Gruppe des SGV Meggen pilgert auf dem Jakobsweg von Sarria bis Santiago de Compostella

Zwölf ereignisreiche Tage zu Fuß

Eine bunt gewürfelte Gruppe des SGV Meggen war beeindruckt von Pilgerreise.

Es war eine Herausforderung der besonderen Art für eine bunt gewürfelte Gruppe, eine zwölftägige Pilgerreise zu organisieren.

Auch weil zwischem dem jüngsten und dem ältesten Teilnehmer der Reise immerhin ein Altersunterschied von 20 Jahren, von 54 bis 74, klaffte.

Meggen.

Alle betraten neue Wege, ließen sich darauf ein, in Mehrbettzimmern zu schlafen, von Zwei-Bett-Zimmern aufwärts bis zu Zimmern mit Platz für 28 Personen. Aber nach täglichen 20 Kilometern Pilgerpensum mit Gepäck auf dem Rücken kann nichts mehr die Nachtruhe stören.

Im Schnitt lag das Tagespensum bei 18,5 Kilometern, das größte bei 24 km. Dreimal wurde in der Dunkelheit gestartet, die Pilger waren bestens mit Kopflampen ausgerüstet und fünf Meter Textilpflaster entlastete auf dem Camino diverse angeschlagene Füße. Nach einem dürftigen selbstgebastelten Frühstück aus den Vortagesresten startete diese Gruppe. Erst im Morgendämmern gönnte man sich in einer „Bar“ starken Kaffee und Toast. Zur Mittagszeit wurde an Bächen, unter dicken Eichen oder in Skulpturengärten gepicknickt.

Die Unterkünfte waren voller Überraschungen. Am besten schliefen die Wanderer in Kabinen mit je zwei Etagenbetten. Feste Türen zu den Kabinen waren durch bunte Vorhänge ersetzt, sie verursachten in der Nacht keine Aufwachgeräusche.

Spinnennetz aus nasser Kleidung

Auf den ersten Regentag unterwegs, zwei Tage lagen noch vor uns, hatten sich die Wanderer gefreut. Nach der Ankunft im Quartier wurden alle mitgeführten Wäscheleinenstücke zusammengebunden, ein Spinnennetz voll nasser Kleidung durchzog die Zimmer – und es war dennoch chaotisch gemütlich.

Dann endlich wurde Santiago erreicht. Die Freude war groß, dass es alle geschafft hatten, hier anzukommen. Die heimischen Pilgerer erhielten nach Prüfung der reichhaltig gesammelten Stempel die Compostela, die sie letztlich zum Erhalt des Ablasses führte. Zur Pilgermesse um 12 Uhr erlebten sie erstmals den „botafumeiro“, den faszinierend schwingenden Weihrauchkessel, der die Pilgergerüche der damaligen Zeit überlagern sollte.

Die heimischen Pilger des SGV Meggen umarmten beim Kirchenrundgang auch das Abbild des Heiligen Jacobus. Einig war sich die Gruppe, auf das touristische „Ende“ der Pilgerreise, Cap Fisterre, zu verzichten, und den echten Abschluss der Pilgerei in Santiago zu machen. Die Gruppe bestieg das Dach der Kathedrale, hatte einen fantastischen Blick über die Stadt und stand an der Stelle auf dem Dach, an der die Pilger in früheren Zeiten ihre Klamotten verbrannten und damit ihren Pilgerweg abschlossen.

Am letzten Tag fuhren die Pilger per Bus und Bahn nach La Coruna, die den Beinamen „gläserne Stadt“ hat, weil alle Balkone verglast sind und entsprechend ihrer Einheitlichkeit beeindrucken. Es waren ereignisreiche und beeindruckende zwei Wochen.

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