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Planungen für Windkraftanlagen im Kreis Olpe werden konkreter

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Von: Inge Schleining

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Planungsgebiet Windenergieanlagen Lennestadt Ostwind GmbH
So sehen die Planungen der Firma Ostwind für die acht Windendergieanlagen zwischen Kirchveischede/Bilstein und Benolpe aus. © Ostwind Erneuerbare Energien GmbH

Hochbetrieb herrschte am Dienstagabend im Ratssaal der Stadt Lennestadt. Etwa 40 Zuhörer besuchten die Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtentwicklung und Bauen. Denn auf der Tagesordnung stand ein Thema mit Konfliktpotential.

Lennestadt - Die Planungen zur Errichtung von zwölf Windrädern im Veischedetal waren wohl der Anlass für viele Betroffene die Ausschusssitzung zu besuchen. Nach Aufruf des entsprechenden Tagesordnungspunkts stellte der Beigeordnete Karsten Schürheck klar, dass die Verwaltung lediglich Informationen weitergeleitet habe, „die Investoren sind auf uns zugekommen.“ Sie haben die Stadt von ihren Planungen in Kenntnis gesetzt, aber: „Bisher hat es keine Verhandlungen gegeben“, so Schürheck.

Demnach planen unter anderem zwei Investoren insgesamt zwölf Windräder auf dem Höhenzug zwischen Kirchveischede/Bilstein und Benolpe zu errichten (der Sauerlandkurier berichtete). Dabei überschneiden sich allerdings die Gebiete teilweise, ein Windrad soll in nur etwa 350 Metern Entfernung zur Hohen Bracht stehen.

Gregor Schnütgen, Fraktionsvorsitzender der CDU, plädierte dafür, gemeinsam mit den Investoren Lösungen zu finden. Die geplanten Anlagen seien nicht wie die, die bereits im Stadtgebiet stehen, sondern viel höher. Die Stadt Lennestadt werde mit den Investoren verhandeln, „die Entscheidung trifft der Kreis Olpe“, so Schnütgen. Und den müsse man auffordern, auch den Blick auf die Planungen der anderen Kommunen zu richten. Im Veischedetal seien insgesamt vier Kommunen betroffen, die Stadt Attendorn hat potentielle Standorte für die Windkraftnutzung untersucht, würden in den untersuchten Gebieten Anlagen gebaut, sei der Ort Kirchveischede zu 205 Grad von Windkraftanlagen umzingelt. „Wir werden uns mit diesem Thema weiter beschäftigen“, so Schnütgen, zudem sollten auch die Orte beteiligt werden. Dabei müssten Denkmalschutz, Abstandsregeln und Umweltschutz beachtet werden.

Sein Stellvertreter an der Fraktionsspitze, Bernd Brüggemann, ergänzte: „Es liegen noch keine Anträge vor“ und die Anträge müssten auch untereinander kompatibel sein, so planten die Firmen Ostwind und VSB teilweise im selben Bereich. Aber die Planungen betreffen Gebiete, auf die die Stadt Lennestadt keinen Einfluss habe. Die Gebiete sind in Landes- bzw. Privatbesitz.

Oft höre man als Politiker den Vorwurf „Ihr seid ja auch dafür, weil ihr Geld dafür kriegt“, so Brüggemann. Denn die Kommunen werden oft finanziell an den Erlösen beteiligt. Brüggemann regte an, dieses Geld in den betroffenen Orten als „kleines Schmerzensgeld“ anzulegen und stellte gleichzeitig klar: „Wir müssen planen, der Gesetzgeber erwartet das von uns und wir dürfen keine Verhinderungsplanung machen“.

Maximilian Ellinger, SPD: „Wir waren erschrocken über die Anzahl der Anlagen“, er bat darum, mit den Vorhabenträgern ins Gespräch zu kommen. Den Vorschlag, die Gelder in die betroffenen Orte zu leiten, begrüßte er.

Dr. Gregor Kaiser, Fraktionsvorsitzender der Grünen, plädierte dafür, die Gelder allen Orten zugute kommen zu lassen. Er schlug vor anzustreben, in einer Netzgesellschaft als Mitinvestor tätig zu werden. Wichtig sei, dass die Bürger davon profitieren.

Abschließend sagte Bürgermeister Tobias Puspas die Stadt Lennestadt müsse „ein Zeichen setzen für die, die unter der Anlage leiden müssen“. Er könne sich besondere Projekte für die betroffenen Dörfer vorstellen, die über eigentlich geplante Projekte hinausgehen. Weiterhin müssten die Abstände kritisch betrachtet werden und eine Umzingelung einzelner Ort müsse verhindert werden.

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