Altes Lyzeum wird 100

Ein Bild aus dem aktuellen Alt-Olpe-Kalender: Von der Mädchenschule zur Bürgerbegegnungsstätte. Das Alte Lyzeum in der Olper Franziskanerstraße wird heuer 100 Jahre alt. Foto: Stadtarchiv Olpe

Gerade hat die Kreisstadt ihr 700-jähriges Jubiläum gefeiert, da bahnt sich schon der nächste runde Geburtstag an. Das Alte Lyzeum, heute Bürgerbegegnungsstätte, Musikschule und Sitz des Stadtarchivs, wird 100 Jahre alt. Dabei wäre das imposante Gebäude in den 80er Jahren fast abgerissen worden, hätte man nicht 1985 nach heißen Diskussionen entschieden, es doch zu erhalten.

Zur Wiedereröffnung nach der Renovierung 1988 berichtete Wilma Ohly in der Olper Heimatstimmen-Ausgabe 151 aus der wechselvollen Geschichte. So hatten die Franziskanerinnen schon 1870 eine höhere Schule für Mädchen errichtet, die jedoch im Clinch mit dem Preußischen Staat wieder geschlossen werden musste. 1893 ging die Geschichte weiter und schließlich konnte nach zähen Verhandlungen der Neubau des großen Gebäudes angegangen werden, wozu am 24. Juni 1911 der Grundstein gelegt wurde.

145 höhere Töchter zogen ein

145 Schülerinnen der Klassen 1 bis 10 kamen anfangs aus den Kreisen Olpe und Siegen, um für 25 Goldmark im Monat unterrichtet zu werden. Dabei war an ein Abitur für Mädchen noch nicht zu denken. Erst mit Ministerial- Erlass vom 31. Dezember 1926 durfte der Ausbau zur Vollanstalt erfolgen. Diese Genehmigung war verknüpft an einen zwingenden Neubau im größeren Format.

Die Stadt Olpe schenkte den Armen Franziskanerinnen dafür ein ein Hektar großes Gelände am Kimicker Berg, wo 397 Schülerinnen im November 1929 die neue St. Franziskusschule an der Maria-Theresia-Straße bezogen.

Das alte Lyzeum wurde zum Exerzitienhaus, bevor es ab 1939 von der Wehrmacht als Lazarett mit 120 Betten in Beschlag genommen wurde. Nach dem Krieg erst als Ausweichquartier für ausgebombte Behörden, sollten ab 1947 heimatvertrieben Senioren aus dem Osten in dem Gebäude unterkommen. Von 1958 bis 1967 schließlich war das Lyzeum Pflegevorschule, ab 1962 waren zudem einige Klassen der Realschule untergebracht, so wie seit 1972 auch die Musikschule. Heute ist das Haus als Begegnungsstätte aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

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