"Zeitenwende"

Bürgermeister Stefan Hundt begrüßte die Gäste.

Westfalens Abschied von der Vergangenheit und der Beginn der Moderne, wie er sich um 1900 vollzog und damals von neugierigen Fotografen aufgezeichnet wurde, steht im Mittelpunkt der interessanten Ausstellung "Zeitenwende" im Museum in Grevenbrück.

Die Bilder des Fotoateliers Jäger aus Harsewinkel im Münsterland liefern über vier Generationen "Zeitzeichen" der unmittelbaren Heimat und bezeugen so tatsächlich die Zeitenwende gerade in den Jahren 1880 bis etwa 1950. Jäger (*1845) eröffnete 1880 sein Studio und dokumentiert in seinen Fotografien das Leben im sogenannten autonomen Kosmos Harsewinkel.

Obwohl die Menschen dort in ihrer eigenen Welt waren, empfanden sie sich doch in der Regel wohl behütet. Durch die Dokumentation der Fotos spürt der Besucher auch die Veränderung im ländlichen Raum mit Einzug des Rades, des Autos, des Telefons sowie weiterer Neuerungen. Altes vergeht und Neues kommt. So wie in dem kleinen münsterländischen Ort war es überall in Westfalen; so zeigt diese Ausstellung beispielhaft den Wandel von der Biedermeierzeit bis zur Modernen. Obwohl Jäger keine Ausbildung als Fotograf hatte (den Beruf gab es im 19. Jahrhundert noch gar nicht), erlernte er die Fähigkeiten autodidaktisch.

Dr. Volker Jakob vom LWL-Medienzentrum für Westfalen sprach in den einführenden Worten auch von einem großartigen Fachmann für Fotografie. Einen guten Fotografen erkennt man damals wie heute einfach an der souveränen Nutzung des Lichtes. Ob die Fotografie nun Kunst oder einfach das Festhalten eines Momentes der Realität ist, liegt sicher in den Augen des Betrachters.

Jedenfalls wurde die 1839 eher zufällig entdeckte Kunst der Fotografie damals zur Konkurrenz für die bis dahin aktiven Porträtmaler. In seinem Grußwort sprach Bürgermeister Hundt von einer bemerkenswerten Ausstellung, die damals wie auch heute die Zeitenwende dokumentiert. Veränderungen werden bildhaft spürbar.

Hundt sprach bei dieser Gelegenheit auch die Veränderungen in Grevenbrück an; er ging auf die weitere Nutzung des Bahnhofsgebäudes ein und teilte den Anwesenden der Ausstellungeröffnung den Fahrplan diesbezüglich mit. Im März 2013 sollen die Ausschreibungen für den Innenausbau raus; im Oktober 2013 kommt ein gastronomischer Betrieb in das Erdgeschoss in den Bahnhof.

Spätesten 2015 soll dieser dann wieder im neuen Glanz erstrahlen und dann wahrscheinlich auch das Museum mit dort einziehen.

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