"Sind nicht gegen einen Markt"

Zum Artikel "Penny kommt 2012" im Sauerlandkurier vom 24. Juli erreichte uns folgende Stellungsnahme von den "Bündnis 90/ Die Grünen".

In der Stellungnahme heißt es unter anderem: Der Rat der Stadt Lennestadt hat in der Ratssitzung vom 20. Juli den Vorhaben- und Erschließungsplan Nr. 139 "Lebensmitteldiscounter Boerger" gegen die Stimmen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen endgültig beschlossen.

Wir halten diese Entscheidung aus folgenden Gründen für einen großen Fehler:

1. Dem Ort wird ein ganz entscheidendes Stück seiner Historie genommen.

2. Die geplante Erschließung an dieser Stelle, das heißt an der wohl schmalsten Stelle in ganz Elspe und noch dazu in einer unübersichtlichen Kurve wird täglich ein erhebliches Verkehrschaos verursachen.

3. Mit der Eröffnung des Discounters und des zusätzlich vorgesehenen Fachmarktes ist der erste zusätzliche Leerstand in Elspe bereits festgeschrieben. Die Firma Schlecker wird den Markt auf dem Gelände der Familie Heite so schnell wie möglich schließen und in den Fach-markt umziehen.

4. Das eigentliche Ziel - die Bestandssicherung der ansässigen Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe - wird verfehlt, da der Standort zu sehr am Rand des Versorgungsgebietes liegt.

Verantwortlich ist die CDU

Verantwortlich für diese - für den Ort Elspe negative Entwicklung - sind die aktiven Elsper CDU-Mitglieder, die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Lennestadt und die Verwaltung. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir sind nicht gegen einen Lebensmittelmarkt in Elspe. Im Gegenteil, wir stellen uns ausdrücklich hinter das GMA-Einzelhandelsgutachten, das bereits im Jahr 2000 die Errichtung eines Lebensmittel-Supermarktes an einem integrierten Standort in Elspe fordert. Die Gutachter wollen aber eben nicht die alte, historische Bausubstanz vernichten sondern stellen diese als Alleinstellungsmerkmal, das der Stadtbildqualität förderlich ist, heraus und schreiben, dass "das städtebaulich integrierte Versorgungszentrum Elspe günstige Rahmenbedingungen" bildet, "da die Altbausubstanz mit einer weitgehend homogenen Bebauung des Ortskerns ein unverwechselbares städtebauliches Ensemble darstellt." Dabei hätte es bereits in der Vergangenheit durchaus eine Möglichkeit gegeben einen Lebensmittelmarkt an einem integrierten Standort zu bauen: Als das Haus des früheren Zahnarztes Schneider verkauft wurde hätte die Möglichkeit bestanden, das Grundstück mit dem Parkplatz Schöttes zusammenzufassen und dort zu bauen. Von diesem Standort hätten die Geschäfte am Marktplatz wesentlich mehr profitiert als bei der jetzigen Planung. Eine nahezu optimale Lösung könnte darin bestehen, an der Bielefelder Str. die Grundstücke Heite, Gabriel und Wüsthoff zusammenzulegen. Das wäre nicht nur ein ideales Areal für einen Lebensmittelmarkt, es würde zusätzlich bestehender Leerstand und künftiger Leerstand (derzeitiger Schleckermarkt) beseitigt. Bei diesen Grundstücken handelt es sich in der Tat um einen "städtebaulich integrierten Standort", der den bestehenden Einzelhandel in Elspe, insbesondere im Bereich des Marktplatzes wirkungsvoll unterstützen würde".

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