Nach fünf Jahren Planung kommt es 2021 zur Erweiterung am Standort in Altenhundem

Drei zusätzliche Betten für das St.-Elisabeth-Hospiz

So soll das St.-Elisabeth-Hospiz nach Umbau und Renovierung von außen aussehen.
+
So soll das St.-Elisabeth-Hospiz nach Umbau und Renovierung von außen aussehen.

Das schönste Geschenk macht sich der Hospizverein, der im nächsten Jahr 30 Jahre jung wird, selbst: Mit dem Kauf der rechten Etagenseite im 2. Obergeschoss des Josefinums kann endlich der lang gehegte Wunsch nach einer Vergrößerung realisiert werden. Nach dem Umbau stehen dann neun Plätze für die Gäste des Hospizes zur Verfügung; außerdem wird die Situation von Angehörigen, die im Hospiz übernachten möchten, deutlich verbessert. Nicht zuletzt profitieren auch die Hospiz-Mitarbeiter vom Projekt.

Altenhundem - In einem Pressegespräch stellten Architekt Andreas Eickelmann, die Vertreter des Hospizvereins, Martin Schäfer (Geschäftsführer), Pfarrer Heinrich Schmidt (Vorsitzender) und Alfons Heimes (Stellvertretender Vorsitzender) sowie Heidrun Pahlke, stellvertretende Hospizleitung, das rund 2 Millionen Euro teure Projekt vor.

Fünf Jahre der Überlegungen und Planungen

Vor rund fünf Jahren wurde der Wunsch nach einer Vergrößerung des Hospizes erstmals formuliert. Viele Überlegungen folgten, wie das am Besten umzusetzen wäre: Gebäudeaufstockung am Standort, Umzug in ein anderes Gebäude, Zukauf von benachbarten Etagen oder Räumen. Sehr konkret wurde es dann 2019, nachdem die Hospitalgesellschaft ihre Bereitschaft signalisiert hatte, die rechte Etagenseite im 2. Obergeschoss des Josefinums zum 1. Januar 2021 verkaufen zu wollen. Für die Bewohner der Alten-WGs, die bisher in diesem Gebäudeteil untergebracht waren, wurde eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden, berichtet Martin Schäfer. Damit war der Weg endlich frei für die Hospizerweiterung.

Stellten die Pläne für die Hospizerweiterung vor (v.l.): Pfarrer Heinrich Schmidt (Vorsitzender des Hospizvereins), Heidrun Pahlke(stellvertretende Hospizleitung), Martin Schäfer (Geschäftsführer Hospizverein), Andreas Eickelmann und Alfons Heimes (stellvertretender Vorsitzender des Hospizvereins).

Künftig neun statt sechs Plätze für Hospizgäste

Architekt Andreas Eickelmann stellte die Pläne vor, die eine räumliche Verdopplung des Hospizes bedeuten. Im neuen Bereich (rund 550 qm) entstehen drei großzügig eingerichtete Gästezimmer, zwei davon werden als Appartements gestaltet, so dass künftig auch Angehörige der Hospizgäste komfortabel übernachten können, um zu jeder Zeit bei ihren geliebten Menschen sein zu können. Das war bisher nur eher als Notbedarf möglich; gefehlt habe zum Beispiel auch eine kleine Teeküche für die Besucher. In jedem Zimmer soll es künftig außerdem einen kleinen Balkon geben, auf dem mindestens zwei Stühle Platz finden. Zwei Wintergärten dienen zusätzlich als Treffpunkte für Bewohner und Gäste. Eine Verbesserung der Räume für die Mitarbeiter geht beim Projekt schließlich einher. Die Bausubstanz werde nicht angegriffen, zusätzliche Wände und Glaselemente reichen aus. Künftig kann das Hospiz dann neun Plätze (ein zehnter stünde im Notfall bereit) anbieten, bislang sind es „nur“ sechs (plus einer für den Notfall).

Aktuelle Räume werden modernisiert - Aufzug wird installiert

In einer zweiten Phase steht dann die Modernisierung der seit elf Jahren genutzten Räume (rund 430 qm) des bestehenden Hospizes an. Besonders im Fokus: Die Eingangssituation. Ein Außenaufzug soll den Angehörigen vor allem am Abend und in der Nacht den Zugang zum Hospiz deutlich erleichtern. Die Hospizbesucher müssten außerdem nicht mehr unbedingt den Eingang durch das Josefinum nutzen - gerade in Coronazeiten würden so Kontakte vermieden.

Grundriss (zum Vergrößern oben rechts klicken)

Der Hospizverein freut sich sehr über die Chance zur Erweiterung. Alfons Heimes: „Wir sind nicht Größenwahnsinnig geworden. Die Notwendigkeit ist einfach da. Das Hospiz wird künftig noch dringender gebraucht als jetzt schon.“ Und mit Blick auf die „zu langen“ Wartelisten (stets zwischen 5 und 20 Personen) auf einen Platz im Hospiz ergänzt er: „Das können wir uns gesellschaftlich nicht erlauben.“

Auf Spenden angewiesen

Auf die Unterstützung der Gesellschaft muss der Hospizverein auch in finanzieller Hinsicht setzen. Das Projekt ist mit über 2 Millionen Euro taxiert (Kauf: ca. 1 Million Euro, Umbau: ca. 600.000 Euro, Aufzug: 160.000 Euro, Einrichtung: ca. 170.000 Euro, Renovierung Altbestand: 150.000 Euro). Volksbank und Sparkasse hätten gemeinschaftlich ein attraktives Finanzierungsangebot ausgearbeitet, dennoch müsse ein erheblicher Eigenanteil geleistet werden. „Wir haben in den vergangenen Jahren Erbschaften bekommen. Ohne die wäre das Projekt gar nicht möglich“, so Martin Schäfer. Dennoch sei man unbedingt auf weitere Spenden angewiesen; und da tun sich kleine Sorgenfalten auf: Weil in diesem Jahr keine Benefizkonzerte und -aktionen stattfinden durften, fehlten rund 60.000 Euro im Vergleich zum Vorjahresspendeneingang. Daher bittet der Hospizverein um Unterstützung für die Arbeit mit den Schwerstkranken und Sterbenden. Spendenkonto DE 07 4625 1630 0040 0067 69 bei der Sparkasse ALK

Martin Schäfer: „Auch wenn wir nicht wissen, wie sich die finanzielle Situation entwickelt, gehen wir dieses Projekt mit Freude an. Wir sehen es auch als Zeichen der Hoffnung in diesen Zeiten: Es geht weiter.“ Die Arbeiten sollen beginnen, sobald der Kaufvertrag unterschrieben ist. Der Bauantrag geht in Kürze im Rathaus ein, dann folgen die Ausschreibungen für die Arbeiten. Ein Wunsch mit Blick auf den Zeitplan ist die Fertigstellung der neuen Räume zum 24. November 2021 - dann wird der Hospizverein 30 Jahre jung. Es wäre natürlich das schönste Geschenk, das sich der Verein selbst machen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare