Vier belastete „Hotspots“

Bodenproben ergeben erhöhte Bleikonzentrationen

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Für die Erdarbeiten am Haldengarten in Meggen tragen die Arbeiter aus Gründen den Arbeitssicherheit Schutzanzüge. 

Meggen. Die Arbeiten am Haldengarten laufen. Unterhalb des Bergbaumuseums und der Sauerlandpyramiden entsteht eine Erholungs- und Spiellandschaft, ein Rundwanderweg, der Ortszentrum und Siciliaschacht miteinander verbindet. Doch die leuchtend blauen Schutzanzüge der Arbeiter führten in den vergangenen Tagen zu Irritationen.

Aus diesem Grund haben die Stadtverwaltung und die ausführende Baufirma zum Ortstermin geladen. Ein offener Umgang mit der Problematik ist den Beteiligten wichtig. „In Lennestadt gibt es eine besondere Situation. Die Spuren des Bergbaus sind noch an verschiedenen Stellen sichtbar“, so Bürgermeister Stefan Hundt.

Doch auch in der Erde sind noch Spuren des Bergbaus zu finden. Der Boden ist, gerade im Bereich der ehemaligen Produktionsstätten von Sachtleben, teilweise durch Schwermetalle belastet.

Dr. Michael Droste, Umweltschutzbeauftragter der Stadt, erläutert: „Durch das Gelände zieht sich geologisch eine Erz führende Gesteinsschicht, die – neben Schwerspat – mit Schwefelkies, Blei und Zink die Basis des Meggener Bergbaus bildete. Das Gelände wurde nutzungsbedingt erheblich verändert durch Bebauung, Terrassierungen, Aufschüttungen und spätere Abdeckungen.“

Bodenproben wurden analysiert

An der einen Stelle wurde Boden abgetragen, der an einer anderen Stelle wieder aufgeschüttet wurde. In den 90er Jahren, nach Abzug der Firma Sachtleben, sei die Fläche sich selbst überlassen worden. Es sei heute kaum zu unterscheiden, was aufgefüllt wurde und was noch natürlich ist.

Da nun die Fläche als Erholungsgebiet genutzt werden soll, wurden mehrere Gutachten eingeholt und Bodenproben genommen. „Gemäß Bundesbodenschutzverordnung wurde untersucht, ob die Metallkonzentrationen im Oberboden für spielende Kinder unbedenklich sind. Hierbei werden besonders strenge Prüfwerte angesetzt“, so Droste.

Die Untersuchungen haben an vier „Hotspots“ erhöhte Bleikonzentrationen ergeben. Die betroffenen Böden müssen nun ausgekoffert, außerhalb der Spielbereiche an einer zentralen Stelle gelagert und abgedeckt werden. „Die Spielbereiche selbst werden ebenfalls mit sauberem Boden abgedeckt“, so Droste.

Bei den Arbeiten am Haldengarten müssen allerdings besondere Vorschriften für die Arbeitssicherheit beachtet werden. Berufsgenossenschaft und Gesundheitsamt stellen Auflagen und achten auf die Sicherheit der Arbeiter. So müssen diese die blauen Schutzanzüge tragen. Andreas Behle von der ausführenden Firma Strassen und Tiefbau: „Die Anzüge sehen gewaltig aus, sind aber vorbeugender Natur“. Damit die Arbeiter die belastete Erde oder Staub nicht mit nach Hause tragen, bleiben die Anzüge auf der Baustelle.

Momentan werden die Wegetrassen angelegt und vorbereitende Erdarbeiten erledigt.

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