1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Lennestadt

Volksbank in „Verlobungsphase“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bernd Griese und Michael Hundt stellen sich den Fragen der Volksbankvertreter.  Foto: Inge Schleining
Bernd Griese und Michael Hundt stellen sich den Fragen der Volksbankvertreter. Foto: Inge Schleining

Die Volksbank Grevenbrück hatte am Donnerstag zur 37. Vertreterversammlung in die Schützenhalle Bilstein geladen. Wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die geplante Fusion mit der Volksbank Bigge-Lenne.

Vorstand Peter Hundt blickte im Vorstandsbericht auf das vergangene Jahr, das von der UNO zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen wurde und berichtete von den positiven Reaktionen auf das Geschäfts- und Erfolgsmodell genossenschaftliche Bank. „Wir sind nach wie vor recht ordentlich unterwegs“, so brachte Peter Hundt die Situation auf den Punkt.

Er zeigte sich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung im nach wie vor schwierigen Umfeld. Die Bilanzsumme sei im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent oder fünf Millionen auf 308 Millionen Euro gestiegen. Wichtiges Geschäftsgebiet bleibe das Kreditgeschäft, bei 219 Millionen mit einer Steigerung von 12,7 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Eigenanlagen sei man auf Sicherheit bedacht gewesen, die Kundeneinlagen seien von 211 auf 213 Millionen gestiegen. Während die Höhe der Sichteinlagen anstieg, nahmen die Termineinlagen stark ab. Erfreulich habe sich das Spareinlagengeschäft entwickelt, favorisiert würden bankeigene Produkte. Die Zahl der Mitglieder habe sich auf 13.436 erhöht. Bei der Gewinnverwendung dürfen sich die Mitglieder über eine Dividende in Höhe von fünf Prozent freuen. Die Volksbankvertreter nahmen dies einstimmig an. Genauso einig waren sie sich im Hinblick auf die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Volker Lennemann und Josef Schuppert scheiden turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat aus, sie wurden für weitere drei Jahre einstimmig wiedergewählt.

Resourcen besser nutzen

Nach den Regularien stand mit der geplanten Fusion mit der Volksbank Bigge-Lenne noch ein weiteres aktuelles Thema auf der Tagesordnung. Peter Hundt informierte die Vertreter über die Gründe der Fusion. Ein Grund sei die steigende Zahl von Gesetzen, Vorschriften und Regeln, die den Banken zu schaffen machen. „Wir werden von den Regularien erschlagen“, so Peter Hundt. Man sträube sich nicht gegen neue Regeln, um die Bankgeschäfte nach der großen Krise sicherer und durchschaubarer zu machen, aber „verschärfte Regulierung“ verursache enorme Kosten.

Auch den demographischen Wandel bekämen die Banken zu spüren. In einer größeren Einheit können die Ressourcen besser genutzt werden. Vorstand Bernd Griese machte die Vorteile einer Fusion deutlich. Die Kräfte sollen gebündelt werden. „Durch die Verschmelzung sollen die Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Existenzsicherung der beteiligten Banken erreicht werden.“ Entwarnung gab er im Hinblick auf eventuelle negative Folgen für die Kunden, das Filialnetz solle erhalten bleiben, auch die Ansprechpartner bleiben vor Ort, das regionale Engagement solle fortgeführt werden, mit den Firmenkunden bleibe eine enge Verbundenheit. „Wo wir in der Vergangenheit auf Grenzen gestoßen sind, entwickelt sich durch die Fusion ein größerer Spielraum“. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen.

Peter Hundt informierte über weitere Details und verglich die Fusion mit einer Eheschließung „wir befinden uns in der Verlobungsphase“, so Hundt. Ein „gegenseitiger respektvoller Umgang miteinander“, beides starke Partner mit positiver Bilanz, das sichere einen Umgang „auf Augenhöhe“. In der abschließenden Diskussion hieß es „Feuer frei“, so Bernd Griese. Die Vertreter äußerten ihre Bedenken zur geplanten Fusion, Bernd Griese und Peter Hundt standen Rede und Antwort, traten für die Fusion ein und bemühten sich, die Entscheidungsfindung zu verdeutlichen. Auch der Vorstand der Volksbank Bigge Lenne, Michael Griese, stand zur Verfügung und informierte über den Fusionspartner. Zum 1. Januar 2014 soll die geplante Fusion stattfinden, im Frühjahr 2014 wird es eine erneute Vertreterversammlung geben, die rückwirkend die Beschlüsse fassen soll.

(Von Inge Schleining)

Auch interessant

Kommentare