Lennestädter Firma unterstützt Tourismusbetriebe in der Krisensituation weltweit

Sauerland Tourismus: "Die größte Herausforderung der Geschichte"

Ihr Schreibtisch ist die ganze Welt: Amalia-Rebecca Pascu aus dem Team von "OneWorld Consulting" aus Lennestadt hilft von überall.

Lennestadt - Weltweite Reisewarnung, Übernachtungsangebote im Inland nur noch zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken, Grenzschließungen - das Coronavirus hat immense Auswirkungen auf die Tourismus- und Reisebranche. Das trifft natürlich auch die Hotelbetriebe im Sauerland.

„Der zu erwartende Erlass ist in seinen Auswirkungen für alle Beteiligten dramatisch“, sagte "Sauerland Tourismus" auf Nachfrage des SauerlandKurier zur aktuellen Lage. Für die Tourismusexperten ist klar: „Nach dem schwachen Winter und angesichts der Waldschäden müssen wir realisieren, dass das sonst so krisenfest aufgestellte touristische Sauerland nun vor der größten Herausforderung seiner Geschichte steht. Alle Gedanken drehen sich um unsere gastlichen Häuser und Ausflugsziele sowie die Gesundheit und die Arbeitsplätze aller Mitstreiter.“ 

Für die Zukunft erwarte "Sauerland Tourismus" Klarheit der Behörden und dann den Schulterschluss aller, um die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der zeitlich nicht absehbaren Krise zu meistern. „Wenn das irgendwann überstanden ist, wird der Druck umso größer sein, die grüne Freizeitregion und ihre vielen Angebote wieder zu besuchen. Wir hoffen, dass das alle Betriebe erleben und werden bis dahin helfen, alle verfügbaren Informationen über Kurzarbeitergeld, Finanzhilfen und dergleichen gut abgestimmt bereitzustellen.“

Weltweite Hilfe aus Lennestadt 

Hilfestellungen für Tourismusbetriebe weltweit gibt das Beratungsunternehmen „OneWorld Consulting“ aus Lennestadt. Der Sachverständige für Touristik, Jochen Balduf, sagt: „Die Touristik hat bisher noch keine vergleichbare Krise erlebt. Zahlreiche Reisebüros, Reiseveranstalter, Ferienhausagenturen werden von dieser Krise in ihrer Existenz bedroht.“ Es gebe keine Planungssicherheit, nur eingebrochene Buchungszahlen, Stornierungen und Regionen, die abgschottet werden und der Reiseverkehr werde eingeschränkt. 

Balduf machte sich bereits im Januar ein persönliches Bild in Südostasien, als er zu Mandanten nach Kambodscha, Vietnam und Thailand reiste, um die Krise besser einschätzen zu können. Als er die Auswirkungen sah, begann er sofort mit einem Team Notfallpläne, Leitfäden zu entwickeln. Im Anschluss folgten sofortige „Einsätze“ im Baltikum und Russland. Nun reist er mit seinem Team durch Deutschland, um hier Touristikunternehmen eine helfende Hand zu sein. 

„Wir müssen jetzt entschlossen handeln, je nach Dauer besteht die Gefahr, dass 30 bis 50 Prozent der Touristikunternehmen die Krise nicht überstehen. Ich glaube an diese Branche, aber viele Unternehmen drohen von der Dynamik überrollt zu werden und Zeit ist hier ein sehr wichtiger Faktor“, so der Touristik-Profi. Das „WorstCase-Szenario“ wäre keine Beruhigung und eine anhaltende Situation, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. 

Ein weiteres Problem hierbei ist ein Dickicht an Vorschriften, Gesetzen und einem Förderdschungel mit bürokratischem Aufwand und keine zentrale Stelle, bei der man sich diese Informationen einholen kann. Inhaber der Touristikunternehmen seien hier schnell überfordert, da diese Unternehmen sich bereits in einem Ausnahmezustand befinden. „OneWorld Consulting“ hat einen Handlungsfaden für Unternehmen kostenfrei zum Download veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare