Anne Gerlach trotzt der Wüste

Anne Gerlach Radetappe im Jebel Sham Gebirge. Waren die ersten 20 Kilometer noch flach und einigermaßen befestigt, wurde die Strecke immer schwieriger zu befahren. Höhepunkt war eine steile Bergetappe auf 2500 Meter Meereshöhe.

Knapp 100Kilometer mit dem Mountainbike, danach drei Laufetappen von je 40 Kilometern — Alles auf sandigem Untergrund bei Tagestemperaturen von teilweise 40 Grad. Das sind die Bedingungen, mit denen es Anne Gerlach aus Olpe beim "Dune-Up" in der Wüste des Oman zu tun hatte.

Der "Dune-Up" ist Extremsport mit einem hohen Erlebniswert und ausgeprägtem Teambildungscharakter. So beschreibt es der Veranstalter auf seiner Internetseite.

"Und ein Erlebnis war es in jedem Fall", fasst die Ausdauersportlerin vom Skiclub Olpe ihre Erfahrungen auf der fünftägigen Tour in der Wahib-Wüste auf der arabischen Halbinsel zusammen.

Als Teilnehmerin bei zahlreichen Marathons und Ultramarathonläufen war sie die ideale Kandidatin für diesen Teamlauf in der Wüste, der nicht als Wettkampf, sondern als gemeinsame Wüstendurchquerung ausgerichtet wurde. Dies sah auch die Redaktion einer Zeitschrift so, die der Olperin einen der Teilnehmerplätze zur Verfügung stellte.

Glühende Hitze am Tag — Kälte bei Nacht

So trafen sich im Dezember schließlich acht Teilnehmer, und zahlreiche Begleiter und Betreuer in Muskat im Oman für den Trip in die Wüste. Am ersten Tag ging es zur Radetappe ins Jebel Sham Gebirge.

Waren die ersten 20 Kilometer noch flach und einigermaßen befestigt, wurde die Strecke immer schwieriger zu befahren und Höhepunkt war eine steile Bergetappe auf etwa 2500 Meter Meereshöhe, auf der teilweise nicht mehr gefahren werden konnte und einige Ausdauersportler ihre Räder sogar trugen. "Schon bei dieser ersten Etappe merkte man, dass alle recht fit waren", erinnert sich die Sauerländerin. Viele der teilnehmenden Männer und Frauen kamen aus dem Laufsport und mit Susanne Beisenherz war sogar eine Triathletin dabei, die bereits einen zehnfachen Ironman bewältigte. So heiß die Tage in der Wüste, so kalt konnten die Nächte mit Minusgraden werden. "Es war jedoch alles sehr gut organisiert, so dass es bei den Übernachtungen und der Verpflegung keine Probleme gab", sagte die Olperin.

Von Blasen verschont geblieben

In den nächsten Tagen standen dann drei Laufetappen an. "Anders als bei Laufwettkämpfen war nicht die Laufgeschwindigkeit das Problem, sondern zunächst einmal die Frage, wie es gelingt, den Sand aus den Schuhen zu halten", beschreibt Anne Gerlach die Probleme des Wüstenlaufs.

"Mit Hilfe einer dünnen Zeltplane, die mir die Firma Signum Trikora freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, und die ich von einem Schuster um die Schuhe nähen ließ, funktionierte das sehr gut.

Ich habe keine Fußnägel verloren und wurde auch von Blasen weitgehend verschont", so Gerlach.

Das Laufen im teilweise weichem Sand war zwar nicht ohne, jedoch war das Lauftempo der Gruppe recht gemächlich, sodass die Lauftage für die Olper Ultraläuferin recht gut zu bewältigen waren. Die beeindruckende Wüstenlandschaft blieb bei diesen Läufen der 32-Jährigen besonders in Erinnerung: "Toll war es, über den Grat einer Düne zu laufen. Einfach nur Sand, blauer Himmel und unglaubliche Ruhe."

Nach drei Nächten in der Wüste konnten die Ausdauersportler in der letzten Nacht in Arabien die Dusche eines Hotels genießen, bevor der Rückflug anstand. "Es war ein sehr schöne Zeit voller intensiver Eindrücke und Erfahrungen die ich nicht missen möchte", fasste Anne Gerlach dieses außergewöhnliche Erlebnis zusammen.

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