Sensationelle Premiere

Beeindruckend: Papageno (Tim Hüttemeister), Sarastro (Bernhard Meier) und Pamina (Claudia Priebe) kurz vor dem Preisgesang des Chores. Foto: Gregor Breise

Lennestadt ist ja schon verwöhnt, wenn es um Kultur geht, dies ist natürlich in erster Linie ein Verdienst der Kulturgemeinde, der vielen Orchester, Musik- und Theatervereine.

Aber das, was das Gymnasium der Stadt Lennestadt zusammen mit dem Collegium Musicum sowie Mitgliedern der Musikschule und der Jungen Philharmonie Lennestadt am Freitagabend dem vollbesetzten Forum bot, war schlichtweg sensationell.

Anderthalb Jahre Mühen und Proben, Werkeln, Basteln und Schneidern haben sich gelohnt, der lang anhaltene Applaus war Dank und Motivation zugleich.

"Man hätte das Bochumer Schauspielhaus hierhin einladen sollen, bei den Leistungen der Darsteller", meinte eine Zuschauerin zu Christa-Maria Jürgens, die sich mit Michael Nathen die dramaturgische und musikalische Leitung teilt. Fast hätte ein Infekt in der vergangenen Woche die Sänger vor Probleme gestellt, doch fast alle waren bis zur Premiere wieder gesund, einzig "Tamino" musste bei seinen Gesangparts von Michael Nathen aus dem Off synchronisiert werden, was dem zauberhaften Vergnügen aber überhaupt nicht schadete.

Ein großartiges Ensemble

Die Aufführung der "Zauberflöte" am GymSL machte gottlob nicht den Fehler anderer Inszenierungen: weder versteifte man sich ins feierlich Zelebrale mit Priester-Tamtam und Freimaurer-Getue, noch verwässerte man zum Opernkasperltheater. Nein, auch dank überragender Talente wie Dr. Ming Sun Wagner, die fantastisch schwerste Arien wie "O zittere nicht mein Sohn" meisterte, oder Tim Hüttemeister, der seinen Part liebevoll überspitzt feilbot - um nur zwei zu nennen aus einem großartigen Ensemble - bot man genau das, was Mozart auch geplant hatte: Oper als eine Form des Musiktheaters und nicht Stimmenfetischismus, der sich in ausladenem oder gespreiztem Tonfall geriert.

Das GymSL hat zu Beginn seines Jubiläums hunderten Menschen pure Gänsehaut geboten; dafür haben alle Beteiligten eine glatte "1" verdient.

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