"Wir müssen zusehen, dass wir wieder vorwärts kommen"

Bürgermeister Stefan Hundt spricht über den Umgang mit der Corona-Krise

Im „Sommerinterview“ berichten Thomas Meier, Fachbereichsleiter Schulen und Soziales, Bürgermeister Stefan Hundt und Ingo Wirth, Bereichsleiter Sicherheit und Ordnung (v.l.), über die Situation in Lennestadt in Corona-Zeiten.
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Im „Sommerinterview“ berichten Thomas Meier, Fachbereichsleiter Schulen und Soziales, Bürgermeister Stefan Hundt und Ingo Wirth, Bereichsleiter Sicherheit und Ordnung (v.l.), über die Situation in Lennestadt in Corona-Zeiten.

Lennestadt - Auch wenn die „Berichterstattung momentan sehr Corona-lastig“ ist, wie Bürgermeister Stefan Hundt im Sommerinterview im Rathaus zum Umgang mit der Pandemie der Stadt befindet, so ist doch kein Vorbeikommen an diesem Thema.

Es müssen Maßnahmen eingehalten, Regeln besprochen und Entscheidungen diskutiert werden. So auch im Rathaus der Stadt Lennestadt. „Corona hat alles überschattet“ und es sei eine große Last an Verantwortung mit der unbekannten Krise gekommen, auf die sich niemand vorbereiten konnte.

Austausch und Gespräche als erste Maßnahme 

Zuerst sei am Kommunikationsaustausch in allen Bereichen gearbeitet worden, erklärt Bürgermeister Hundt weiter. Der regelmäßige Austausch „war das oberste Gebot“ für Stefan Hundt. Zudem seien Schwerpunkte auf die Themen „Schule“ und „Sicherheit“ in einer extra gegründeten Gruppe gelegt worden. Auch wurde alles „öffentlich wirksam begleitet.“ „Ich bin stolz, wie das in der Lennestädter Bevölkerung abgelaufen ist“, sagt Stefan Hundt. Der Austausch sei „konstruktiv und kommunikativ“ gewesen. Dazu habe die Stadtverwaltung schon früh die Schulleiter eingeladen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. „Das was möglich war, ist auch möglich gemacht worden.“ Dennoch sorgte sich Bürgermeister Stefan Hundt ob das Anforderungspotential auch richtig war. Waren die getroffenen Strategien zur Bekämpfung des Coronavirus richtig oder vielleicht nicht? Sind grundsätzliche Fehler gemacht worden? „Wir haben das gut gemacht“, betont Stefan Hundt, „nichts ist übertrieben worden und das Feedback war positiv.“ Dennoch sei die Verantwortung in jeder Kommune hoch.

„Wir haben auf Schutzverordnungen gewartet“, berichtet Ingo Wirth, Bereichsleiter für Sicherheit und Ordnung. Seit dem 20. März seien intensive Kontrollen durchgeführt worden, besonders abends und am Wochenende. „In den Gastronomien, im Einzelhandel, Friseurläden. Bei allen, die von den Maßnahmen betroffen waren.“ Bislang wurden 63 Bußgeldverfahren eingeleitet, wie Ingo Wirth weiter erzählt. Der Großteil davon wegen Ansammlung von Gruppen. Zurückblickend ist der Bereichsleiter jedoch zufrieden. „Der Großteil hat sich jedoch an die angeordneten Maßnahmen gehalten.“ Zu Beginn traten Probleme im Einzelhandel auf. Niemand wusste, wie die neu angeordneten Maßnahmen umgesetzt werden sollten. Deswegen gab es eine hohe Nachfrage ans Ordnungsamt zur richtigen Lösung der Probleme und Umsetzung der Maßnahmen.

Verordnungen des Landes "undeutlich formuliert"

Die ständig ändernden Vorschriften des Landes vereinfachten jedoch die Aufgabe der Stadt und der einzelnen Behörden nicht. Im Gegenteil, wie Thomas Meier, Fachbereichsleiter Schule und Soziales erklärt: „Es war schwierig, was die Vorschriften des Landes betraf. Informationen kamen zu spät und waren undeutlich formuliert.“ Dazu seien „die ständigen Änderungen der Informationen“ ebenfalls ein Hindernis gewesen, wie Ingo Wirth berichtet. Die momentane Problematik liegt bei den Kinos, die am heutigen Samstag öffnen dürfen. Doch bislang fehlen jegliche Informationen und Hinweise zu Schutzmaßnahmen des Landes.

„Wir sind seit Wochen an einem Scheideweg“, sagt Bürgermeister Stefan Hundt. „Es kann nicht erwartet werden, dass wir für alle Branchen ein Corona-Schutzhandbuch haben, in dem alles detailliert beschrieben ist. Die Gesellschaft bewertet die Lage extrem, aber wir müssen die Volkswirtschaft wieder in Gang bekommen. Wir können nicht sagen es ist Corona und jetzt steht alles still. Natürlich müssen Regeln eingehalten werden, aber wir müssen zusehen, dass wir wieder vorwärts kommen. Die Verantwortung dafür liegt im persönlichen und gewerblichen Geschäftskreis.“

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