Großes Bürgerinteresse an Informationsveranstaltung in Elspe

Zusammenhalten in Lennestadt

Gut 600 Bürger aus ganz Lennestadt hatten am Mittwochabend den Weg in die Elsper Schützenhalle gefunden. (Foto: Gregor Breise)

Unter das Motto „Zusammenhalten in Lennestadt“ könnte man die Informationsveranstaltung in Elspe am Mittwochabend stellen, an der rund 600 Lennestädter Bürger teilnahmen und die im Grunde als Quintessenz zwei Punkte bot.

Zum einen gab es eigentlich nichts gravierend Neues, das Bekannte wurde nur transparenter und zum anderen scheint wohl kaum eine Kommune so gut vorbereitet zu sein, auf das was kommen mag. Bürgermeister Hundt war mit einem beachtlichen Beamtenstab angerückt, die zum Teil mit Ehrenamtlichen vier Thementische bildeten, die nach der Versammlung und erfolgter Diskussion für Kritik, Infos und Angebote zur Verfügung standen.

Vorne gaben der Bürgermeister, sein Beigeordneter sowie die Bereichsleiter Thomas Meier und Petra Peschke-Göbel einen Einblick in Willkommenskultur, Zahlen und Daten, Unterbringungskonzept sowie Patenschaften. Bürgermeister Hundt erklärte, dass in den vergangenen drei Wochen 60 Asylberwerber nach Lennestadt gekommen seien. Wie sich die Zahl künftig verändere, sei völlig offen. Bis zum Ende des Jahres könne man sich aber schon auf eine Gesamtzahl von 500 bis 600 Flüchtlingen einstellen. Die möglichst in kleineren Wohneinheiten – über das gesamte Stadtgebiet verteilt –untergebracht werden. Einen Großteil der Asylanten stemmen bislang Orte wie Grevenbrück, Altenhundem und Gleierbrück. Elspe wird mindestens 50 in der zurzeit vorbereiteten Hauptschule aufnehmen, in frühestens drei Wochen wird die Schule bezugsbereit sein. Turn- und Schützenhallen sollen vermieden werden, aber auch hier seien Gespräche mit Verantwortlichen geführt worden, für den Fall der Fälle.

Große Schar Ehrenamtlicher

Was natürlich die jeweiligen Fürsprecher auf den Plan brachte, für den Sport Franz-Josef Rotter und für die Schützen sprach Peter Allebrodt, Chef der Bilsteiner. Man sehe die Notwendigkeit, wisse aber nicht, wie man es den Vereinen beibringen solle, die diese Stätten auch nutzten. Peter Allebrodt: „Wird das aber von oben angeordnet, dann feiern wir eben ein Jahr keinen Karneval, das hat es während des Irak-Krieges auch schon gegeben.“ Zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten sind gegeben in Altenhundem (Haub & Schöllnhammer), Meggen (Alte Schule), Kirchveischede (Alte Schule/Pastorat), Maumke und Oedingen (Pastorat/Hotel Buckmann). Von den bestellten Containern, die wohl nicht vor April 2016 geliefert werden, soll einer nach Saalhausen und einer nach Altenhundem kommen.

Petra Peschke-Göbel erläuterte die Punkte Integration und Patenschaften: „Orientierung geben, Isolation vermeiden und Hilfe zur Selbsthilfe sind hier wesentliche Punkte.“ Paten könnten helfen beim Kennenlernen der Stadt, Bus- und Bahnfahren, Begleitung zu Warenkorb oder Arzt, der Freizeitgestaltung oder beim Spracherwerb. Stefan Hundt – und das ist sein größtes Pfund – weiß aber schon jetzt eine große Schar Ehrenamtlicher „Gewehr bei Fuß“, die quasi auf Zuruf reagieren und helfen. Hartmut Schweinsberg von „EiL“ etwa gab bekannt, dass es schon über 20 Sprachhelfer gäbe, weitere Helfer seien willkommen.

Die anschließende Diskussion drehte sich unter anderem um die Punkte: eventuell leerstehende Geschäfte nutzen; die sinnvolle Beschäftigung der Asylanten (Tagesstruktur); ein Personenlimit der Elsper Hauptschule (gibt es nicht). Ex-Bürgermeister Alfons Heimes lobte die bisherige Arbeit der Stadt, merkte aber an, dass die Aufteilung der Flüchtlinge nicht proportional zur Einwohnerzahl sondern zum Einzugsgebiet der Grundschulen und Kindergärten erfolgen solle.

Die Integration gerade der Kinder und Jugendlichen ist ein Schwerpunkt des Schulleitertreffens am 26. Oktober.

Zum Vorwurf, der Rat der Stadt Lennestadt hätte bei diesem Thema versagt, kam SPD-Fraktionschef Heinz Vollmer von ganz hinten nach ganz vorne und stellte sich symbolisch zum Bürgermeister: „Wenn der Rat mal richtig funktioniert hat, dann hier bei diesem Thema!“

Stefan Hundt zu den Anwesenden: „Wie es weitergeht, wissen wir nicht und Sie nicht. Aber es geht nur mit Ihrer Mithilfe.“ Womit eigentlich auch klar sein dürfte, dass der nächste Thomas-Morus-Preis an die engagierten ehrenamtlichen Lennestädter gehört.(Von Gregor Breise, g.breise@sauerlandkurier.de)

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