Sonntagsfrage: Das Gendiagnostikgesetz, Segen oder Fluch?

Kreis Olpe. Der Bundestag hat nun, nach monatelangem Hin und Her das Gendiagnostikgesetz verabschiedet. Eine Gesetzeslücke im Umgang mit genetischen Daten ist geschlossen, so Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Das gerade vom Bundestag verabschiedete Gesetz soll den Umgang mit sensiblen Daten regeln

Konkret: Vorgeburtliche Untersuchungen sind auf rein medizinische Zwecke beschränkt, heimliche Vaterschaftstests sind ebenso verboten, wie Untersuchungen auf Krankheiten, die nach Vollendung des 18. Lebensjahres ausbrechen könnten.

Untersuchungen sollen grundsätzlich nur mit Einwilligung der zu untersuchenden Person und ausschließlich von Ärzten vorgenommen werden dürfen. Erlauben die Untersuchungen eine Voraussage über die Gesundheit der untersuchten Person oder eines ungeborenen Kindes, ist eine Beratung vor der Untersuchung zwingend vorgeschrieben.

Auch Versicherungsunternehmen dürfen grundsätzlich keine Auskünfte über genetische Daten verlangen. Ausgenommen sind jedoch Lebens-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Pflegerentenversicherungen mit einer Leistung von mehr als 300.000 Euro insgesamt oder 30.000 Euro jährlich. Nun ist es beschlossen, aber allein der Gesetzentwurf sorgte für reichlich Kritik: "Viele gute Ansätze, aber auch einige gravierende Schwächen" attestiert die Bundesärztekammer, der Bundesrat kritisierte insbesondere den Arztvorbehalt beim Neugeborenenscreening als "nicht praxistauglich".

Hebammen und Entbindungshelfer müssten weiterhin zur Vornahme dieser Untersuchung berechtigt sein und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kritisierte, dass mit dem Gesetz jede Benachteiligung aufgrund von Genen verhindert werden soll, das ungeborene Leben von diesem Benachteiligungsverbot ausdrücklich ausgenommen wird.

Wie ist Ihre Meinung zum Gendiagnostikgesetz? Finden Sie es in Ordnung oder zu schwammig?

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