen zu können, über das abgestimmt werden kann.

Klar ist sich der Verein bei allen offenen Fragen aber darüber, dass das Angebot nicht über einen kommerziellen Anbieter laufen soll. „Wir wollen keine Privatisierung, die auf Gewinnmaximierung hinaus ist“, so Mummel. Außerdem soll das Angebot als Ergänzung in der Bestattungskultur geschaffen werden, „wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen werden.“

Ein alter Baumbestand ist bereits vorhanden.

Klar ist des Weiteren, dass der Ruheforst auf dem MK-Gelände entstehen soll. Der bestehende Waldfriedhof, den der Trägerverein aktuell pflegt, könnte dafür bestens genutzt und auch erweitert werden. „Wir haben die Fläche hier oben ja“, so Mummel. Ein alter Baumbestand ist vorhanden.

Ebenfalls klar ist, dass keine „Aschefelder“ geben wird und dass identifizierbare Bestattungsorte geschaffen werden. „Ein konkreter Ort der Trauer ist wichtig“, so Mummel.

Grundsätzlich wolle man sich auch Anders- oder Nichtgläubigen öffnen, allerdings nach den Riten, welche die katholische Kirche vorgibt. Auch hier laufen weitere Überlegungen, so Mummel.

Obwohl die Planungen noch nicht sehr weit vorangeschritten sind, ist der Verein schon an die Öffentlichkeit gegangen. Hintergrund ist die Überschneidung mit einem Bürgerantrag. Der Verein wollte seine Überlegungen vorstellen, bevor die politischen Gremien über den Bürgerantrag von Gerd Hennes abgestimmt hätten, um Dopplungen zu vermeiden. Daher hat der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch entschieden, die Beratungen über den Bürgerantrag vorerst zu verschieben.

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