Gedämpfte Stimmung

Arbeitgeberverband: Wirtschaft erwartet schlechtere Geschäftsentwicklung

Stephan Stracke, Siegfried Koepp und Arnd G. Kirchhoff (v.l.) stellten die Ergebnisse vor.
+
Stephan Stracke, Siegfried Koepp und Arnd G. Kirchhoff (v.l.) stellten die Ergebnisse vor.

Kreis Olpe. Die Geschäftserwartungen der heimischen Unternehmen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gedämpfter. Das geht aus der Konjunkturumfrage hervor, die der Allgemeine Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe (AGV) jetzt vorgestellt hat.

„Südwestfalen ist eine Insel in NRW“, sagte Arnd G. Kirchhoff, stellvertretender AGV-Vorsitzender. Schließlich sei die Region weiterhin „Industriregion Nummer 1“ im Land. Aber: „Der Optimismus geht zurück.“ Nordrhein-Westfalen belege immer noch hintere Plätze in bundesweiten Umfragen: „Wir können mit NRW nicht zufrieden sein. So etwas motiviert die Menschen nicht.“

Wirtschaft und Arbeitsplätze müssten nach den Landtagswahlen wieder Vorrang haben: „Wir sind darauf angewiesen, dass in Düsseldorf vernünftige Planungen gemacht werden. Wir brauchen ein wirtschaftsfreundliches Klima.“ Dem pflichtete der AGV-Vorsitzende Siegfried Koepp bei: „Wohlstand und Zukunft der Region hängen davon ab, wie gut die Rahmenbedingungen für die Industrie sind.“

Die Unzufriedenheit der Wirtschaft spiegelt sich auch in der Konjunkturumfrage wieder: Etwa 58 Prozent (Vorjahr: 88 Prozent) der Unternehmen bewerten die Lage als besser oder gleich gut als im Vorjahr. Knapp 42 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent) geben das Votum „gleich schlecht“ oder „schlechter“ ab. „Bei der Auftragsentwicklung sowohl für das In- als auch für das Ausland sehen nur noch 58 Prozent der Unternehmen einen besseren oder gleich guten Verlauf. Eine Verschlechterung erwarten dagegen 21 Prozent der Befragten. Ebenfalls 21 Prozent bewerten die Auftragsentwicklung als gleich negativ“, so Verbandsgeschäftsführer Stephan Stracke. Die aktuelle Ertragslage der Unternehmen werde nur noch von 79 Prozent (Vorjahr: 92 Prozent) der Unternehmen als befriedigend (74 Prozent) oder gut (5 Prozent) angesehen. Die Erwartungen für das Jahr 2017 seien zwar überwiegend positiv (79 Prozent), doch rechne jedes fünfte Unternehmen (Vorjahr: jedes sechste) mit einer verschlechterten Ertragslage. Eine gleichbleibende oder sogar verbesserte Ertragslage erwarteten 78 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: etwa 84 Prozent).

Siegfried Koepp betonte jedoch „dass sich die zugrundeliegende Auswertung der Konjunkturumfrage 2016/2017 auf Erwartungen der Unternehmen stützt und die hier getroffenen Aussagen infolge dessen lediglich als Stimmungslage zu werten sind“.

Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizierten für das Jahr 2016 ein Wachstum von 1,9 Prozent, für die Jahre 2017 und 2018 wird ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent bzw. von 1,7 Prozent erwartet. Den Instituten zufolge ist die Weltwirtschaft im abgelaufenen Jahr eher gering gewachsen (+2,3 Prozent). Für die Jahre 2017 und 2018 gehen sie von einem Wachstum von jeweils 2,7 Prozent. aus. „Nach wie vor dominieren die Abwärtsrisiken. Die geopolitischen Risiken und die politische Unsicherheit in Europa gefährden das erwartete, verhaltene Weltwirtschaftswachstum. Hinzu kommen protektionistische und isolationistische Tendenzen sowie der schwierige Markt in China, der sich in den schwachen deutschen Exporten dorthin widerspiegelt“, so Koepp abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare