Bürgerversammlung der NWG zum Thema Nahwärme

Versorgung ab Jahresende

Das Interesse an der Bürgerversammlung der Nahwärme Grevenbrück eG in der Schützenhalle Grevenbrück stieß auf großes Interesse. Fotos: Artur Seidenstücker

Sehr gut besucht war die Bürgerversammlung, zu der die NWG (Nahwärme Grevenbrück eG) am Dienstag eingeladen hatte.

Vorstandsmitglied Andreas Sprenger erläuterte interessierten Anwohnern im Saal der Schützenhalle die weitere Vorgehensweise zur Errichtung des Nahwärmenetzes.

Hintergrund: Die seit einiger Zeit erfolgreich betriebene Biogasanlage am Schartenberg gibt ungenutzte Abwärme ab, die von den umliegenden Haushalten genutzt beziehunsgweise erworben werden kann. Ein Strang geht ins Lomketal, der andere in die Petmecke mit ihren Nebenstraßen. Sprenger erklärte die Modalitäten hinsichtlich des Beitritts in die gegründete Genossenschaft NWG.

Jeder Hausbesitzer mit Zentralheizung könne in diesem Bereich die Energie nutzen. Voraussetzung dazu sei der Einbau eines zu installierenden Wärmetauschers. Die Kosten dafür liegen bei rund 500 Euro – laut Sprenger eine einmalige Zahlung, um der Genossenschaft beizutreten. Dazu kämen die Kosten für den Anschluss, den Wärmetauscher und die Verlegung der Rohre, wofür knapp 3500 Euro fällig werden. Der Anschluss an die Biogasanlage werde mit maximal 1500 Euro bezuschusst. Der Preis pro Kilowattstunde beläuft sich dann auf fünf Cent.

Stadt bekundet großes Interesse

Großes Interesse an der Nahwärme-Versorgung hat auch die Stadt Lennestadt bekundet. Das Schulzentrum am Lehmberg beziehungsweise an der Hangstraße kommen als Großabnehmer wahrscheinlich auch dazu. Der Jahresbedarf betrage rund eine Million Kilowattstunden.

Sprenger bedankte sich bei Bürgermeister Stefan Hundt und dem Beigeordneten Karsten Schürheck für das Entgegenkommen und die Unterstützung der Stadt in Sachen Nahwärme. Nahezu sieben Kilometer Rohre müssten verlegt werden, bereits Ende des Jahres sollen die ersten Haushalte versorgt werden. Spätestens 2016 soll das Projekt abgeschlossen sein, für das es bislang 107 Interessenten gebe. Mit weiteren sei zu rechnen, doch wies Sprenger darauf hin, dass irgendwann „das Ende der Fahnenstange“ erreicht sei, denn für unendlich viele Wohneinheiten steht die Nahenergie dann doch nicht zur Verfügung.

Darum raten die NWG-Verantwortlichen, sich zeitnah für diese Co²-einsparende und nachhaltige Heizvariante zu entscheiden. Da es hierbei auch um die nicht unerhebliche Reduzierung von Treibhausgasen geht, sei bereits jetzt ein Zuschuss von 200.000 Euro geflossen. Die Fördermittel übergab Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann.

2600 Megawattstunden werden an die Kunden abgegeben. Das 85 Grad Celsius heiße Wasser erreicht dann die Kunden ohne jegliche Emissionen. Mit Nahwärme entfielen die Kosten für den Schornsteinfeger und für die Wartung der Heizkessel.

Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei 2,7 Millionen Euro; 50 Prozent werden an Bezuschussung durch öffentliche Mittel erwartet. Vertragspartner ist die Genossenschaft. Interessenten werden gebeten, ein Formular auszufüllen; dann wird jeder zeitnah besucht und die technischen Details abgeklärt.

Die NWG arbeitet mit der INEG eG zusammen; diese hat bundesweit bereits über 60 dieser Anlagen ans Netz gebracht. Der leitende Ingenieur Matthias Partetzke erläuterte den geplanten Werdegang und die Modalitäten. Zudem schilderte Bernhard Schneider die Arbeitsweise des Wärmetauschers.

Infokasten: Nahwärme bezeichnet die Übertragung von Wärme zwischen Gebäuden über verhältnismäßig kurze Strecken. Über ein verzweigtes Netz von Leitungen wird Wasser in den Heizkreis gepumpt, das als Speicher und Transportmittel für Wärme dient. Letztere wird von einem Erzeuger an Haushalte abgegeben, von denen wiederum abgekühltes Wasser an den Wärmeerzeuger zurückfließt. (Von Artur Seidenstücker)

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