"Starlight Express" fährt durch's GymSL

Das gesamte Forum des Gymnasiums der Stadt Lennestadt verwandelt sich am Samstag, 27. Januar wieder in eine Musical-Showbühne.

Tolle Kostüme, bekannte Lieder, liebevolle Deko und ein außergewöhnlicher Auftritt warten auf Viertklässler

Altenhundem. (avo)

"Rusty", die liebenswerte, aber technisch veraltete Dampflok und auch der wirkungsvolle Auftritt der hyper-modernen E-Lok "Electra" sind genauso vertreten wir der schöne 1.-Klasse-Waggon "Pearl". Das Erfolgsmusical "Starlight Express" drehte schon etliche Male seine Runden im heimischen Altenhundem. Dabei sind die Akteure keinesfalls erfahrene Musicalstars oder Sänger sondern Schüler der fünften Klassen des Gymnasiums der Stadt Lennestadt. Jeder kennt wahrscheinlich noch das Gefühl, wenn man von der behüteten Grundschule auf die weiterführende Schule wechselt. Unbekannte Lehrer, völlig neue Schulkameraden und am besten noch mit dem Bus zur Schule fahren. Alles das sollen die Zehnjährigen innerhalb kürzester Zeit schaffen. Um die Integration und den Zusammenhalt unter den Schülern zu fördern haben sich die Lehrer des Gymnasiums der Stadt Lennestadt schon vor Beginn des neuen Schuljahrs 2006 überlegt mit den 83 Schülern das Erfolgsmusical Starlight Express einzustudieren.

Birgitta Steinacker, Karl-Ludwig Hurcks und Gerd Heuel, die Klassenlehrer der neuen 5-er-Klassen, nahmen das Projekt in Angriff. Insgesamt 35 Stunden benötigte Gerd Heuel, um die Musik sekundengenau abzumischen. Die beiden Sportlehrer Steinacker und Hurcks fingen mit Unterrichtseinheiten "Inliner fahren" an. "Wir mussten zuerst einmal sehen, wie gut die fahren können."

Schnell standen die Hauptakteure fest. Nach der Rollenverteilung und der Einteilung in Gruppen wurde jede Woche geübt. "Die Kinder waren von Anfang an mit Begeisterung dabei", freute sich Birgitta Steinacker. Erst nach den Herbstferien wurden aus den Einzelübungen Gruppentrainings. Da konnte dann auch "die Feinabstimmung gemacht werden. Zeitgleich gab es Planungen für die Kostüme. Hier wurden die Eltern mit ins Boot geholt. Anhand von Fotos wurden Kostüme genäht, geklebt und genietet, die liebevoller und originalgetreuer kaum hätten sein können. "Ich habe mein altes Kommunionkleid dafür genommen", erklärte eine Mutter. "Ich habe stundenlang Alufolie um eine Gerüst aus Pappe gewickelt", schmunzelt eine andere.

Damit aber nicht genug. Die Schüler, die sich auf Inlinern nicht so sicher fühlten, arbeiteten wochenlang im "Deko-Team". Sie malten unter der Anleitung von Gerd Heuel riesige Sterne und fertigten Lokomotiven und Waggons an, um der Aufführung einen besonderen Rahmen zu geben. Als das 18-köpfige Team erstmalig — nach Wochen — den Proben zuschaut, kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Und es ist zum Staunen. Die Fünftklässler sausen durch das Forum der Schule, als hätten sie nie etwas anderes getan. Ein Mädchen wird an einem Seil von der Decke herabgelassen und schwebt auf die Bühne. Alle geben ihr Bestes und das merkte auch das Publikum bei der Premiere am 13. Dezember, bei der die Eltern in den Genuss kamen als erste zu sehen, was ihre Kinder zu leisten imstande sind. Tosender Beifall und Zugabe-Rufe nahmen kein Ende. Mittlerweile haben die Kinder schon drei weitere Auftritte absolviert. Der durch Zufall anwesende Bürgermeister Alfons Heimes wollte nur zehn Minuten zusehen — er blieb bis zum Schluss.

Auftritt beim TOT am 27. Januar

Nun steht der eigentliche Auftrittstermin bevor. Am Samstag, 27. Januar, veranstaltet das GymSL eine Tag der offenen Tür für Schüler der vierten Klassen. Hier wird zu Beginn der Veranstaltung der Starlight Express aufgeführt. Aber damit noch nicht genug: Aufgrund der großen Begeisterung bei allen Zuschauern werden die Schüler am 14. Februar drei weitere Auftritte haben. Außerdem sollen Kindergärten und ein Altenheim die Möglichkeit bekommen, das Musical im GymSL bestaunen zu können.

Die Vorbereitungen haben die Schüler zusammengeschweißt, aber auch den Zusammenhalt bei den Eltern gefördert. Es gibt bereits erste Planungen, dass sich Familien "das Original" zusammen ansehen wollen. Aber auch für die drei Klassen sieht es so aus, als könnten sie in naher Zukunft nach Bochum fahren, um sich das ein oder andere "Vorbild" live anzusehen.

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