„Urkatastrophe“ im Fokus

Ausstellung zum Ersten Weltkrieg am SGO eröffnet

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Jochen Ritter, Wiebke Ciesla, Klaus Klapheck und Britta Inden (v.l.) freuen sich über die Ausstellung, die 14 Tage lang im Gymnasium steht.

Olpe. Rund 17 Millionen Tote – Schäden in Milliardenhöhe – ein gespaltenes Europa. Die „Urkatastrophe“: So bezeichnen Historiker den Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren endete. Um den Schrecken dieses Krieges zu verdeutlichen, seine Ursachen und Folgen zu beleuchten, macht eine Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nun am Städtischen Gymnasium Olpe Halt. Jochen Ritter, Landtagsabgeordneter aus der Kreisstadt, eröffnete die Ausstellung am Montag im Beisein der stellvertretenden Schulleiterin Britta Inden, des ehemaligen Geschichtslehrers und Vertreter des Volksbundes Klaus Klapheck und des Geschichts-Grundkurses von Wiebke Ciesla.

Ritter erinnerte an die Schrecken des Krieges von 1914 bis 1918 und den „skrupellosen Einsatz von dem, was die Technik hergab. Von Giftgas über Flammenwerfer bis zu Maschinengewehren“: „Man hat sich mit einer Begeisterung in diesen Krieg hineingestürzt, die nicht erklärbar ist.“ Und obwohl es in Deutschland im Laufe des Krieges eine Ernüchterung gegeben habe: „Gelernt hat die Nation daraus scheinbar wenig.“ Denn bereits 21 Jahre später hielt der Schrecken des Krieges wieder Einzug in Europa: „Der Zweite Weltkrieg hat das Grauen des Ersten sogar noch übertroffen“, sagte Ritter und erinnerte an den Holocaust, den systematischen Völkermord an rund sechs Millionen Juden.

„Erst in den 50er- und 60er-Jahren haben wir daraus gelernt und die europäische Idee entwickelt“, so Ritter. „Ich bitte Sie, das beispiellose Friedensprojekt Europäische Union bei aller Kritik differenziert zu betrachten“, sagte der Landtagsabgeordnete an die Schüler gewandt.

Idee entsteht bei Landtags-Praktikum

„Bleiben Sie an diesem europäischen Gedanken interessiert und überlassen Sie die Deutungshoheit nicht den anderen. Vor allem nicht denen, die zur Vereinfachung neigen“, so Ritter. Und, in Anlehnung an den Slogan eines Olper Unternehmens: „Stay open minded.“

Entstanden war die Idee, die Ausstellung nach Olpe zu holen, beim Praktikum des SGO-Schülers Lukas Belke im NRW-Landtag. Dort hatte Belke laut Ritter „das ganze Drumherum“ kennengelernt. Unter anderem ein parlamentarisches Frühstück, bei dem Thomas Kutschaty, Vorsitzender des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge NRW über die Arbeit des Volksbundes berichtete. „Dabei wurde ich darauf hingewiesen, dass es diese Ausstellung gibt“, so Ritter. Also setzte er sich mit Holger Köster, Schulleiter des SGO in Verbindung, der direkt Feuer und Flamme für die Idee war.

Nachdem die Ausstellung einen Tag lang im Kreishaus zu sehen war, steht sie jetzt 14 Tage lang im Städtischen Gymnasium. Die Oberstufenschüler werden im Rahmen des Unterrichts durch die Ausstellung gehen. Und sie hat einen weiteren praktischen Nutzen: „Die angehenden Abiturienten können die Informationen nutzen, um den Stoff für die Abiturprüfung noch einmal zu wiederholen“, so Geschichtslehrerin Wiebke Ciesla.

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