Wenn Steine Licht atmen

Die Künstlerin mit ihrem Vater, Kreisdirektor a.D. Knut Platz. Foto: Gregor Breise

"Es war 1987, als die Volksbank sich der Kunst öffnete", erinnert sich Vorstand Peter Kaufmann bei der Ausstellungseröffnung in der Volksbank-Geschäftsstelle am vergangenen Mittwoch: "Und die allererste Ausstellung eröffnete damals der Kreisdirektor Knut Platz."

Nun, fast ein Vierteljahrhundert später, zeigt nun die Tochter Beate-Maria Platz ihre Arbeiten auf Leinwänden und Schiefertafeln.

Groß war das Interesse bei der Eröffnung in den modernen Räumen: Kirchhundems Bürgermeister Michael Grobbel war ebenso anwesend wie das Ehepaar Mennekes - auch viele Mitglieder des Aktionsrings ließen es sich nicht nehmen, zu den Klängen von Michael Nathen (Klavier) und Ester Delport (Violine) den fachlichen Ausführungen von Ulrike Monreal-Kaiser zu folgen.

Kunst ist etwas für die Seele

Man war sich einig: So meinte Peter Kaufmann: "Kunst ist etwas für die Seele", und Kunsthistorikerin Ulrike Monreal-Kaiser betonte: "Kunst zu erleben verleiht Flügel." Sie variierte das Ausstellungsmotto "Stein leicht" um in "Stein - Licht - Farbe".

Stein - diese feste Masse, die den Menschen seit Urzeiten begleitet, häufig mit hohem Symbolwert - sei es als Zeichen der Kraft oder der Fruchtbarkeit.

Licht: das gelbliche oder weißliche Licht entmaterialisiert die Steine, die Steine scheinen bei Beate-Maria Platz Licht zu atmen, dadurch verlieren sie die Starre. In Anlehnung an den großen Lichtkünstler zitierte Monreal-Kaiser James Turrel "Wir erschaffen was wir sehen."

Licht erfahre eine Dinglichkeit, die es ermögliche, "mit den Augen zu fühlen."

Farbe: das innere Leuchten der Farben wird von der Künstlerin, die in Wien lebt und seit 1994 Mitglied im Künstlerbund Südsauerland ist, gerne noch mit etwas Blattgold verstärkt.

Die Freudenberger Historikerin beendete ihre Einführung in die Ausstellung mit einem kleinen Ausflug in das Manifest der Zero-Künstler, für die das Bild an sich nicht von Bedeutung sei, nur ein auslösender Faktor für das Sichtbarmachen einer Idee, eines Impulses. "Zero ist der Anfang! Zero ist Stein leicht."

Die sehenswerten Werke sind noch bis zum 28. Dezember in der Bank ausgestellt.

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