Ein Aushängeschild des Kreises Olpe

KJBO gibt beeindruckendes Konzert – neuer Dirigent vorgestellt

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Man hatte den Eindruck, dir Hornisten bliesen ihre Hörner „strack“.

Olpe. Ein Konzert das sich sehen und vor allen Dingen hören lassen konnte: Unter der Leitung des Gastdirigenten Harry Vorselen aus den Niederlanden präsentierten die nahezu 70 jungen Musiker des Kreisjugendblasorchesters Olpe (KJBO) im Alter zwischen 12 und 27 Jahren einen musikalischen Blumenstrauß der Spitzenklasse. Schade nur, dass viele Stühle in der Olper Stadthalle nicht besetzt waren.

Wer sich den Event entgehen ließ, hat sicher eine Menge verpasst. Zu Beginn präsentierte das Auswahlorchester den Abendsegen und die Traumpantomime – zwei Stücke aus der bekannten Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperndinck. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass der 49-jährige musikalische Leiter seine Musiker bestens vorbereitet hatte. Ob bei der Dynamik, beim Ansprechen der Solisten – man hatte als Zuschauer den Eindruck, dass auf jedes Mitglied dieses Attribut zutraf – beim langsamer werden oder auch beim Anziehen des Tempos: Hier stimmte einfach alles.

Bei nur einem Probenwochenende in der Musikakademie Bad Fredeburg hatten sich Vorselen und die Dozenten optimal auf dieses Konzert eingestellt. Bei der Begrüßung freute sich der Hermann-Josef Plaßmann vom Vorstand des Kreisvorstandes des Volksmusikerbundes Olpe über die beiden Konzerte die nun anstehen. Zum einen das KJBO-Konzert und zum anderen der Hinweis auf das Konzert des Landesspielleute-Korps Nordrhein-Westfalen am morgigen Sonntag in der Pfarrkirche Meggen. Diese beiden musikalischen Events finden ganz bewusst im Zeichen des 200-jährigen Kreisjubiläums in diesem Jahr statt. So bedankte sich auf Landrat Frank Beckehoff über die gute Zusammenarbeit mit dem Volksmusikerbund. In seinen Worten bedankte er sich ausdrücklich bei den jungen Musikern, die auch als Multiplikatoren in dem im Kreisverband 55 angeschlossenen Vereine tätig werden. Das KJBO ist auch ein Aushängeschild des Kreises Olpe. Er werde sich im Kreistag für die weitere Finanzierung stark machen und endete seine Ausführungen mit dem Zitat eines bekannten Musikers: „Die Musik spricht für sich selbst – vorausgesetzt wir geben ihr eine Chance“. Diese Chance nahmen die 70 Jungen und Mädchen nur zu gerne wahr.

Zahlreiche Höhepunkte

Ein Höhepunkt folgte dem nächsten. Mit der „Fourth Symphony“ einer Suite aus drei Werken folgte nach einem traurig anmutenden ersten Stück ein Melodienstrauß mit annähernd südamerikanisch klingenden Stücken und beim dritten Werk dann eine Tarantella.

Nach einer kurzen Pause dann die Symphonic Ouverture, op. 8 von James Barnes ein Reigen mit fünf Werken des russischen Komponisten Aram Chatschaturjan. Bei seinen „Valencian Widows“ wurden sprichwörtlich alle Register gezogen. Besonders anspruchsvoll die Tempowechsel. Jeder Musiker hatte gehörigen Respekt vor Generalpausen – diese abrupten Stolpersteine waren zuhauf in den Musikstücken verborgen. Alle diese Klippen absolvierten die Nachwuchsmusiker mit Bravour. Bei den „Songs of the Wizz“ einer Anlehnung an den Zauberer von Oz wurde es noch mal so richtig stürmisch. Bekannte und unbekannte Melodien gaben sich die „Klinke in die Hand“ – mal anmutig verträumt, mal Swing- und Bluesanleihen aus vielen Jahrzehnten Musik. Zum Schluss noch mal eine Herausforderung für die Schlagzeuger – beim „Conga del Fuego Nuevo“ des mexikanischen Komponisten Arturo Marquez kamen sie gehörig ins Schwitzen. Natürlich folgten Zugaben, das Publikum wollte das Orchester partout nicht gehen lassen.

Gastdirigent Harry Vorselen freute sich über ein gelungenes Konzert. 

Bei der After-Show-Party wurde dann noch einmal gefeiert und dann darf man sich schon jetzt auf das Konzert 2018 bei hoffentlich vollem Haus freuen.

Hermann-Josef Plaßmann und Peter Hebbecker vom Vorstand des Volksmusikerbundes präsentierten dann auch während des Konzertabends den Namen des neuen Dirigenten des KJBO – für vier Jahre wurde der 31-jährige Echterdinger Dominik Wagner verpflichtet. Er ist Masterabsolvent im Hauptfach Blasorchesterleitung. Der Trompeter ist auch Komponist und hat seine Ausbildung bei der Musikhochschule Stuttgart absolviert. Insgesamt zwanzig Bewerbungen lagen dem Vorstand vor. Neun Dirigenten kamen in die engere Wahl. Das Probedirigat war vier Orchesterleitern vorbehalten. Die Musiker entschieden sich dann in einer geheimen Wahl mit einer großen Mehrheit für Wagner.

Er folgt dem langjährigen Dirigenten Ingo Samp, der ebenfalls erfolgreich mit dem KJBO gearbeitet hat. Vor zwei Jahren gewannen das Orchester unter seiner Leitung am Gardasee einen internationalen Musikwettberwerb.

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