„Es muss klare Anreize geben“

Arbeitgeberverband fordert aktive Standortpolitik in den Kommunen

Die Spitze des Arbeitgeberverbands (v.l.): Stephan Stracke, Arndt G. Kirchhoff und Walter Viegener.
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Die Spitze des Arbeitgeberverbands (v.l.): Stephan Stracke, Arndt G. Kirchhoff und Walter Viegener.

Kreis Olpe – Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl am 13. September fordert der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes für den Kreis Olpe (AGV), Arndt G. Kirchhoff, von den Kommunen größere Anstrengungen bei der Standortpolitik, um den Aufholprozess in Nordrhein-Westfalen weiter voranzubringen: „Es muss klare Anreize für Erweiterungen und Neuansiedlungen geben. Nur so entstehen neue Arbeitsplätze.“

Zusammen mit seinem Unternehmerkollegen, Walter Viegener und dem Geschäftsführer des Verbandes, Stephan Stracke, plädiert er für eine aktive Standortpolitik durch die Kommunen. 

Kirchhoff führt weiter an, dass vielerorts eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber der Ausweisung neuer Flächen für Industrie und Gewerbe, aber auch für Wohnen und Infrastruktur bestehe. Vor dem positiven Hintergrund, dass die Landesregierung den aktuellen Landesentwicklungsplan an zentralen Stellen deutlich wirtschafts- und investitionsfreudiger gestaltet habe, seien nun die Kommunen gefordert, diesen jetzt auch im Sinne der Wirtschaft zu nutzen. Jede Kommune solle in der kommenden Wahlperiode eine langfristige und bedarfsgerechte Flächenstrategie entwickeln.

„Die Planbarkeit, Dauer und Transparenz von Planungs- und Genehmigungsverfahren sind in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Kriterium für Standort- und Investitionsentscheidungen der Unternehmen geworden. Gleichzeitig behindern lange Entscheidungsdauern oftmals dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen, gerade bei Industrieanlagen“, so Kirchhoff weiter. Damit Unternehmen an ihrem Standort wettbewerbsfähig bleiben könnten, müsse zudem ein ausreichender Umgebungsschutz sichergestellt werden: „Das bedeutet, dass Flächen, die für mögliche Unternehmenserweiterungen in Frage kommen, nicht im Voraus von Kommunen verplant werden. Außerdem sollten die Kommunen darauf achten, dass Wohnbebauungen nicht zu nah an angrenzende emittierende Unternehmen rückten.“ 

Viegener ermutigt die Kreise und Gemeinden, den bereits „vielfach eingeschlagenen Weg der gesteigerten Serviceorientierung in den Verwaltungen konsequent fortzusetzen“. Der direkte und dienstleitungsorientierte Umgang zwischen Verwaltung und Wirtschaft helfe, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen und Herausforderungen schnell und lösungsorientiert zu bewältigen. Beide, Kirchhoff und Viegener, stimmen darin überein, dass die Bürger die jeweiligen Wahlprogramme bei den anstehenden Kommunalwahlen genauestens auf diese Zusammenhänge überprüfen sollten, ansonsten seien Wohlstand und Lebensqualität zunehmend in Gefahr.

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