Sprachgenie unterwegs

Rebecca Pascu findet im Praktikum ihren Traumberuf

Rebecca Pascu bei ihrem Praktikum in Italien, auf Dienstreise in der Region Bolsena See.

Lennestadt. Praktikanten sollten aufmerksam und interessiert sein, sie sollen in den zukünftigen Beruf hineinschnuppern und kleinere Aufgaben erledigen. Dass sie mit auf Dienstreise nach Italien fahren und dort eigenständig Vertragsverhandlungen führen, ist wohl eher die Ausnahme.

Aber wer sich so gut anstellt und ein solches Sprachtalent besitzt wie die 17-jährige Rebecca Pascu aus Elspe, dem werden auch anspruchsvollere Tätigkeiten anvertraut.

In den Sommerferien absolvierte sie ein Praktikum bei Unternehmensberater Jochen Balduf in Bilstein. Zu seinen Kunden gehören viele Reiseunternehmen, darunter auch ein Spezialanbieter für Italienreisen in der Region Bolsena See. Da traf es sich gut, dass die Schülerin fließend Italienisch spricht.

„Verhandlungen souverän gemeistert“

So ging sie mit auf Dienstreise nach Italien und führte am letzten Tag selbstständig die Vertragsverhandlungen. Jochen Balduf ist begeistert: „Sie hat die Verhandlungen souverän gemeistert, hat viele gute Ideen gehabt und ihre Meinung geäußert.“ Ihre sozialen Kompetenzen hat sie sich im elterlichen Eiscafé angeeignet. „Ich war früher extrem schüchtern“, sagt Rebecca, aber durch die Beschäftigung im Eiscafé und den Kontakt zu den unterschiedlichsten Leuten ist sie heute offen und kontaktfreudig. Dazu fällt es ihr leicht, Sprachen zu lernen. Sie stammt gebürtig aus Rumänien, kam vor zehn Jahren nach Deutschland. Sehr schnell lernte sie Deutsch, qualifizierte sich für das Gymnasium, spricht heute akzentfrei und lernte begeistert weitere Sprachen. So auch Italienisch vom Vater. Mittlerweile spricht sie sieben Sprachen: Rumänisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch, Lateinisch und Spanisch.

Der Bolsena See ist ein touristisch wenig erschlossenes Traumurlaubsziel.

Zur Zeit ist Rebecca Pascu in Florenz auf Klassenfahrt und kann auch hier als Übersetzerin helfen. Im Oktober steht die nächste Dienstreise zu weiteren Verhandlungen in Italien an. Denn das Praktikum soll zur Dauerbeschäftigung werden – neben ihrer Arbeit in der Eisdiele und dem Lernen für das Abitur.

Und was sie nach dem Abitur macht, steht ebenfalls schon fest. Ein duales BWL-Studium mit Schwerpunkt Touristik und einer Anstellung bei Jochen Balduf.

Vorher plant Rebecca aber noch ein großes Abenteuer: Nach dem Abitur möchte sie mit der elterlichen „Ape“, einem dreirädrigen Kleintransporter, nach Italien fahren – in die Region, die sie dann beruflich betreut, nach Bolsena See. Ihr zukünftiger Chef hat ihr bereits einen gebührenden Empfang versprochen.

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