Regeln sind da, um sie zu biegen

Musik-Tipp: Klischée

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Die Band um William Bejedi hat ihr zweites Album herausgebracht.

Ausgerechnet die Band, die mit dem Mut zur spezifschen Lücke den Durchbruch schaffte, macht sich nun frei von Genre-Stempeln und Experten-Etiketten. Was bleibt ist eine breite Palette urbaner Tanzmusik. Und ein zweites Album, vor dessen Wucht die Kids da draußen auf den Tanzflächen gewarnt werden müssen: Lasst eure Klischeevorstellungen besser daheim!

"Halt Klischée!". Fans und Freunde der Band hatten ihre liebe Mühe damit, den Sound der vier Jungs mit den passenden Worten zu beschreiben. "Electro-Swing" war wohl die gängigste Aufschrift. Mit dem punktgenauen Mix zwischen einer reizenden Monotonie der Moderne und den warmen Klängen der Roaring Twenties an bis hin zu den Big Bands in den 1950ern schaffte Klischée das, was sich eigentlich jede Band wünscht: Einen unverkennbaren Stil, Wiedererkennungswert garantiert. Einen eigenen Audio-Brand. Passt! Die Clubs wurden grösser, die Festival-Agenden länger. Mit ihrem ersten Album "Touché" (2014) und dem folgenden Abstecher in die Schweizer Album Charts haben die Jungs ihren Status "Geheimtipp" endgültig gelöscht. Und jetzt?

Fluch und Segen einer klaren Positionierung liegen auf der Hand – oder in diesem Fall auf dem Plattenteller. Verschanzt man sich zu sehr in der eigenen Nische, in der man heranwuchs, droht man, darin zu verschwinden. Wagt man den Schritt heraus und tüftelt man sich auf neue musikalische Wege, wenden sich die Puristen und Bewahrer ab, früher war alles besser und so. Man kennt die Leier.

In dieser verzwickten Lage haben die vier Jungs das einzig Richtige gemacht: Gut gemeinte Ratschläge dankend abgelehnt. Mit ihrem Zweitlingswerk "Bend the Rules" emanzipiert sich die Band von sich selbst und macht dabei deutlich, dass Vorschriften was für die Haushaltsschule sind. Nicht aber fürs Musikstudio, für die Bühne schon gar nicht. Wer die Band mal live gesehen hat, weiß, dass sie musikalische Scheuklappen nicht mal vom Hörensagen kennt. In den Live-Shows wurde allerhand rumexperimentiert, kein Versuch ausgelassen. Klischee hin oder her. Dass sie die Vielfalt verinnerlicht haben, hört man der neuen Platte nun an. Klar ist das Album auch für die Kopfhörer, Streams und das Radio gemacht. Aber der Truppe geht es nicht um Klicks oder Rotation, sondern um das Hier und Jetzt, das Live. Deshalb muss man davon ausgehen, dass die Tracks, eingehüllt in die passenden Visuals und Licht-Effekte, so ziemlich den letzten Quadratzentimeter einer jeder Tanzfläche aufwirbeln werden. Allzu viel Luft für die passenden Worte bleibt da nicht übrig. Glücklicherweise gibt’s hierfür William Bejedi. Die Stimme und das Gesicht der Band, die so viele davon hat.

Wer den charismatischen Frontmann on Stage zu schätzen gelernt hat, wird ihn in den neuen Songs stärker wieder nden als zuvor. Mal rappt er "en français" über die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ("Mais Non, Mais Non") oder über den Weg, den ein Produkt in unserer ach so globalisierten Welt zurücklegt ("Du Pays des Couleurs"). Über die wenig entscheidungsfreudige Generation Y, der alle Türen und Möglichkeiten o en stehen, sinniert er im Song "You Want More" (in Englisch).

In eine ähnliche Richtung geht es bei "Crazy", wo er unserem aller alltäglichen Begleiter, dem Smartphone, seine Hassliebe erklärt. Fragen der Zugehörigkeit und des Spiels mit Konformitäten werden in "Damn Hot" und der Albumsingle "Bend the Rules" angerissen, während er in "I don’t know" der Frage nachgegangen ist, was und wo denn eigentlich das Zuhause ist und was Integration bedeutet. Das sind Fragen, die sich eine Band in einer weltoffenen und modernen Schweiz stellen muss, sind die vier überzeugt. Dass man dazu noch so richtig abgehen kann, ist nicht die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Es ist die Regel. Wohl die einzige, die nicht gebrochen wird.

Musikalisch geht die Band nun einen, zwei, drei Schritte weiter. Sie rennt regelrecht. Als hätten sie jeden Laut, der in letzte Zeit durch den Pop-Äther ging, irgendwo aufgesaugt und abgespeichert, mit anderen gekreuzt, und in elf satte Tracks gepackt. Da ist diese funky Disco-Gitarre, die die Bassline kitzelt ("You Want More"), die ge lterten Dance-Synthies für die großen Hallen ("Mais Non, Mais Non"), das sphärische Piano getragen von den minimalistischen Drums ("Man on the Moon"). Wer in letzter Zeit die guten alten Two-Step-Elemente vermisst hat – Klischée hat sie wieder gefunden ("Bend the Rules") und mit Trap gemixt, die Steh-auf-Pop-Nummer ("Come With Me") ndet sich genauso auf dem Album wie das soulige R’n’B-Intermezzo ("I Don’t Know"), um den Waden die knapp vierminütige Pause zu gönnen, die sie so dringend nötig haben. Für die Nostalgiker im Publikum hat die Band mit "Swing It Like Roger" noch eine kleine Hommage an die vergangenen Tage mitraufgepackt, für damals, als der Regenbogen noch schwarz-weiß war und die Band noch Studi-Partys zum Kochen brachte. Und jetzt das?! "Klar doch. Klischée halt!"

Der kurier verlost dreimal eine CD "Bend the Rules". Nachstehend die Teilnahmebedingungen.

Der KurierVerlag Lennestadt GmbH, Kölnerstraße 18, 57368 Grevenbrück, nachfolgend SauerlandKurier genannt, verlost  drei CDs von Klischée.  Mit der Teilnahme an dem Gewinnspiel erklärt sich der User mit den folgenden Punkten einverstanden:

1. Gewinn: Mit der Teilnahme hat jeder Facebook-Nutzer die Möglichkeit, jeweils 1 CD  zu gewinnen.

2. Teilnahme: Die Teilnahme am Gewinnspiel erfolgt unter dieser URL: https://www.facebook.com/sauerlandkurier Der Preis wird unter allen verlost, die den Gewinnspielbeitrag kommentiert haben. Eine Teilnahme über den Postweg ist nicht möglich.

3. Gewinnspielzeitraum: Die Aktion startet am  heutigen 24. November und endet am 25. November 2016 um 13 Uhr.

4. Teilnehmer: Jede natürliche Person darf kostenlos an dem Gewinnspiel teilnehmen. Bei Teilnehmern unter achtzehn Jahren setzt der SauerlandKurier das Einverständnis der erziehungsberechtigten Personen voraus. Eine Teilnahme erfordert die wahrheitsgemäße Angabe der relevanten Daten. Gewinnspielvereine und automatisierte Gewinnspiel-Dienste sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahme erhöht nicht die Chance auf Gewinne, weil wiederholte Kommentare von der selben Person vor der Ziehung entfernt werden.

5. Wer ist von der Teilnahme ausgeschlossen? An der Verlosung beteiligte Firmen, Mitarbeiter des SauerlandKuriers und ihre Angehörige dürfen an der Verlosung nicht teilnehmen. Der SauerlandKurier behält sich vor einzelne Nutzer von der Teilnahme auszuschließen, wenn ein triftiger Grund vorliegt, beispielsweise Verstöße gegen die Teilnahmebedingungen, Mehrfachteilnahme, Manipulationen, und ähnliches. In solchen Fällen besteht für den SauerlandKurier die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten. Der Rechtsweg für Teilnehmer ist ausgeschlossen.

6. Ermittlung der Gewinner: Unter allen Teilnehmern werden die Gewinner vom SauerlandKurier durch ein Zufallsverfahren ermittelt.

7. Benachrichtigung: Gewinner werden über eine Privatnachricht benachrichtigt. Der Gewinner schickt dem SauerlandKurier daraufhin seine Adresse in einer privaten Facebook-Nachricht.

8. Übermittlung des Gewinns: Nach der Benachrichtigung, ist der Gewinner dazu aufgerufen, dem SauerlandKurier seine Kontaktdaten zuzusenden (über Facebook-Nachricht, per Mail an g.breise@sauerlandkurier.de) damit der Gewinn verschickt werden kann. Für vollständige und richtige Angaben ist der Gewinner zuständig.

9. Falls sich ein Gewinner nicht meldet: Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb von zwei Tagen, nach der Gewinnbenachrichtigung beim SauerlandKurier, verfällt sein Gewinn. Dann wird der Preis unter den anderen berechtigten Teilnehmern verlost. Dies ist auch dann der Fall, wenn die falsche Kontaktdaten übermittelt wurden und eine Übergabe oder der Versandt des Gewinns nicht möglich ist.

10. Vorbehaltsklausel: Der SauerlandKurier behält sich vor, die Verlosung jeder Zeit ohne vorherige Ankündigung und ohne Angabe von Gründen zu verändern, zu unterbrechen oder zu beenden. Diese Möglichkeit wird jedoch nur genutzt, wenn dies durch höhere Gewalt erzwungen wird, beispielsweise durch Viren im System, technische Probleme, Manipulation, usw. oder wenn wenn das Gewinnspiel aus rechtlichen Gründen beendet werden muss. Der SauerlandKurier haftet nicht für Verluste, Ausfälle oder Verspätungen. Es besteht kein Anspruch auf Ersatz.

11. Datenschutzbestimmungen: Der SauerlandKurier speichert und nutzt die übermittelten Daten nur für die Dauer des Gewinnspiel. 

12. Sonstiges: Barauszahlung und Übertragung der Gewinne auf andere Personen sind nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Sollten einzelne Passagen der Teilnahmebedingungen ungültig sein oder ungültig werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Teilnahmebedingungen unberührt. An ihre Stelle tritt eine adäquate Regel, die dem Zweck der vorherigen Passage am ehesten entspricht. Der SauerlandKurier kann die Teilnahmebedingungen jederzeit ändern.

13. Freistellung von Facebook: Der Veranstalter dieses Gewinnspiels ist der KurierVerlag Lennestadt GmbH, Kölnerstraße 18, 57368 Grevenbrück. Diese Verlosung steht in keiner Verbindung zu Facebook. Sie wird weder von Facebook organisiert noch unterstützt oder gesponsert. Informationen werden an den SauerlandKurier und nicht an Facebook weitergeleitet.

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