360 Socken für Obdachlose

In ihrem Sessel am Kamin strickt Lotti Heydorn das ganze Jahr über Socken für Obdachlose Menschen. Foto: Simon Uth

"Lotti Heydorn aus Grevenbrück ist ein echter Weihnachtsengel", das gestand ihre Kegelschwester Walburga Weier aus Grevenbrück der Redaktion vom SauerlandKurier .

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte war die Neugierde geweckt und es wurde ein Treffen in der Lohmke 6 vereinbart.

Zuhause bei Lotti Heydorn erzählte sie, dass sie in der evangelischen Frauenhilfe Grevenbrück tätig ist und dort ein guter Kontakt zum Amalie-Sieveking-Haus in Lüdenscheid besteht. Hier sind Altenheim, Hospiz und Wohnheim für Hilfebedürftige Menschen unter einem Dach.

In einem Gespräch mit dem Leiter Hans Peter Osterkamp erzählte er ihr, dass mit ihm ein paar Mitarbeiter jedes Jahr zu heilig Abend Obdachlose in ihren "Nachtlagern" besuchen und Spenden verteilen. "Und von dem Restgeld kaufen wir Socken die noch verteilt werden", so Osterkamp. An diesem Punkt fiel bei Lotti Heydorn der Groschen.

Als größtes Hobby hat sie die Handarbeit, wobei das Stricken von Socken im Mittelpunkt steht. Ein idealer Beitrag um ihr soziales Engagement zum Ausdruck zu bringen. Ob Frühling, Sommer Herbst und Winter, die Grevenbrückerin strickt nun schon zum vierten Jahr in folge warme Wollsocken, die in der Christnacht mit anderen Spenden an Obdachlose verteilt werden.

Dabei sitzt sie teilweise bis 01.00 Uhr Nachts in ihrem Sessel am Kamin und guckt dabei Fernsehn - denn stricken ist nach so viel Übung Nebensache und geht auch blind. Für ein Paar braucht sie dabei etwa zwölf Stunden und 100 Gramm Wolle (ein Knäuel), was ihr keiner bezahlt. Hin und wieder bekommt sie mal ein paar Reste geschenkt, die auch alle verwertet werden. Allein in diesem Jahr hat Lotti Heydorn somit 48 Paar Socken zusammen bekommen, die sie bereits dem Amalie-Sieveking-Haus gestiftet hat. Insgesamt waren es in den vergangenen vier Jahren 180 Paar.

Ihr Mann, der leider schon vor neun Jahren verstorben ist, hat damals schon gesagt: "Irgendwann wirst du noch süchtig nach dem stricken." Sie selbst kann mit ihrem Hobby armen Menschen eine große Freude machen und meint: "So lange ich zwei gesunde Hände habe werde ich auch immer weiter stricken." Ein Engagement, dass den Titel "Weihnachtsengel" zu 100 Prozent verdient hat.

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