4702 Euro Lohn der Mühen auf Island

Sergej Neu übergibt Spendenscheck an Balthasar in Olpe

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Sergej Neu (r.) und Kevin Schulte, TV Rönkhausen, der ihn nach Island begleitete, übergaben Nicole Binnewitt den Spendenscheck.

Grevenbrück/Rönkhausen/Olpe. „Da kann ich einfach nur ,Danke‘ sagen.“ Nicole Binnewitt, Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar, verschlug es die Stimme, als sie die Summe erfuhr, die Sergej Neu für die Olper Einrichtung gesammelt, besser: erlaufen, hat.

4702,23 Euro sind bei seinem 24-Stunden-Spendenlauf auf Island (der SauerlandKurier berichtete in Teilen seiner Ausgabe) zusammengekommen.

Ganze sechs Wochen vor dem „Spartan Race“ auf der Insel im Nordatlantik hatte der 30-jährige Grevenbrücker zu Spenden aufgerufen, die positiven Reaktionen haben selbst ihn überrascht: „Das ist schon beeindruckend, Auch ich kann mich nur bedanken. Bei allen Spendern, aber auch den Helfern und Unterstützern, die mit vor und während dieses Abenteuers zur Seite gestanden haben.“

Im Frühjahr 2017 hatte der für den TV Rönkhausen Fußball spielende Sergej den Entschluss gefasst, sich auf Ultra-Cross-Läufe zu wagen. „Da habe ich erstmals an einem ,Spartan Race‘ teilgenommen und war gepackt“, erklärte er im vergangenen November.

Das Islandfieber hatte den Grevenbrücker bei einem Urlaub im November 2016 gepackt, und als er von dem Ultralauf erfuhr, war das Ziel klar. „Es gibt einen Fünf-Meilen-Sprint und den 24-Stunden-Lauf. Ich habe Marathons und längere Crossläufe hinter mir, da war klar, welchen Lauf ich nehme.“

Die 24 Stunden wollte er aber nicht nur laufen, um seine persönlichen Grenzen zu erfahren, sondern als Sponsorenlauf für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe in Angriff nehmen. Sergej Neus Motivation: „Anderen helfen und dabei sehen, wo meine Grenzen liegen.“

Der Ausdauersportler ist „zufrieden mit seiner Leistung“. 6 Runden in 22,5 Stunden, 73 km, 3050 Höhenmetern auf und 3050 ab, 420 Burpees (Liegestützstrecksprung), 114 hammerharte Hindernisse, Platz 38 bei 369 Finishern von ursprünglich 525 Startern. Und das, obwohl er sich früh eine Muskelzerrung zugezogen hatte, und mit diesem Handicap weitermachen musste.

Sergej Neu: „Die Runden führten um eine Bergkette. Teilweise konnte man nur kraxeln, da die Strecke in der Dunkelheit komplett vereist war. Die Temperaturen schwankten zwischen + 5 und - 5 Grad und auf dem Berg wehten teils starke Winde. Das Wetter im Rennen hat einem wirklich alles geboten. Neben Hagel, Schnee, Windböen und Regen habe ich sogar die Nordlichter um Mitternacht beobachten können.“

Aber so ganz ist der Angestellte der Stadt Lennestadt mit sich nicht zufrieden – zum Glück für das Kinder- und Jugendhospiz. Neu hatte in 24 Stunden 100 Kilometer angepeilt und nicht geschafft: „Ich werde mich natürlich in diesem Jahr noch besser vorbereiten und nochmal die 100-km-Marke angreifen. Das Rennen wurde schon vom Veranstalter angekündigt. Neben Island stehen noch Norwegen und Finnland als mögliche Austragungsorte zur Auswahl.“

Bis zum nächsten Balthasar-Sponsorenlauf im Dezember geht‘s zur Vorbereitung über München, Berlin, Wien, Andorra, Italien, Holland, erneut Österreich, Schottland, England und Spanien am 8. Dezember zum 24-Stunden-Rennen in Norwegen, Finnland oder Island.

Sergej betätigte sich im Übrigen auch als Postbote: Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt hatte ihm ein Schreiben an seinen Amtskollegen in Reykjavik mitgegeben. Inhalt: Freundliche Grüße aus dem Sauerland in den hohen Norden und ein dickes Lob für den „reitenden Boten“, der sich einer 24-stündigen Tortur zugunsten des Kinder- und Jugendhospizes unterziehen wollte, Eine Städtepartnerschaft ist bisher noch nicht in Planung.

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