Abt Aloysius Althaus spricht bei Festakt für Hospizverein und Hospiz

„Sie geben der Liebe ein Gesicht“

Der Chor „Fleckenberger Sound Projekt“ übergab einen symbolischen Scheck.

Als der Verein „Hospiz zur heiligen Elisabeth“ im Jahr 1990 gegründet wurde und wenig später der Bau des St. Elisabeth Hospizes begann, hat wohl noch niemand damit gerechnet, dass es einmal zu einem solchen Abend wie am Donnerstag kommt. Zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Doppeljubiläums war eine illustre Gästeschar in den Lennestädter Ratssaal gekommen – darunter Vertreter aus der heimischen Politik und Wirtschaft.

Die Festansprache lag in den Händen vom Abt der Benediktinerabtei Königsmünster, Aloysius Althaus. Und es hätte kaum jemand passenderes an diesem Abend sprechen können, wie seine Biographie zeigt: Abt Aloysius Althaus ist nämlich gelernter Krankenpfleger und war nach seiner Aufnahme in den Orden lange Jahre Infirmar des Klosters. Damit war er für die Betreuung und Pflege der alten und kranken Brüder verantwortlich. „Ich stehe heute Abend vor Ihnen als jemand, der weiß, was sie leisten“, so der Abt. Das Jubiläum sei auch ein „Augenblick des Innehaltens“: „Wir müssen uns ernsthaft damit auseinandersetzen, um was es eigentlich geht. Was möchte Hospiz schenken, anbieten?“ Pflege sei nicht nur Pflege, sondern das Hinwenden zum Nächsten. „Sie haben sich auch als Menschen eingebracht, haben ihr Herz geöffnet und geschenkt“, sagte er an die Mitarbeiter gewandt.

„25 Jahre – diese Zahl spricht für sich“, so der Abt weiter. „Sie alle geben der Liebe ein Gesicht. Und deshalb kommen Gesichter in Ihre Einrichtung. Sie haben bis jetzt 25 Jahre lang Liebe geschenkt, Hinwendung, Begleitung und Beistand.“ „Lieben wir nicht alle das Leben? Ist nicht jede Lebensphase von Bedeutung?“, fragte Althaus in die Runde. „Menschen wollen in ihrer Würde ernst genommen werden. Und Sie lassen jeder Lebenssituation Würde zukommen“. Sterbende seien eben keine Menschen, deren Leben ohne Bedeutung ist, sondern „Menschen einer großen, nahen Zukunft.“ Der Tod gehöre zum Leben und sei natürlich wie die Geburt, sagte der Abt weiter. „Das Leben hat ein Anfang und ein Ende. Treten Sie weiterhin dafür ein, dass das Leben von Kranken und Sterbenden bis zum letzten Atemzug Qualität und Würde hat.“

Abt Aloysius Althaus war vor dem Festakt noch in den Räumen des St. Elisabeth-Hospizes gewesen und hatte sich dort ein Bild gemacht: „Ihre Räume sind Räume des Innehaltens und Segens für betroffene und beteiligte Menschen. Orte, an denen Kranke und Sterbende ihre Lebensängste verlieren können und an denen die Sterbensängste aufgefangen werden. Sie erledigen Ihre Arbeit ohne Rücksicht auf Geschlecht, Nationalität und Religion.“ Hospiz sei „ein Gedanke von Gastfreundschaft und Wegbegleitung“, so der Abt abschließend.

Pastor Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Hospizvereins, sagte in seinem Grußwort, die Mitarbeiter des Hospizes seien dafür da, „den Menschen in Grenzsituationen nah“ zu sein. „Sie wollen bestehen, wollen Helfer, Partner und Freunde sein.“ „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben“, sagte er in Anlehnung an das berühmte Zitat von Cicely Saunders, der „großen Dame der Hospizbewegung.“

„Oase des Luftholens und der Stärkung“

„Hospiz ist eine Raststätte auf dem Weg“, so Schmidt weiter. „Wir sind nicht das Ziel, sondern ein Ort zum Ausruhen und zum Kräfte sammeln. Eine Oase des Luftholens und der Stärkung.“

25 Jahre Hospiz bedeute 25 Jahre „Eintreten für die Würde des Lebens, gerade auch an seinem Ende. Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Wir sind verpflichtet, das Leben in der Phase des Sterbens erträglich zu machen.“ „Leben ist in jeder Phase der Existenz wertvoll“, führte er weiter aus. Leben sei nicht geschmälert durch Krankheit oder die Phase des Sterbens. „Hospizarbeit ist Dienst am Leben. Sie ist eine gelungene Antwort auf die Frage nach der Option für das Leben und nicht die Kapitulation vor dem Tod.“ Schmidt dankte allen Weggefährten und der Stadt Lennestadt, dass sie den Ratssaal für diesen Anlass zur Verfügung gestellt hat, und dass es in 25 Jahren „nie an der Hilfe von öffentlicher Seite gemangelt“ habe. Vor allem dankte er aber dem Team und den Mitarbeitern im St. Elisabeth-Hospiz dafür, „dass sie ihr Allerbestes geben, um dem Hospizgedanken Leben zu geben.“

Michael Beckmann, Lennestadts stellvertretender Bürgermeister erklärte, Hospizarbeit sei ein „wichtiges Anliegen“. Das Hospiz sei seit einem Vierteljahrhundert „fest in Lennestadt verankert“. Das Team sei verantwortlich dafür, dass Menschen „in Ruhe leben und in Frieden sterben“ können.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom „Fleckenberger Sound Projekt“ unter der Leitung von Dirk Steffen, einem Lennestädter, wie Thomas Arns vom Hospizverein, der durch das Programm führte, erklärte. „Er kommt aus Oberelspe, so viel Lokalgeschichte muss sein“, sagte Arns augenzwinkernd. Der Chor hatte dann – neben Liedern wie „Halleluja“, „Ubi caritas et amor“ oder „So soll es bleiben“ – auch noch eine Überraschung parat: Anfang 2015 haben die Sänger ihre erste CD aufgenommen. Pro verkauftem Exemplar gehen zwei Euro an das St. Elisabeth-Hospiz. Die Verantworlichen konnten daher einen symbolischen Scheck über 1000 Euro an Pastor Heinrich Schmidt überreichen. (Von Michael Sauer, m.sauer@sauerlandkurier.de)

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